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rein,der
;-(e)s/-e(n)
.1.
›rechtlich festgelegte und meist durch einen ungenutzten, begehbaren Grenzstreifen markierte Trennung zwischen zwei Grundbesitztümern, überwiegend zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen (Äckern, Gärten), seltener zwischen größeren Herrschaftsräumen oder Rechtsgebieten‹; mehrfach metonymisch: ›Grenzmarkierung (z. B. in Form eines Steines, Walles, einer Erderhebung, eines Abhangs, Grabens u. Ä.)‹; Überwiegend Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
rein und stein
›Feldgrenze bzw. deren Markierung‹; jm. über den rein grasen
›jm. einen Schaden zufügen‹.Syntagmen:
den r. absondern / aren / brechen / erkennen / gebrauchen / hinschlagen / merken / messen / schmälern / umreissen / verwenden, jm. den r. abhinhacken / abnemen / ausgraben / ausstechen / auswerfen / hinackern / hinhauen / hinlegen / umhauen
; der r
. (Subj.) an das feld stossen
; etw
. (Subj.) am r. liegen, j. auf dem r. gehen, auf die reine achtung geben, jm. seine güter in den reinen verkaufen, etw
. (Subj., z. B. der grund / hof, das gut / haus
) an dem r. befangen sein, in den reinen liegen, das weichbild
(Subj.) in seinen reinen gelegen sein, etw
. (Subj.) inwendig der reine beschehen, der grund
(Subj.) mit reinen ausgemerkt sein, j. das gut mit allen reinen geben, jn. über den r. schirmen, jm. das seine über r. abhauen / abmähen / abschneiden, jm. um r. helfen, etw
. (Subj., z. B. der schacht, die heimlichkeit
›Abtritt‹) fern von dem r. stehen
, etw
. (Subj., [hier: Grundstücke]) aneinander zu r. liegen
; der r. am acker
; der bairische / ungarische r., die alten reine
.Wortbildungen:
reinbaum
reinbrief
reinbuche
1
), reingenosse
reinmal
reinstein
reinzeichen
1
2, 2), reintag
reinzaun
reinzäunen
Belegblock:
alsferre dieselben grunt [...] mit marchem und reynen uszgemerckt ist.
Von schechten und heymlicheit zcu sencken, wy ferre dy von deme reyne sal sten.
lautmere, was dir leides von uns widerfaren sei, [...] und wir vormals doch manigen [...] mechtigen und heftigen leuten sere über den rein haben gegraset.
Bestellung eines forwergsvorwalters [...]. Der soll [...] Auf die grenitzen und reine gut achtung geben.
so sal dy selbe stat [...] daz wichbilde [...] also iz gelegin ist yn synen gemercken vnde synen reynen, czu vorsicht czu yn haben.
wir
[Kaiser Karl IV.]
[...] sullen niemant [...] richten umb dheine sache [...], die in denselben lantgerichten und inwendige irer gemerke und rayen geschehen. Auch hat er [mein herr] zu helfen umb rein, stein und alle sachen, die wandelpar sind.
Zum andern haben wir gemarcket [...] by den zwain grossen velwen [...] und da dannen denselben rain, so an das gestrengt velde stousset.
nach beschawuͤng vnserr næchsten nachpawrn vnd raingnoͤzzen.
[die Grundstücke]
sind gelegen [...] gen der stat wartz, vnd ligent aneinander zuͦ rain. Das ich [...] potten hab, das er den zawn [...] setzt [...], das ein menknecht neben des zawns vnd des acker auff dem rain [...] woll gen muͤg.
ist an sant Eseprechts tag ain gebner raintag.
wer ainem seinen rain hinakert und verwendt, derselb ist zu wandl zwölf schilling 2 ₰.
wann der selbing alle vordrung der herschaft ausgericht hat, so sol man in dann schermen über den rain.
Ob ainer dem andern ainen marchstain, rainstain oder sunst ain march oder rain ausgrueb, auswurf.
wie der Fridwerger landgricht inhalt: Von erstn hab außgmündt an den hungrischen rain.
Das jetweder [...] rainzaichen macht, damit keiner dem andern überrainen kan und die alten rain [...] erkent werden möchten.
Dieweilen dan herr probst Peter [...] der burgerschaft einen neuen rainbrief versprochen hat.
Hans Mennichen [...] seine gutter, hauß vnd hoff, wie das ehr das zuuor erkauft, allenthalben in seinen reyhnen, rechten sampt grentzen [...] dem erbaren Jochim Vllrichen erplichen vorkauft habe.
Hanns Zyger [...] hat [...] bewaiśt [...], das Er [...] śolchen Rain oder Weg ZugePrauchen nie gewehret hat.
Der eynen rein ader denn frid pricht zwisschen ÿm vnnd den nachpern [...], der vorfelt dem nachparn.
Bindewald, a. a. O.
36, 15
; Schmitt, Ordo rerum
48, 11
; Mell, Steir. Weinbergr.
138, 13
; König-Beyer, a. a. O.
39, 5
; Schles. Wb.
2, 1067
.2.
›(bewachsener) Hang, Böschung, Streifen Land‹; speziell: ›Erlebnisraum (als Teil weiträumiger Natur)‹; auch: ›Begrenzung, Aufschüttung am, im Wasser; Ufer‹.Mehrfach literarische Texte gebundener Form.
Wortbildungen:
reinfarn
Belegblock:
[soll auch] kein fischer [...] gegen der stat zu, ainichen rain im Main umb seine reußen nit machen.
Am morgen fruͤh kamen sie baldt | Auff eine Wysen [...] | [...] | Gleich in der mitten war ein reyn | Vnd daselben ein Hecken klein.
Sein fal was in ein weyten mermelsteine, | Dar in die fisch um schussen [...] | Ob yn ein grosßer reyne, | Dar an ein wuneclicher wallt.
doch soll erʼs
[der Müller das
reisig]
uff ein rein legen und nichts lassen hinwegfliessen. we mir [...] | wez heldet daz schiff alleine | by dises werdes reyne?
als wier ain büsen graben hattend [...] und ain hochen ran uff zu stigend [...] do schugend wier die 3 fendlin in flucht.
Wol tawsent man man raumen sach | Durch di hecken in der wild, | Man scheuchte [...] | Tieffen wazzer, pruͤch, noch ran.
waͤr ich recht, ich wurd geswellet | alsmer in einem wilden rain | sam im freythoff under eim stain.