1
reichen,
V.;
zu
mhd.
reichen
›erreichen, sich erstrecken; wonach langen‹
().
1.
›sich räumlich (in eine oder mehrere Richtungen) erstrecken, ausdehnen, bis an etw. (z. B. an einen Ort) heranreichen‹ (z. B. von geographischen Bezugsgrößen, von Gebäuden gesagt); auch bezogen auf abstrakte (von der Raumvorstellung her metaphorisierte) Bezugsgrößen wie beispielsweise auf
burgfrieden
, auf Naturereignisse wie z. B.
erdbeben
sowie auf körperliche Zustände wie das
erschrecken
, auf temporale Zusammenhänge, dann: ›sich in der Zeit, von einem Zeitpunkt, bis zu einem Zeitpunkt erstrecken‹; vereinzelt auch: ›von etw. kommen, herrühren‹.
Phraseme:
als verre leib, leben und gut reichen
(formelhaft).
Bedeutungsverwandte:
1; 2, 1, 2, 11, 1, 3; 4.
Syntagmen
(in Auswahl):
etw
. (Subj.) [wohin] (z. B.
das zeichen auf jn., der segen auf die geschlechter, die äste bis in den himmel, das erschrecken fürbas in js. lenden, der name gar hoch, der turn in den himmel, das feuer in den anfang, die mauer zu einem ort
)
r
.,
j. über alles volk r
. ›(mit seiner Körperlänge) über alle anderen Menschen hinausragen‹,
der abweg sich in die wüstung r
., [Städte]
mit dem zugehör, die gräben / wiesen
[wohin]
r
.;
j. seine feder r. lassen, wo [...], etw
. (Subj.)
daher r., das [...]
; in restriktiven Gliedsätzen:
[...], als(o) ferre der burgfriede, die freiung, das gericht, leib und leben, leib und gut r
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Ô, wolde sich daz zeichin | ouch ûf mich armin reichin!
Koller, Reichsreg. Albr. II.
167, 36
(
1438
/
9
):
als ferre der burgfride und gefurste freyung des slosses Ebersdorff langet und reichet.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Daz irschrecken do reichte | Vurbaz in sine lenden.
Doch ist da bi bezeichent | Jar zale die da reichent | Von der geburt uf erden | [...] | Vurbaz an der werlde drum.
Opitz. Poeterey
19, 18
(
Breslau
1624
):
Wie der Poeten volck [...] | [...] | [...] lest seine Feder reichen | Wo Menschen tapfferkeit noch niemals hin gelangt.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1488
):
Nurenberga [...] raicht sich mit seinem zugehöre in Vindeliciam und an die Augspurger.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
40
(
Nürnb.
1517
):
das feuer [...] reichet in seinen anfank, in die lieb gots, und in seine eigne stat egemelts himlischen feuers.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
620, 2
(
els.
,
1362
):
das wir [...] einen turn búwetent von túgenden [...], der in den himel reichte.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Er [saul] reychet
[Var. 1475–1518:
erschin an der lenge
; nd. Bibel 1478:
was hee langher den [...]
;
Dietenberger
1534, 1. Kön. 9, 2;
war [...] hauptes lenger
;
Eck
1537:
was er hoͤher dann [...]
;
Froschauer
1531 /
Luther
1545, 1. Sam. 9, 2:
war [...] eins heubts lenger
]
vber alles das volck
.
von der achseln vnd dorúber.
Wyss, Luz. Ostersp.
2456
(
Luzern
1583
):
Jacob empfacht den sägen grechtt, | Welches dann reichtt vff alle gschlechtt.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
230
(
schwäb.
,
1455
):
Die ander mur wit reichet | Zuo einem scharpffen ort.
Sappler, H. Kaufringer
23, 110
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
wir süllen alle darwider sein | und süllent niemant auß uns geben. | als verr uns raicht leib und leben.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1563
):
die verfuerung der guͦten müntz raicht one widerred daher, daß man im reich die [...] geringe müntzen [...] in vollem wert gibt und nimbt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der ertpidem was [...] sô grôz, daz er sich raicht unz über die Tuonawe in Märhern.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
334
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Aber die andern tag die hetten frü vnd vesper, der sich yetzleicher mit seinem fruemorgen anhueb vnd raichet hincz an des andern tages frümorgen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
27, 13
(
mslow. inseldt.
,
1525
):
vnnd wellen ein Jeden [...] ein erśtattung thuen, Alśo ferr ihr Laib vnnd guett raicht.
Opitz. a. a. O.
48, 9
;
Gille u. a., M. Beheim
96, 6
;
Dirr, Münchner Stadtr. ;
Voc. Teut.-Lat.
aa vijr
;
c iijv
;
Vorarlb. Wb.
2, 695
.
Vgl. ferner s. v. (
der
) 2, ,
1
2.
2.
›an einen je spezifischen Punkt, Ort herankommen, heranreichen‹; ›(physisch) nach etw. greifen; etw. greifend erreichen‹; speziell: ›sich auf, nach etw. ausrichten‹ (von einem Magneten gesagt); ütr.: ›etw. zu erlangen, erreichen versuchen‹; speziell: von Abstraktgrößen gesagt, die soziale, darunter rechtsrelevante Interaktionen betreffen (z. B.
freiheiten, händel, scheltworte
): ›sich auf (auch: gegen) etw. richten, beziehen‹; ›jn. / etw. betreffen‹; als Spezialisierung an 1 anschließbar.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
405, 4506
(
Magdeb.
1608
):
der Magnet nach Eysen kreucht / | Vnd seine Spitz nach Mittag reicht.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501ff.
):
disße hant wel zu dem loch nyt reichen!
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
ain kertzstall, das was wol als lang, als ain langer man raigen mag.
Boos, UB Aarau (
halem.
,
1336
):
den brunnen, den die [...] lúte in unser stat teglich reichten und namen ze ir dúrften.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Wer gnade wolte raichen, | Der wart wol volleklich gewert.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
dennocht ward er [der herlich keiser] bewoͤgt uf sin absoluz bim Tuͤrken buͦss zuͦ reichen.
Als aber nachmals die sach uf si wolt reichen, sprachends: [...].
so kuͤnden und setzen wir ab [...] iede friheiten und uszuͤg, so wider unsere bevelch [...] moͤchten reichen und hindernuͤss bringen.
Jörg, Salat. Reformationschr.
539, 13
(
halem.
,
1534
/
5
):
dis hendell dahin reychen / das man die allten von jrem glouben mit gwallt und kriegischer macht / understan wott zuͦ trengen.
Ebd.
673, 9
:
daruf allein reychte all jr handlen.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1539
):
[der cleger] vnnderrichtet, dz er [versprecher] im eeruerletzlich zugrett semliche scheltwortt, die im an sin seel, lyb, eer oder gut reichennt.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
908
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
des menschen natur ist daz er begreiffe vnd raiche czu der selichait.
Enders, Eberlin ;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 55, 46
.
3.
›jm. etw. geben, überreichen, darreichen‹; ›jm. etw. darbieten‹; speziell von der Erteilung der Sakramente durch den Priester: ›jm. etw. spenden‹; insbesondere von finanziellen Leistungen u. dgl.: ›jm. etw. übergeben, überantworten‹; speziell: ›zahlen‹; auch: ›jm. etw. zugestehen‹.
Phraseme:
jm. eins reichen
›jm. eins auswischen‹;
jm. die hand reichen
›jm. helfen‹;
jm. das wasser nicht reichen können
›tief unter jm. stehen‹;
j. die rechte hand in treue reichen
.
Gegensätze:
1
2.
Wortbildungen:
reicher
(dazu bdv.:
1
1),
reichnis
›dem Grundherrn vom Grundholden zustehende regelmäßige Abgabe‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

Luther, WA (
1521
):
wenn der priester das sacrament reychet, soll er vorstanden werden, als thue er das werck, von wilchem die wort Christi lautten ,Nemet hynn und esset ec.‘.
nemen also Christo das gold, welchs sie ym doch solten opfferen unnd raichen.
Ebd. (
1530
):
Ideo kan er uns das wasser nicht reichen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
606, 3170
(
Magdeb.
1608
):
Darumb zog er auff gar verwegen / | Mit seinem Schild / Helbart / vnd Degen. | Der Knecht Ruͤstung war auch dergleichen / | Sie wolten den Froͤschen eins reichen.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
da er
[Gott]
vns daßihenig zu geben verspricht vnnd verheisset / das er im Abendtmal reichet vnd Leistet.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
3, 7
(
Frankf./M.
1568
):
Jch bin gesatzt in diß Bistum / | Daß ich [...] | [...] sol predgen / | [...] | [...] Vnd den armen reichen das Brot.
Karnein, Salm. u. Morolf
657, 5
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
nu reiche von dir din hant.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Im [kunic] wart Danyel reichen | Sine wort.
Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
,
1516
):
Kompt aber imandt fur den richter hie bitend eyn haus ime uberzuschreiben, sal man ime das nicht reichn nach leyhn.
Langen, Myst. Leben
171, 30
(
nobd.
,
1463
):
dy cristenlich kirch / [hat] auffgesetzt, das kain arczt dem krancken raichen sol erczney, ee / dan er enpfangen hab daz sacrament.
Anderson u. a., Flugschrr.
24, 5, 30
([
Nürnb.
]
1525
):
das gros Marckgelt / so [...] durch die Burger gereicht / vnnd von des Stadt Richters knecht [...] erfordert [...] worden ist.
Koller, Ref. Siegmunds (
um 1448
/
52
):
prister und geystlich personen enphangen den gewalt, die heligen sacrament zu gesenen und dem folck zu reychen und mitzudeylen.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Wir [...] dörfften doch selbst alle wol, daß vns einer die Hand reichte.
Merz, Urk. Bremgarten
67, 4
(
halem.
,
1375
):
dauon man [...] sechtzig zinsvisch, genant isner, vnd zwen ruͥsvisch dienen vnd raihen sol.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Plinius spricht, daz man der rehten hand [...] raich in trewen.
Klein, Oswald
18, 35
(
oobd.
,
1416
):
Ain künigin von Aragon [...] | [...] zu willen raicht ich ir den bart, | mit hendlein weiss bant si darein ain ringlin zart.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1371
):
sullen uns [...] die vorgenanten prewn [...] die obgenanten fümfzigk pfunt pfening iaerlichen raichen und antwurtten.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1545
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
daz sind gotes gab vnd sind in darumbe verlichen daz si der gab poten vnd raicher sein.
Hör, Urk. St. Veit
214, 29
(
moobd.
,
1433
):
das sy [...] den herren irn dinst davon ausrichten vnd raichen.
Ebd.
217, 21
(
1435
):
daz si den herrn [...] in ir oblay alle jar jarleich vnd hinfur ewichleich davon dienen, raichen vnd geben schullen.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1470
):
das
gelt der statsteuer, so
sie ihm
jerlich ze raihen phlichtig
sind.
Siegel
u. a., Salzb. Taid. 47, 39 (smoobd., 1625):
welcher sein guet [...] in abnemen und verderben pringt, das dem grundherrn schaden darauß entsprungen mag an seiner raichnuß und forderung, ist [...].
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica (
schles. inseldt.
,
1458
):
das hot ym Pesch Kawffman bekant, das Hannus Andris das gelt hot gerecht, vnd hot yn das gelt frei vnd ledig gelossen.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
19
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
vnd reicht(e)nn ym nit deß pergmaister czaich(e)nn : So mag er dÿ selb(e)nn gefang(e)nn neme(n).
Luther, WA
32, 21 28
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
22, 27
;
Langen, a. a. O.
173, 2
;
Geier, Stadtr. Überl. ; ;
Fuchs, Kart. Aggsbach ;
Rot
287
;
Rwb ff.;
Vorarlb. Wb.
2, 695
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 285
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 97
.
4.
›jn. / etw. (teils: mit Gewalt) holen, abholen, von wo mitnehmen‹.
Überwiegend halem.
Bedeutungsverwandte:
12; 13, (V.) 7, 1, 3.

Belegblock:

Dierauer, Chron. Zürich
137, 21
(
halem.
,
1415
/
20
):
Darnach fuͦrend die von Zúrich [...] us in das thal und reichtend einen roub.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 43, 17
(
halem.
,
1508
/
16
):
Es schiktend öch die von Bern in das Fri ambt, das si inen rindfleisch schiktind, oder si woͤltind es reichen.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Wir hand ŭbel gehandlet, wann wir hand den kŭnig Johans inn der gfäncknus gelăssen. Wărlich, ich will inn gen reichen.
Dysser kumpt sin tod reichen inn grosser yll.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
do schickten si von stund an fúnfzechenhundert man gen Múlhusen, die iren zü reichen.
Kottinger, Ruffs Etter Heini (
ohalem.
,
1538
):
min etter Heinrich wil ich reichen, | der muoss mir helffen.
Hör, Urk. St. Veit
81, 27
(
moobd.
,
1360
):
swann wir gesterben, so suͤllen si vns raichen, swo wir in dem land tod ligen, vnd sullent vns hin haim [...] fuͤren.
Bernoulli, Basler Chron. ;
Lemmer, Brant. Narrensch.
94, 24
;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 291, 15
;
Luginbühl, a. a. O.
1, 245, 8
;
278, 5
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen ;
Hör, a. a. O.
83, 20
;
Schmid, R. Cysat
6, 72
;
Schmid, Pilgerreisen.
1957, 424
.
5.
›zu etw. führen, in etw. resultieren‹; auch: ›zu etw. dienen‹; ›jm. zu e. S. gereichen‹.
Bedeutungsverwandte:
1, 15, 2, 2, 3, 11, 5, 1.
Syntagmen:
jm. etw
. (Subj.)
zum bettelstab / entgang / has / nachteil / neid / nuz / schaden / tod / unglimpf / unrat / vorteil, zur beschwerlichkeit / beschwernis / einigkeit / entheiligung / ere / feindschaft / freude / freundlichkeit / langeweile / last / regierung / schande / unere / unlust / verspottung / wolfart, zum frommen / lob / trauern / unglück / verderben, zu den schmerzen r
.

Belegblock:

Enders, Eberlin ([
Wittenb.
]
1523
):
Christus wil nit, das solch haidnisch regiment raiche zuͦ der regierung der gwissen seiner christen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
haben ewer furstlich gnaden zu ermessen, zu was beschwernuss uns solichs raichen möcht.
andern auswendigen herrschaften zu entgang und nachtail raichen.
Franck, Decl.
340, 39
(
Nürnb.
1531
):
wolt Gott das die spitzbuͦben [...] verbandt wuͤrden / auff das nit die sach die von kuͦrtzweyl wegen erfunden ist / zu eynem trawren / vnlust / vnd lanckweyl rayche vnd gerath.
Sachs (
Nürnb.
1559
):
Fürcht, es wert dir zu unglück reychen.
Ebd. (
1557
):
Denn würd dem Neydhart diser schimpff | Reichen zu grossem ungelimpff.
in soͮmlichen aͤmpteren, die zuͦ gemeinem nutz des vatterlands reichend.
Bächtold, H. Salat (o. O.
1537
):
so man flißig wachen thuͦt, | Reich jedes nun im selb zuͦ guͦt.
Wyss, Luz. Ostersp.
9775
(
Luzern
1545
):
es reychtte vnns zuͦ grosser schand, | söllt vrias vor vnns bym grab syn.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
wöliches dann dem römischen volck zu großem lob, ehr und fraintlichkait raichen und gedeuhen wurd.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Grosse und überflüssige hochzeit, totenmal und kirchtag haben ist êrlich und unsträflich, raicht kainem zu nachtail, kumpt kainem zu übel.
Meisen u. a., J. Eck
39, 1
(
Ingolst.
1526
):
unnser arbait würde [...] ouch zuͦ grossem nachtaill unnd verspottung unsers hailigen glaubens raichen werden.
Vgl. ferner s. v. (V.) 12, 3.
6.
›(jm.) genügen, ausreichen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 3, (V.) 2, (V.) 1, (V.) 16.

Belegblock:

Luther, WA (
1531
):
Dieweil es nicht reichen kan, so mus nicht recht sein.
Ebd. (
1533
):
Unser thun aber reicht allein.
Jahr, H. v. Mügeln
2177
(
omd.
, Hs.
1463
):
es ist kein not, das du besinst, | wie dri in einem wesen stan, | uß den die creature ran: | es reichet keines sinnes ticht.
Sachs (
Nürnb.
1554
):
Meynst, wir reichen mit solchen dingen, | Ich mit spiel, du mit ubring zechen?
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 144, 22
(
halem.
,
1489
):
das es im an lib, êr und guͦt hette mogen reichen.