rechten,
V.;
auch subst.1.
›um etw. prozessieren, gerichtlich um etw. streiten‹ (aus der Perspektive der streitenden Parteien); ›etw. juristisch verhandeln‹ (bezogen auf den strittigen Rechtsgegenstand); vgl. (das
) 13; 14.Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte sowie berichtende Texte.
Syntagmen:
j. r
. (z. B. dicke, viel, auf etw
.); etw
. (z. B. ein vidimus
) r
.; miteinander, mit jm. r., auf dem consistori, in der landschranne, vor dem gericht r., auf / um etw
. (z. B. um eigenschaft / herschaft / geld / gut / lehenrecht, um eine sache
) r
.; gerne / unbillich r
.; subst.: (das
) rechten sorge machen
.Belegblock:
so habe wir sie ins recht gesatczt und mussen mit euch rechten wente die heren prelaten [...] uns unsir privilegia zcugesaget haben.
Rechten macht sorg / vnd kosten lang / | Hat doch vngewissen außgang.
dedimus 1 gulden dem schreiber umb einen brief, den uns die Stieber geben haben, als sie mit uns rehten zu Bamberg auf dem lantfride.
Alle ding thut er [ein man] widerfechten, | Auch vor gericht zancken und rechten.
Da dett mian uns gros eren [...] und rechdatt da von Barttly Welttys wegen um ain grosin sum gelt.
das alt fidimus, so mit denen von Sant Gallen gerechtet ist.
vor 10 jaren hab er mit Anna Hägin auff dem consistori gerechtot.
waz wir mit in darvmb wolten chriegen oder rechten, [...], daz schullen wir allez verlorn haben.
Sy hoffaͤt vnd trawet auch, daz der Kaltenecker vnd sein mitgesellen vnpilleich darauf rechten.
ain kranker gerichtsman, der mag ain gesatls roß, dieweil man [...] in der landschrannen rechtet, auf dem moss geen lassen.
2.
›ein über (V.) 5; 6, , 1
4 bis hin zum laufendes Rechtsverfahren, eine Gerichtsverhandlung durchführen‹ (aus der Perspektive der richtenden Obrigkeit, des Richters oder der Schöffen); resultativ: ›Recht sprechen, eine Entscheidung über etw. fällen, über etw. urteilen; einen Streit zu einer Schlichtung führen‹; resultativ: ›jn. bestrafen, verurteilen; jn. hinrichten‹; auch von der göttlichen Rechtsprechung gesagt, dann offen zu: ›jn. erlösen, rechtfertigen‹; vgl. (das
) 13; 14; 15.Syntagmen:
jn
. (z. B. den dieb / goldschmied / übeltäter, die welt
) r., jn. an js. stat r
.; j. eine sache r., das land von etw
. ›über etw.‹ r., des menschen kind über jn. / etw. r
.; j. wol r
.; subst.: j. bei dem rechten sein sollen
.Belegblock:
Das sind die rechten titel und namen, die Gott allein geburen, [...], die da heissen Richten, Rechten und Rhumen.
were sach das ein misdedich man gegriffen würde, inner welchem lande der gegriffen würde, dat land sol davon rechten.
Respondet Iesus: | [...] | [...] sollent ir gesehen | des menschen kint bit grozer gewalt | rehten vber jung vnd alt.
Ebd.
1074
: Pylate, duͦ kanst rehten wol.
Ab aber wir ader unser amplute dye selbigen ubelteter zu erffort nicht rechten, sundern uss unserme gefengnisse in ander únser gerichte [furen lossen].
herre, du almechtiger got [...]! du rechtes mit dime suͦne der din ewige wort ist al dise werlt.
hot her lossen aws rẅffen, ap irkeyner werre, der den salbigen dÿp rechten wolde.
die vier ruge, do hat niemand uber zu rechten dann die zent zu Aschach.
[Karll] verleiht dem edeln Ruͦdolffen [...] die besunder gnad [...] dz fuͥrbas niemand, [...] ayschen, fuͥrtriben, laden [...] vrteilen oder rechten suͥlle.
das man sölti die buͦssen nun von dem ainen tail nemen, der in ainer sach unrecht hab etc. Hat die antwurt, man rechte bed tail und wenn si bed ald ainwedrer verfelt werden, so mögen si [...].
die pöswicht die wöll man töten auf freitag [...] und daß die von Augspurg darzu ir treffenlich potschaft schicken und bei dem rechten und bei irm sterben seien.
[All] understen sich, all sach zu rechten an seiner gnaden stat.
Der dich mensch [...] | an dich peschaffen hat, | der wil dich an dich nicht rechten, | wil im dein wil widervechten.
Weil mir aber wegen anderen furfallenden Beschwernuessen sie [Goldschmied] nit haben können rechten, ist solches in weitere Dilation gelassen worden.
Belegblock:
sullen die selben vieer macht und gewalt han, die selben ungelt und nutze und renten zu mener und meren und ander sachen und stucke zu rechten, die der stad zu kostlichen und unnotzlichen weren.
Die guͤlt und schuld sol Hainrich Tötter rechten und bezaln.
Belegblock:
Szo yemant mit gott rechten will mag er yhm nit eyniß auff tausent anttwortteññ Wer du Gregorj? Solltistu sagen thüren. das alle unßer gutte werck. eyttel sund seynn?
Daruͤmb spricht S. Paulus zun Roͤmern am neunden Capitel ,Wer bist du, der du mit Gott rechtest?‘ Du bist ein Mensch und wilt mit Gott rechten, wo wilt du es nemen? Du must das gesetz haben, wilt du mit Gott rechten, Nemlich: also muͤsse man thun, [...]. Huy, wilt du auch mit Gott also handeln, das gebuͤrt sich nicht.
Wenn ein Man kuͤnd mit Gott rechten, wie ein Menschen kind, mit seinem Freunde.