redhaft,
Adj.
1.
›Sprache besitzend, menschlich, vernünftig, der Sprache und Erkenntnis fähig‹;
zu
1
 1.

Belegblock:

Eggers, Psalter
280, 16
(
thür.
,
1378
):
Wan also di redehafte sele vnd das vleisch ist ein mensche, also ist got vnde mensche ein Crist.
2.
›bereit zu sprechen‹ (allgemein); im Einzelnen: ›ins Gespräch kommend; gesprächsbereit, verhandlungsbereit‹ (bezogen auf die Offenheit, Bereitschaft e. P. zum Gespräch); ›beredt, redegewandt‹ (bezogen auf die rhetorische Kompetenz); wohl auch: ›ehrlich, aufrichtig, offen sprechend‹ (bezogen auf die Verlässlichkeit der Aussage, auch vor Gericht);
vgl.  136.
Bedeutungsverwandte:
 1,  1.

Belegblock:

Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
,
1325
):
Swelch man also sinnik unde also selic ist, daz he sin dinc setzet unde berichtet [...] di wile he bi guten sinnen ist unde ouch mit redehafter zunge wizzentliche dem richter [...].
Voc. Teut.-Lat.
aa vjr
(
Nürnb.
1482
):
Redetzierer odʼ wolreder. rethor [...] oder redhafftiger.
Sachs (
Nürnb.
1526
):
Muß ein kauffman sein gsprech, redhafft | Nach art diß meiner aygenschafft.
Jaksche, Gundacker (
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
[der chaiser] wirbet die potshaft | endleich und redhaft.
Gereke, Seifrits Alex.
7093
(
oobd.
, Hs.
1466
):
das er fuer die frawen torst gann | und mit ir werden redhaft | und weriffen sein pottschaft.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
Do die selben münche ir kirchen erbeyten wolten mit dem gepaw, do bestelten sy zu sammen ettlich lay priester, prediger, die redhafft und gesprächig darzu warn.