reichtum,
der / die / das
;-s/-Ø
oder -er
+ Uml.1.
›Wohlstand; großer (über den Durchschnitt hinausgehender) materieller Besitz, der mit einer sozial herausgehobenen Stellung einhergeht‹; auch: ›Reichhaltigkeit, Fülle, Überfluss‹; Syntagmen:
(den) r. ausdäuen / begeren / betrachten / erlangen (mit stelen) / erwerben / haben / meren / tragen / verachten / verschlinden, nicht ansehen / kennen, (jm.) mitteilen
; (der) r. jm. zufallen, alles können, das wort ersticken, r. dum / krum, bein / grat, eine dürftigkeit, gabe gottes, gleich dem faulen holz, ursache zur sünde sein, r. wie das mos sein
; dem r. dienen
; j. sich ab r. gros achten, an r. abgehen / aufnemen / gedenken, auf r. sehen, etw
. (Subj.) aus r. entspringen, j. durch r. zu dem reich gottes eilen, etw. für r. achten, in r. hoffen / leben / schweben / zunemen, sich in r. erheben / erhöhen, mit r. behaftet / behalten sein, nach r. streben, schinderei um r. treiben, von / wieder r. predigen, etw
. (Subj., z. B. stätte
) von r., von wegen des reichtums sein, j. zu r. aufkommen / kommen
; die reichtümer der natur / welt
; der eigene / ewige / grosse / kleine / überflüssige / unerhörte / ungerechte / unvergängliche / vergängliche / vorgehabte / zeitliche r
.; der r. an geld / gold
; die ansehung / begierde / betrachtung des reichtums, der got der reichtümer, die rede voller r
.; die begierde zu r
.Belegblock:
Man lißt, das sanct Paulus [...] selb von sich rumet, das seyne rede [...] voller reychtumbs aller kunst der weißheit erfunden.
Behuͤt uns vor dem grossen laster des geytzs und begirden der reichtummer diser welt.
armuͦt ist wie ein fincklin fewrs und das reychtumb wie das moͤr.
Ich bin nicht ein parteckenprediger, der do von dem bettelstab als von zeitlichem Reichtumb [...] predigte.
Die andern ohn alle gefahr / | Jn Reichthumb leben all jhr Jahr.
Der [hund] ist sînem herren alsô getriuwe [...] und er ensihet nicht an rîchtuom noch armuot.
jenen / die in allerley pracht vnd zeitlichem Reichthumb schweben.
in betrachtung deß vnerhoͤrtẽ / grossen Reichthumbs an Goldt / so dieses Koͤnigreich [...] in sich hat.
Dz in der Natur viel dings verborgen liege / so sich endlich mit Verwunderung deren so die Reichthumb vnd den Schatz der Natur nicht kennen / zu Tage thun.
stete, di sint von grozem richtum und koufinschacz.
das uns nach abgange der zeeitlichen
[sic!]
und vergenglichen die unvergenglichen und ewigen guter und richtümer mittegeteilt werden. die in ansehung jhres reichthumbs vnnd vermeineter vberfluͤssigkeit aller notdurfft jhren stand weit vber den vnserigen erheben.
in allen unsernn eren, gewaldt und reichtuemernn sollen wir uns keynest erhoechen.
Plutus, der got, | Der ein got aller reichthumb ist.
Do huͦb sant Iohans an vnd prediete wider richtuͦm.
Gott vnd dem reichtum
[nd. Bibel um 1478:
schatte;
MammonFroschauer
1531 / Dietenberger
1534 / Eck
1537 / Luther
1545, Matth. 6, 24: ]
múgt ir nit gedienen. daß ir all euer reichtumb, gut, gelt, land, ehr ec mit stelen erlangt habt.
wir wol ermessen moͤgen / das [...] dem gemeinen guͦt vorteil vnd merũg / gar wol daruß entstan mag / so die angehoͤrigen vnderthonen / in rychtumb vnd zitlichen guͤtern / mit eren zuͦ nemen.
Do gedachtend sy an die groß rychtuom, von deren sy vertriben und verjagt wărend.
also ist der mensch behaft | mit reichtum und mit großem gwalt, | mit weltlichem lust manigfalt.
Ir veter die sahen an, das man mit reichtüm nicht pehalten werden mag; sie stunden von allem gut.
die reichtüem, die si [vogel] verslunden habent, die habent si auz gedäut.
Sy wolten jn selbs zynns gesaczt haben zw reichthumb ires pundes.
er hat nicht gehoft in die reichtum, aber er war gestërkhet in der krëfft des herren.
Ebd.
28, 22
: Die menschen die irren in dem wëg, die da eilen zu dem reich gottes durch die reichtum vnd wolüst.
Luther, WA ;
v. Tscharner, a. a. O.
47, 25
; Reichert, a. a. O.
30, 4
; Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Heydn. maister
85, 20
; Bauer, Imitatio Haller
77, 17
; 2.
als reichtum
metaphorisierte Überfülle von gnade, huld, minne, weisheit, wissenheit
als Seins- und Wesensqualitäten Gottes; dem Menschen über diese Qualitäten zuteilwerdende Gnadengaben wie ewiges leben, ewige seligkeit / freude
, auch tugend
, verstanden als geistlicher reichtum
; teils gehen die dem Menschen zugewandten Qualitäten Gottes und die von Menschen empfangenen Gaben ineinander über.Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Belegblock:
sihe nu, wilch eyn ubirschwencklich reychtumb habe der Christlich glawbe, wilchem alle diße werck und leyden Christi zu eygen werden geben.
Das unser reichtum ynn gotts wort wol moͤcht ein meer heyssen gegen eym troͤpfflin, das sie [Propheten, Apostel] gehabt haben.
der sprichet aller schœneste von gote, der von der vülle des inwendigen rîchtuomes allermeist kan von im geswîgen.
du armer mensch, dinen bettelsagk mach durch demütikeit breyt gegen got, jn dem alle richtüme ist.
Wo sint sie hin [...], die mit gote redeten, an im genade, hulde, auch reichtum erwurben?
wan swen deu sele den reichtum siht, | so urtailet si sich selber ze niht | und hot sich swecher den ain paht | ze / disem reichtum geaht.
Daz er uns mit armut dar umb | verdient den himlischen reichtumb.
Von einer Wund zur andern geh, | Die Reichthumb Gottes da beseh.
[ware minne] git staͤtekait der tugend, ewiges leben, ewig saͤlikait, ewig vroͤde, rihtuͦm âne gebresten, minneklich geselleschaft.
So er die ungrüntliche tieffe der reichtum / der weißhait / und wyssenhait gottes [...] betrachtet.
Die gnad pringt geistlichen reichtum. Der reichtum stet jn czwein dingen: zum ersten jn außsliessung der sund, zum andern jn allen tugenten vnd in allem güt, das got geben mag.