reien,
reigen,
V.
›tanzen, sich reihenweise in einer Tanzformation bewegen; hüpfen, springen‹;
zu 1.
Mehrfach Texte gebundener Form.
Bedeutungsverwandte:
, , 1; vgl. .
Syntagmen:
j
. (z. B.
die mägdlein / mäuse / weiber
)
r
. (absolut);
j
. [wie] (z. B.
frölich / gern
), [mit wem] (z. B.
mit den engeln / leien / pfaffen
)
r
.; subst.:
j. mit reien got loben, kurzweil haben, seinen leib mit reien preisen
.

Belegblock:

Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl. (Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
deß abentz frolich reyen | die meidlein wolgethon.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501ff.
):
ich byn eyn schones wypp, | und wel auch gern reyen | mit paffen und mit leyen!
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
tochter myn, dez salt du
e
reygen | und tanczen in dez hym̄els grale | mit mynen engeln.
Gille u. a., M. Beheim
342, 41
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
pegriffen wir den maien, | wir welten aber raien | und wider fröulich sein.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
hier harphen, gigen, hie singen, springen, tanzen, reien.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
wa die katzen usserm haus, so reihen die meus
(sprichwörtlich).
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Man sach vil manigen stoltzen degen | [...] | Tantzen, rayen.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1310
/
2
):
swer ez tuͦn wil, mag datz der hochzeit wol raigen.
Niewöhner, Teichner
335, 58
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
wa man sicht der teuffel schar | [...] | so vint mans rain aller maist.
Ebd.
101
:
hintz nacht so get ir arbait an, | daz si rain und tantzen muezen.
Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
Ich wil preisen meinen leib | mit tanzen und mit reien – | wa ich pin ein schoͤnes weip.
Qu. Brassó
5, 499, 6
(
siebenb.
,
1614
):
Nach Essens kommen die Weiber dar gerayet, waren rechtschaffen fröhlich.