regent,
der
;–/-en
; in 2 auch mit lat. Flexion;aus
lat.
regēns
, Gen. regentis
›Fürst, Regent‹
(Georges, Neub.
); auch 2, 4108
›Leiter, Lenker‹
(geistlicher Institute, Schulen), dies eventuell unter Einfluss partizipialer Fügungen wie mlat.
magister regens
(Pfeifer
; 2000, 1101
Schulz/Basler
) sowie 3, 231
mlat.
regens
›Universitätsprofessor‹
(Niermeyer
).2002, 2, 1174
– Seit E. 15. Jh.
1.
›Machthaber, Herrscher, Oberhaupt (eines Territoriums, Landes usw.)‹; im Kontext religiöser Gemeinschaften bzw. Institutionen speziell: ›religiöses Oberhaupt, religiöser Führer, Vorsteher‹; dabei Tendenz zu: ›Lehrer, Unterweiser‹; teils erfolgt eine Spezifizierung durch die Attribute weltlich
oder geistlich
; auch ütr. auf Gott bzw. Jesus Christus als Oberhaupt allen Seins sowie vereinzelt auf unpersönliche Bezugsgrößen wie beispielsweise die elemente
; verallgemeinert: ›Obrigkeit, (gegenüber den untertanen
) übergeordnete Person mit Machtbefugnissen‹.Phraseme:
jn. für regenten über grosse eier halten
›jn. in seiner Funktion als Oberhaupt, Herrscher nicht ernst nehmen‹.Syntagmen:
den regenten erziehen, die regenten töten lassen
; ein r
. (Subj.) got fürchten, sein ampt ausrichten, gute diener haben, wissen, wie [...], über die sterne gesezt sein, die regenten
(Subj.) etw. ausstehen, das volk leren, den son gottes nicht annemen, ires amptes recht gebrauchen
; j
. (z. B. der fürst / priester / schriftgelerte
) ein r. sein, j. mit jm. r. sein, der babst kein geistlicher r. sein
; etw
. (Subj.) an dem regenten gelegen sein, durch die regenten geschehen, got
(Subj.) die guten durch böse regenten regieren, j. Moses nicht für einen regenten haben, etw
. (Subj.) einen ursprung von den regenten haben, j. zum regenten taugen, jm. die elemente zu regenten setzen
; der r. des landes / volkes, der ganzen creatur, aller engel, aller welt
(jeweils gen. objectivus); der r. im reich, über die kirche
; der böse / fromme / geistliche / gute / junge / oberste / vornemste / weltliche r
.Belegblock:
ein Regent muß gute Diener haben / vnnd selbst wissen / wie er Vernuͤnfftig mit Lob vnnd Nutzen regieren soll.
Der Fuͤrst ist ein weltlicher Regent, welchem gebuͤrt das Schwert, nicht das Predigampt zu versorgen.
wenn ein Regent, Prelat, Fuͤrst und Herr, Buͤrgermeister oder Richter nicht Gott fuͤrchtet, so wird er sein Ampt nicht wol ausrichten.
Wir woͤllen Moses nicht fuͤr ein regenten odder gesetzgeber mehr haben, ja Gott wil es auch selber nicht haben.
so thun sie [die Bauern] die augen zu gegen die Last und Muͤhe, so weltliche und geistliche Regenten ausstehen muͤssen.
Ebd.
552, 32
: an Gott des Himels, jrem
[der Himmelskörper]
und der gantzen Creatur Regenten ists alles gelegen. Geschicht etwas guts durch frome Fuͤrsten und Regenten, so treibet und foͤrdert ers, Geschicht etwas boͤses durch boͤse Regenten und Tyrannen [...], so verhengt ers.
die Hohenpriester, Phariseer und schrifftgelerten, priester und Leviten waren die regenten, die das volck leren solten.
Das er [Grawkopff] aber die Elementen / | Vns allen setzet zu Regenten / | Wil sie fuͤr Weltherren ansehen / | Kann Jch auff die weiß nicht verstehen.
Sij [...] blasphemieren got. den Regenten aller werlt.
Das Kind ist vns geborn, das aller Engel regent ist.
wie ich vermerck, wöllt jr [das Volck] lieber diese zu euwer Frauwen vnnd Regentin haben [...] wann mich als ein starckmütigen vnd Mannhafften Ritter.
Also werden sie [Fuͤrsten vn̄ Oberherren] bey menigklich im hertzen für geukel maͤnner vnd regenten vber kroß ayer gehalten.
Solches vrtheil [...] hab Dauid lang zuuor weißgesagt / das die Bawleute / das ist / die Regenten / Hohenpriester vnd Schrifftgelerten im volck / den Son Gottes nit annemen wuͤrden.
Heint ist einer Herr vnd Regent; | So baldt sich das Glückradt vmbwendt, | Ist er ettwann ein vnterthan.
[die lererin Brigitta] seit, alle stroff der lendern hett ein vrsprung von den regenten.
2.
›Angehöriger einer Regierung, eines Regierungsorgans (z. B. eines städtischen Rates)‹; speziell: ›Mitglied des reichsregiments
‹ (nur im Pl. regenti
[sic!] belegt); auch: ›von einem Machthaber eingesetzter Vertreter, Statthalter (in einem Territorium)‹.Gehäuft berichtende Texte.
Syntagmen:
die regenten aus den bürgermeistern klauben
; die regenten
(Subj.) handeln, eine sache anstellen, die regenten antwort geben, anfangen zu regieren
; die appellation vor den regenten geschehen, jn. zu einem regenten lassen, jn. zu regenten
(Pl.) verordnen, jm. vorsetzen
; die regenten des königs Karl, des römischen reichs, die regenten der herschaft von Österreich
(jeweils gen. subjectivus), der r. des landes
(gen. objectivus); der neue r., die obersten regenten
.Belegblock:
Daruͤmb soͤl ein fuͤrst alle acht ader vierzehen tage einen newen amptman und regentten haben [...], welcher im dan gefelt, den neme er an.
weiter ist zu merken, das man auß den dreizehen alten burgermaistern nachmals klaubet die siben obersten regenten.
die appellacion [...]
[soll]
fúr vnse gnedigstẽ herrschaft von Osterrich Landtvogt / Regenten vnd Raͤte [...] geschehen. Der kŭnig Hermin, sin bruoder, der inn Franckrich gfaren ist, hat inn
[den
aller boßhaftigesten wüetrich]
zuo einem regent des landes gelăssen. Anno dni. 1521 da haben des römischen reichs regenti zuͦ Nierenberg angefangen zuͦ regieren.
Auf 9. april anno 52 haben die kriegsherren, chur⸗ und fürsten, dise [...] personen zuͤ ratgeben aufgesetzt und zuͤ regenten verordnet.
Eckel, Fremdw. Murners.
1978, 143
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