recht,
Adj.;
das (stark nähesprachlich verwendete)
Adjektiv
recht
ist motivationell nur teilweise auf das
Substantiv
recht
beziehbar; dies gilt auch hinsichtlich der Verteilung über die Textsorten. Die hier vorgeschlagene Gliederung unterliegt folgenden Kriterien: 1 auf messbar gerade Bezugsverhältnisse bezogen; 2 charakterisiert Bezugsgegebenheiten (Handlungen, Haltungen, Qualitäten, Wissensbestände), die der sozialen und rationalen Erwartung entsprechen; in 3 folgt die Charakterisierung des menschlichen Orientierungsraumes nach der Dichotomie
recht / link
; in 4 bis 14 folgen nacheinander Sonderbereiche, die als
recht
charakterisiert werden; diese sind: die rechtliche Norm (5 und 6), die sittliche / moralische Norm (7), die als
gerecht
tropisierte Seins- und Wesensform Gottes (8), die sprachliche Richtigkeit (9), die Faktenwahrheit (10), die psychische Empfindung (11), die Wahrnehmung (12), die Zeitperspektive (13), die Norm der Natur (14); 15-18 betreffen Steigerungs- und Bestätigungsverhältnisse; alle Ansätze stehen in offenen Übergängen zu je anderen.
1.
›gerade, nicht krumm; eben‹ (räumlich gesehen; allgemein); im Einzelnen: ›senkrecht, im geraden Winkel, aufrecht‹ (geometrisch, relational von der Positionierung von Körpern, Linien oder Flächen zu einer anderen Bezugsgegebenheit gesagt); in verschiedene Richtungen ütr.: ›wohlgeformt, gerade‹ (als ästhetische Kategorie); ›geordnet, nicht chaotisch‹ (als Ordnungskategorie); hoch frequent in Wegmetaphern: ›auf geradem Wege, direkt, ohne Umwege; ungehindert; zielführend, richtig‹ (im Hinblick auf das Erreichen eines Zieles); basierend auf der Vorstellung, dass direkte Wege und Straßen die kürzesten und besten sind: ›richtig, zielführend, moralisch richtig, Glück oder Heil bringend‹; dann offen zu 2; basierend auf der Vorstellung eines Scheideweges und dem Glauben, dass der
rechte
Weg der richtige ist; dies auch anschließbar an 3.
Phraseme:
der rechte weg, die rechte ban / strasse
.
Bedeutungsverwandte:
,
1
,
1
 1,
2
(Adj.) 12, ,  2,  4, (Adj.) 1.
Gegensätze:
, (Adj.) 1, , , (Adj.) 1, (Adj.) 3.
Syntagmen:
der winkel r. sein, etw. inwendig r. sein / stehen, etw. r. von got sein
;
die himelszeichen r. aufgehen, j. holz r. legen, die stiege r. machen, etw. r. am strich bewären, j. r. zu jm., auf der brücke gehen
;
der rechte rücke / steig / winkel, die rechte liedmasse
.
Wortbildungen:
rechtdrehbäumig
›von geraden Linien begrenzt‹,
rechteckecht
,
rechtmässigung
›Gleichförmigkeit‹ (dazu bdv.: ), ˹
rechtortig
,
rechtwendig
,
rechtwinklig
˺ ›rechtwinklig‹ (dazu ggs.: ).

Belegblock:

Mendthal, Geom. Culm. (Hs. ˹
preuß.
,
A. 15. Jh.
˺):
[von der germose] daz etlych geren adir drywynkelecht velt, daz yst alleyns, hot eynen rechten winkel, etlyches eyn stumpen winkel, der do grosser yst wen der rechte winkel.
Dy czwene winkel a vnde b sullen recht syn. Strecke eynen rechtenwinkel drebom von dem stumpen winkel c uf dy syte a d, unde der drebom heyse c e.
Dy wennechtyn geuilde synt dorvmme swer czu messen, das sy nicht glyche runt adir rechtdrebomyk vmmegehen als eyn vmme*reyte.
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
161, 6
(
preuß.
,
1405
):
10 sc. an 4 d. 12 knechten, die die delen im graben abeluden und recht legeten.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 22
(
rhfrk.
,
um 1435
):
[Des keyssers dochter] hat gar eynen schonen lyp vnd gude gelider in rechter lydemasse.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
Ir lieben brudder, gehet hen | zu Jhesu recht, fraget en, | abe [...].
Perez, Dietzin
1, 323, 19
(
Frankf.
1626
):
Warumb kehrestu dich nicht wiederumb auff den rechten Weg?
Schmitt, Fachprosa
23, 10
(
omd.
A. 15. Jh.
):
Es en mus ouch dorvmme nicht virkant syn das velt, das do wirt gemessen mit virkanten tafiien, wen geer velt vnde alle velt, sy syn rechtwendik, cirkelwendik adir krumpwendik.
Eggers, Psalter
10, 25
(
thür.
,
1378
):
Min hulfe ist recht von gote.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. (
osächs.
,
1343
):
bereitet den wec des herren und machit recht sine stige
[
Luther
1529/1545:
richtig
].
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
die *Sonne*finsternuͤße auß zuwickeln; durch ein einige Logistische multiplication, [...], in einem vorgegebenen recht wincklichten dreyeck / den erfordertern oder unbekandten theil suchen.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1523
/
5
):
das vier vngleich linien vier vndgleych winckel machen, verste: recht anglich winckel.
Voc. Teut.-Lat.
aa vv
(
Nürnb.
1482
):
Recht das nit krump ist. rectus directus erectus. [...]. Rechterwinckel odʼ rechtortig.
Sachs (
Nürnb.
1531
):
Des ich erschrack im hertzen mein | Und gieng ein engen holtzweg ein, | Mich von der rechten straß abschlug, | Der mich weyt in dem holtz umb trug.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Symmetria, Commensuratio, Rechtmæssigung vnnd gleichfœrmung.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
die weil sie [Justitia] die Gottlosen straffet, vnd dadurch zum rechten weg vnd ihrer Bekehrung zu weisen begehret.
Maaler (
Zürich
1561
):
Ein Abtraͤttung vom rechten waͤg / irrung.
Sappler, H. Kaufringer
26, 7
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
das sind die rechten strass und steg | und die allernechsten weg. | die zuo der himelporten gent.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
Es sind ochsen zuͦ kouffen jung, gefiert [...], mit ainem rechten unnd oͤbnen rucken.
Heydn. maister
325, 19
(
Augsb.
1490
):
Jch hã keĩ vndʼschid wo jch stirb / dẽn an alle endẽ istt dʼ recht weg in die hell.
Rot
285
(
Augsb.
1571
):
Aberrirn, weit abtretten [...] jrrgehn / verfehln [...] ab der rechten ban kommen.
Rauwolf. Raiß
17, 18
([
Lauingen
]
1582
):
darmit fuͤhren wir vnserem rechten weg nach für die Jnseln Calderon.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
diu slang ist unpiegleich, [...], sam Isidorus spricht. diu slang macht allezeit den rehten weg, also daz si niht peiwegig ist. [...] diu cenker sleift allzeit an dem rehten steig.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 64
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Keuschlichem leib | gab recht lidmass die modelscheib.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
327
(
oobd.
,
1607
/
11
):
3 schöne stuckh von den bessten rhabarbare, ligen in einem rechteggeten metallin indianischen [trühlein].
Ebd.
866
:
man ker sie [kuglen] über sich oder under sich, so verschit man kein öl daraus, stehn alzeit inwendig recht.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
42, 28
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Darumb haizzent die vorgenanten sehs himelzaichen reht aufgende, und die andern schilhend oder schelch.
Karnein, de amore dt.
164, 325
(
moobd.
,
v. 1440
):
Was valsch möcht vnerkannt in silber sein, wann man es wol versücht vnd recht am strich bewärt oder im test abtreybt.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
1, 11
(
tir.
,
1464
):
das wir haben ein liecht, das vns vor ge vnd vns weisen sei den rëchten weg, das wir vns nicht stossen.
M. Cunitia. a. a. O. ;
Martin, H. v. Sachsenh. Jesus
134
;
Brévart, a. a. O.
43, 12
;
14
;
Vgl. ferner s. v.  3,  2.
2.
›richtig, einem Regelsystem gemäß, korrekt; einer Erwartung gemäß so, wie es sein soll, einer vorauszusetzenden natürlichen, aber auch oft idealen Ordnung entsprechend, auf die rechte Weise‹ (allgemein); extensional mit verschiedenen Ausfächerungen: ›richtig, genau, einem erwarteten Sollzustand entsprechend, nach den nötigen oder üblichen Bedingungen, gemäß der jeweiligen Anforderungen, ordnungsgemäß vollzogen, kompetent, effizient, zielführend‹ (bezogen auf Handlungs- und Geschehenserwartungen, darunter u. a. von handwerklicher Tätigkeit, Kunstfertigkeit, von der Durchführung von Ritualhandlungen); ›angemessen, erwartungsgemäß; situationsadäquat, angenehm, passend‹ (bezogen auf individuelle Ansprüche und Erwartungen, auch von einem Ehemann gesagt); ›echt, einem Qualitätssoll gemäß, nicht gefälscht‹ (bezogen auf die Qualitätserwartungen von Gegenständen); ›passend, bequem‹ (von Kleidungsstücken); ›richtig, zutreffend‹ (bezogen auf Wissenstatbestände bzw. auf allgemein anerkanntes, zeitgenössisch akzeptiertes Weltwissen); ›rechnerisch korrekt, mathematisch genau, richtig‹ (von Rechenhandlungen und numerisch zu fassenden Größen, z. B. von Maßen, Gewichten und von der Temperatur); ›gemessen an einem idealen Kaufwert billig, zu einem fairen Preis‹; im Phrasem
rechte masse
auch ütr. gebraucht;
vgl. (
das
24711.
Phraseme:
die rechte masse
;
recht tun
›sich e. S. wegen angemessen, situationsadäquat verhalten, sinnvoll handeln‹;
jm. etw. recht sein
›es gefällt, passt jm., es ist jm. angenehm, kommt ihm entgegen‹;
es jm. recht tun
›js. Erwartungen erfüllen, jm. gefallen‹;
etw. nicht recht zugehen
›etw. nicht mit rechten Dingen zugehen, unverständlich sein‹.
Bedeutungsverwandte:
 2, ,  1,  13, , ; vgl.  2,  1.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B.
grössen
)
r. sein
,
j. r. erschaffen sein
;
etw. r. abrechnen / geben / gebrauchen / machen / nähen / nennen, jm. mit etw. r. dienen
;
der rechte fug / gang / grif / segen, die rechte grösse / heilung / kunst / mensur / sonne, das rechte geld / mittel, rechte dreiviertel
.
Wortbildungen:
rechtfügen
›passend machen‹,
rechtfügig
›passend, bequem‹ (dazu bdv.:  13,  1,  12).

Belegblock:

Luther, WA (
1531
):
dem bier ist recht gegeben, darumb giehrt und scheumet es so wol [...] alle schande und laster heraus.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
31, 30
(
Frankf./O.
1557
):
Gleich wie wiederumb ein ding recht gebrauchen heist / wenn mans [...] nicht wider Gottes willen [gebraucht].
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Nû ist dem menschen gar reht, der in tugenden lebet, [...], daz die tugende wæren in gotes herzen.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
279
(
mrhein.
,
um 1335
):
Ich han gesundet alzu vil | vber aller rehter maze zil.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
Aller hande alder und aller hande vernunft sollen ir rechte masze haben.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
52, 6
(
Frankf.
1535
):
Von Polierung allerhandt Edelgesteyn / rechter Kunst.
Schwartzenbach (
Frankf.
1564
):
Bequem. Rechtfuͤgig. [...]. Geschicklich. Tuͤglich. [...]. Fuͤglich. Ferrtig / gemeß.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
106, 3
(
Frankf./M.
1568
):
Wir schlagen nach der Tablatur / | Nach der Noten rechter Mensur.
Ebd.
115, 14
:
Einer dem andern dienen sol | Mit seiner arbeit recht vnd wol.
Perez, Dietzin
1, 322, 13
(
Frankf.
1626
):
Welche junge Knaben dem Sauffen nachhengen / die [...] werden traͤg vnd erlangen keine rechte groͤß.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
Die Folter kann nicht das rechte Mittel sein / die Warheit dardurch zu ergruͤnden.
Ries, Rechenb.
A 4v, 2
(
Erfurt
1522
):
Wiltu probirn Ob du recht gemacht hast / so nym eyne zal nach der andern von dʼ heubtsum [...].
v. Tscharner, Md. Marco Polo
23, 25
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
do umme dy czit ist das wetir getempirt czu rechtir moze.
Ermisch, Sächs. Bergr. (
osächs.
,
1509
):
sall der bergkmeister rechte mas gebenn und [...] außruffen lassen.
Opitz. Poeterey
17, 1
(
Breslau
1624
):
[jemand der] in den griechischen vnd Lateinischen buͤchern nicht wol durchtrieben ist / vnd von jhnen den rechten grieff erlernet hat.
Langen, Myst. Leben
164, 33
(
nobd.
,
1463
):
also daz der kranck gedenck: wye wirt dein weib, / dein kinden [...] geschehen, du hast sy nicht recht versehen.
Gille u. a., M. Beheim
262, 79
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
dein wunder ist so wunderlichen schein, | daz es nach rechtem fuge | kain menschlich hercz vol trachten kan.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
So ist er schon hin vnd verschwunden, | Wiewol er hart ist gwesen bunden. | Fürwar die sach geht nicht recht zu.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
2286
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Der bruͦder [...] | Vnd thett mit gbaͤrden nieman recht, | Treib wunder bossen worlich vil.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
sein etlich Frawen, die verkert Adelheit, denen niemans recht kan thuͦn.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 278, 15
(
Hagenau
1534
):
da sagt er / Wachset und meret euch / das ist der recht segen uber vatter und muͦtter.
Sudhoff, Paracelsus (
1591
):
iliastrisch ist das rechte silber, aber cagastrisch ist das kazensilber, oder iliastrisch ist ein rechter prophet und cagastrisch ist ein falscher prophet.
Fuchs, Murner. Geuchmat
5, 18, 12
(
Basel
1519
):
ich thuͦn mynen sachen recht / so offt ich vff ein gulden kum / laß ich eyn ring machen.
Enders, Eberlin (
Basel
1521
):
die [...] maͤssen auß die lenge des faͤgfewrs [...] vnd zelen ab jar, monat [...] haben auch kein zwyfel dar an, es sy recht ab gerechnet.
Wyss, Luz. Ostersp.
6445
(
Luzern
1545
):
Myne tuben sind ouch feist, jung vnd guͦtt. | hand ir zekouffen in vͦweren muͦtt, | so will ichs gen in rechtem gellt.
Ebd.
3, 54, 22
(
1616
):
Adam vnd Eua, vnser Gschlecht, | von Gott erschaffen wol vnd recht.
Maaler (
Zürich
1561
):
Rechtfuͤgig / Bequem. Dignus [...]. Rechtfuͤgen. Accomodare. Sich Rechtfuͤgen Subseruire. Rechtfuͤgigklich.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
374
(
Genf
1636
):
recht / das sich schickt / koͤmlich / bequem [...]. Das Kleyd ist mir eben recht.
Sappler, H. Kaufringer
5, 171
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er vorcht, die fraw wurd es gewar, | das er nicht der rechte was.
Ebd.
16, 209
:
das man nicht recht sprech die wort, | das der tauf auch werd zerstort.
Kohler, Ickelsamer. Gram. (wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
das wie von diser lesekunst also von allen künsten, [...], kain rechter gewiser verstand oder brauch, künd sein.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
42, 8
(
oobd.
,
1. V. 15. Jh.
):
Welch juncfraw ir cranckait zu vil hab, [...], die nem lilgen wasser [...]: so gewint sie die cranckait zu rechter maß.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
623
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 quadretto, soll von einem Maglender mit der nadel uff beiden seitten recht geneiht sein.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
E. 15. Jh.
):
wie ain wirt ainen wein aufthuet, also sol er pleiben und theurer nit aufthan werden, aber rechter mag er in woll geben.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Zuelest lernt die geometrei, wie recht sein söllen alle größ [...]; wie man alle ding außmessen [sol].
Moscouia
B 1v, 27
(
Wien
1557
):
Die Slauonische / das ist / die Windisch sprach / welche jetzo gemainelich aber nit recht Sclauonisch genent wird.
Paul, Wb. Bergmannsspr.
1987, 140
(
Wien
1571
):
das sy vom Rechten Ganng abgewichen / vnnd durch ain [...] hangendt vnndt ligendt fart [...] wider auf den ganng khumen / vnnd also ain Durchschlag gemacht hetten / so solle solcher Durchschlag / weil Er vom rechten gang außgeschrotten / nit gelten.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
19
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
Beÿ den löchern soll(e)nn gepraucht worde(e)nn rechte dreÿ vierteill pawm Eineß laffters.
Ries, a. a. O.
A 6r, 3
;
37r
, 9;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
143, 15
;
v. Keller, a. a. O. ;
Roloff, Brant. Tsp.
1718
;
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
226v, 20
.
Vgl. ferner s. v. .
3.
›rechts, im menschlichen Orientierungsraum nach der Sehrichtung rechter Hand‹; oft bezogen auf die Schwur- oder die Segenshand.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘ sowie berichtende Texte.
Phraseme:
˹
rechter hand, auf die rechte hand, gegen der rechten, zur rechten, zur rechten hand
˺ ›rechts, nach rechts, auf der rechten Seite‹;
die rechte hand auf etw. tun
›schwören‹;
sich die rechte hand geben
›jn. begrüßen‹ (als Friedenszeichen).
Bedeutungsverwandte:
 2, .
Gegensätze:
 1,  1, ,  1; vgl. .
Syntagmen
jn. bei der rechten hand nemen; der rechte backe / fus / arm / schacher / staden, die rechte brust / hand / seite / schulter / wange, das rechte auge / tor
; subst.:
die rechte gottes
.
Wortbildungen:
rechtenhalb
›rechts, auf der rechten Seite‹, ˹
rechtseitig
,
rechtseitiglich
˺.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Peter san sin swert zoh | und sluc eime ubelen schalke, | [...] | rehtenhalb das ore abe.
Luther, WA (
1538
/
40
):
Aber wir sollen schlechts und rechts einhehr gehen und wider zur rechten noch zur lincken zu sehr weichen.
Ders. Hl. Schrifft.
5. Mose 2, 27
(
Wittenb.
1545
):
wo die strasse gehet / wil ich gehen / Jch wil weder zur Rechten
[
Mentel
1466:
zeswen
]
noch zur Lincken ausweichen.
Ebd.
Mt. 5, 29
:
ERgert dich aber dein rechts Auge / So reis es aus [...]. Ergert dich deine rechte
[
Mentel
1466:
zesems
]
Hand / So haw sie abe.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
528, 681
(
Magdeb.
1608
):
Fuͤrst Reißmehlsack [...] | Hielt sein Spieß in der Rechten Hand / | Vnd fasset mit der lincken den Degen.
Ebd.
577, 2262
:
Als sie jhm das versprochen hatten / | Auch jhre rechte Hand drauff thaten.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
[daz Kristus] sitzet ze der rehten hant des vaters.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
daz der Rin unde di Lane ober iren rechten staden in di hohe gingen.
Chron. Köln (
rib.
,
1400
):
so was die gelaissewinster mit deme steinwerk, de steit zer reicher hant as man kore up geit.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
Alle gewalt ist mer gesant | von mynes vatters recht hant!
Feudel, Evangelistar
19, 21
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
alse du gute werk tuz, so wizze nicht dyne lynke hant waz dy rechte hant tut.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
ob dich îmant slêt an dîn rechte
[
Mentel
1466:
zesems
]
wange, bût ime ouch daz andere.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
4, 12
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
ir konig wirt geborn stetis mit eyme czeychin eynis adelaris in gedrukt in dy rechte scholdir.
Mathesius, Passionale (
Leipzig
1587
):
Darnach wird er herrlich zur Rechten GOttes erhoͤhet werden.
Voc. Teut.-Lat.
aa vjr
(
Nürnb.
1482
):
Rechtseytlich odʼ zurrechtenseytẽ odʼ rechtseytig.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
ach lieber got mine rehte hant die sol noch húte dich bezeichen, [...], so sol aber mine lirke hant mine krancke boͤse nature bezeichen.
Ebd. :
Do gieng ich do der vnd det mine lirke hant in mine rehte hant vnd sprach: se rehte hant, enphahe hv́te eine gelúbede an gottes stat.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
35, 3
(
els.
,
1362
):
Herre, ich bitte dich das du gebest disen gemecheden den segen dinre rehten hant.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Rechts vnd lincks.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
ritten die beyde Helden freundlich gegen einander zu, gaben sich die rechte Hand.
Schmidt, Rud. v. Biberach
3, 18
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Sin lingge hant ist vnder minem hoͮbte, aber sin rechte hant wirt mich vmbevahen.
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
212, 7
(
schwäb.
,
1363
):
Eidesleistung der Frauen
die gelingen hand uf die rehten brust legen sölt und mit der gerehten hand ainen gelerten ayd [...] sweren sölt.
Morrall, Mandev. Reiseb.
28, 6
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
da gat man des rechten von orient gen septemtrion.
Rauwolf. Raiß
18, 30
([
Lauingen
]
1582
):
Dieweil wir aber zuͦ weit auff die rechte gefahren / muͦsten wir biß inn Cypern zukom̃en / die Nacht vnd volgenden Tag zuͦbringen.
Karnein, Salm. u. Morolf
11, 3
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
196, 4
;
Schmitt, Ordo rerum
728, 19
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
16, 22
;
Thür. Chron.
8r, 2
;
M. Cunitia. Ur. Prop. ;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
185, 24
;
v. Keller, Ayrer. Dramen ;
Ott-Voigtländer, Rezeptar
205r, 4
;
208r, 18
;
Williams u. a., a. a. O.
820, 31
;
Päpke, Marienl. Wernher ;
Stammler, Berner Weltger.
74
;
Bachmann, Haimonsk. ;
Wyss, Luz. Ostersp.
9008
;
9180
;
Haszler, Kiechels Reisen ;
Rauwolf. a. a. O.
12, 22
;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
116
;
1033
;
Bremer, Voc. opt.
1163
;
Moscouia
D 2v, 3
;
Vgl. ferner s. v.
1
 1,  2, (
der
4.
4.
›gerecht, gemäß rechtlichen Normen (im Sinne einer alle gleich behandelnden weltbezogenen Gerechtigkeit)‹ (allgemein); speziell: ›rechtmäßig aufgrund sozialer, juristisch abgesicherter Übereinkunft, gesetzeskonform‹; ›richtig im Sinne von Recht und Ordnung, erlaubt‹; ›rechtskräftig legitimiert, vertraglich festgesetzt‹ (von Abmachungen, Terminen u. Ä.); ›vertragsgemäß; vertraglich oder rechtlich zu etw. verpflichtet‹ (z. B. zu Abgaben oder Dienstleistungen); ›einer juristisch zu beurteilenden Handlung, z. B. der Beurteilung einer Straftat, angemessen‹; am ehesten hier anschließbar: ›rechtmäßig, eigentlich, mit den rechtmäßigen Legitimationen im Unterschied zu Nachahmungen oder Konkurrenzen‹;
offen zu 7; vgl. (
das
2511.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, auch berichtende Texte.
Phraseme:
recht und redlich
›juristisch wie moralisch rechtmäßig‹.
Bedeutungsverwandte:
,  1,
1
(Adj.) 2b; 7, ; vgl.  4.
Gegensätze:
, (Adj.) 23.
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
(nicht) r. sein
;
j. r. faren / richten / tun / urteilen, etw. r. teilen, jm. r. geschehen
;
der rechte fasttag / friede / fürst / kauf / markt / richter / stollen / zins, die rechte gewere / gewonheit / hochzeit / klage / sache / teilung / forderung, das rechte gericht / kaisertum / krone / reich / recht / urteil
.
Wortbildungen:
rechtläuftig
›rechtsüblich‹ (dazu bdv.: vgl.  12).

Belegblock:

v. Bunge, Livl. UB
4, 179, 15
(
nrddt.
,
1397
):
[das wir] bestetigen [...] alle recht [...], de in [...] in recht und redelich gescheen.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
recht alsam kan neman tuͦ rechte dicheine margraf
e
scap geteilen.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Zu Collen qwam ein man in gastes wise, der wart mit rechtem gerichte alda bekomert umb lip unde gut.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
123, 23
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Herre sprach der twerg / jr sollent eyn rechter richter syn.
Ebd.
163, 33
:
dar vmb geschehe vns etwas / so geschehe vns sere recht.
Koeniger, Sendgerichte (
rhfrk.
,
um 1450
):
Der erste sent heisst der erste und recht sent, der ander heisst der afftersent.
Köbler, Ref. Wormbs
222, 11
(
Worms
1499
):
Wolten aber odʼ moͤchten sie nit bewysen vñ begerten an die Person in der gewalt oder verwarũg die güter gewesen zuthuͦn den Eide rechter teylung.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
Ir vaste sal die priolen brechen durch die geste, iz insin dan rechte vastedage die man gebrechen inmoge.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
Ich bin ein richter heregestalt | [...] | daß ich sale richten recht.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
Herr, ich weiß wol, daß diß, so E. L. jetzo vermeldt, billich vnd recht ist, aber das vnrecht, so E. L. mir thut, ist dero vnentschüldiglich.
Feudel, Evangelistar
37, 6
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Lazet uwir urteilen nach deme antlicze, sundir urteilet rechte nach dem gerichte.
Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
Ab man gesten, dy nicht dingpflichtig [...] sint, [...] eyn ding hegen sulle bussen rechtem usgelegetem dinge, daz ist von virczen tagen zcu XIIII tagen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
6, 8
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Wir wellen beweisen, das wir [...] rechte faren in der werlt: niemands adels schonen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
243, 17
(
thür.
,
1474
):
nach luwte syner briffe unde wy rechtloufftig unde gewonheyt ist.
Ebd.
248, 14
:
Sintdemmal her gud hore uffbyten, daz syn gud sy, wy er daz vorantwerttin addir vortrettin solle, daz er recht thu unde nicht unrecht.
Ebd.
258, 5
:
moget ir darnach irkennen, waz recht ist.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
82, 14
(
nobd.
,
1372
):
daz daz dorfreht solt vor andern sachen vorgen, und wer reht und gewonlich, daz der lehen(herre) mit sinem reht soͤlt nachvarn.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 48, 33
(
nobd.
,
1464
):
ir recht gult, die sie schuldig sint der herrschaft, schlahen sie auf der herrschaft bawern.
Dietrich. Summaria
22v, 34
(
Nürnb.
1578
):
Es ist nicht recht / das du deines Bruders Weibe hast.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
do entsattent und beroubetent die vorgenanten fürsten von redelichen sachen, mit rehtem urteil, kunig Adolfen des romeschen riches.
under den allen so sint vier grosse und rehte rich oder keysertuͦm gewesen.
Noch dis keysers tode, wan des keysers sun noch do ein kint was, do rihtete sine muͦter das rich us wol und reht.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
So sol ein keiser [...] sich in dem wider schin der gottheit, das ist mit der rechten gewonheit glich dem armen als dem richen sich lossen erkennen: So ist er ein irdischer gott.
Roder, Stadtr. Villingen (
önalem.
,
1573
):
Welcher zue ainem richter genomen würdet, der soll schwören ainen aidt [...], dem armen als reichen gleich und recht zu richten.
Rennefahrt, Statut. Saanen (
halem.
,
1401
):
dirre vorgeschribnen dingen aller zuͦ [...] rechter gezuͥgnuͥsse so haben wir [...] uͥnsre ingesigele fuͥr uͥns geheissen henken an disen brief.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1533
):
[wie] die weber von Sant Gallen [...] garn, korn oder anders koufen und nit uf den rechten marck komen laussen.
Wyss, Luz. Ostersp.
9102
(
Luzern
1545
):
Pylate, wie gfalt dir der man? | hannd wir im recht old vnrecht than?
Sappler, H. Kaufringer
14, 399
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
[si] fraugten in [...] | was da sein geschäfte wär. | [...] | wann er fuort nit rechte sach.
Ebd.
712
:
es geschach des ritters knecht | umb seinen valschen rat gar recht. | der muost hangen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
[9 minch] suͦngen ain ampt zu Unser Frauen in dem neuen kor, als das recht ampt aus was.
dan es was kain rechte hochzeit. der pfaff was ewangelisch.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1340
):
Swer an dem andern einen rechten vrid pricht [...], der selb ist dem gericht verfallen.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
163, 4
(
moobd.
,
1343
):
[daz wıͤr] vnser zwên hoͤf [...] Andrê [...] recht vnd redlich, fuͤr rechtev̂ ledigêv lehen kæûfflich ze kâuffen geben haben.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
61, 26
(
moobd.
,
1400
):
darumb mir auch ain rechts recht nach meiner schuld und tatt widervaren weͣr und auch darumb verhefft und bechumert pin gewesen in solicher weiz, als recht waz.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Diser kaiser ist ain strenger rechter fürst gewesen.
Meisen u. a., J. Eck
28, 17
(
Ingolst.
1526
):
Ich gib aber euch zuͦ ermessen, ob ir recht gethan, dann ir ewernn glübt brichtigen predicanten gestat habt [...].
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
74
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
sollen si Achtung haben ob d(er) Weg(er) vnnd die Thorwartel Ihr Einemmen recht einantworttenn.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
40, 8
(
mslow. inseldt.
,
1567
):
Das er auch die Stelle, da der rechte Marchśtein hat śtehen śollen, nicht habe gewueśt.
Piirainen, Igl. Bergr.
22b, 35
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
Von dem Rechten Erbenhafftigen Stollen, wer da gehört.
Wunderlich, Fierrabr.
147, 15
;
Grosch u. a., a. a. O.
257, 3
;
Sermon Thauleri
9vb, 7
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
14, 6
;
56, 61
;
Schnelbögl, Salb. Karls IV.
66, 1
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 21, 21
;
UB Zug
2184, 28, 6
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
1053
;
Müller, Stadtr. Ravensb.
62, 28
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Hör, Urk. St. Veit
112, 12
.
Vgl. ferner s. v. ,  2,  1,
2
 2.
5.
›rechtmäßig zu etw. befugt, berechtigt, berechtigten Anspruch auf etw. habend‹ (von Berechtigungen, Anerkennungen allgemein); speziell: ›rechtmäßig jm. gehörend, jm. zustehend, gebührend, verdient‹ (von Besitz, verdientem Lohn, Abgaben); ›aufgrund rechtmäßiger Legitimation in Amt und Würde, mit bestimmten Handlungsvollmachten, mit (allen) Rechten und Pflichten ausgestattet‹ (z. B. von Standeszugehörigkeit, Ämtern, Lehen u. Ä.); auch: ›wie es jm. aufgrund seiner Stellung gebührt‹ (von Respekt- und Anerkennungshandlungen);
im Hinblick auf erbliche Herrschaftsämter offen zu 6; vgl. (
das
4567.
Phraseme:
jm. recht tun
›jm. tun, was ihm gebührt, sich angemessen gegen jn. verhalten‹.
Bedeutungsverwandte:
,  4; vgl.  1.
Gegensätze:
(Adj.) 3.
Syntagmen:
etw. r. sein, j. dem reich der himmel (nicht) r. sein
;
jn. r. wälen
;
der rechte bürger / herre / keiser / landesfürst / vormund / leitestab / lon, die rechte ansprache / gewere / (herren)gülte / zugehörung, das rechte leibgedinge / lehen / vaterland
;
in rechter weise
.
Wortbildungen:
rechterkoren
›rechtmäßig gewählt, in ein Amt eingesetzt‹,
rechtgesezt
›legitimiert‹.

Belegblock:

Valli, Baldemann
413
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
Alle lant wern undertenig | In, tetin sie mir rechte.
Feudel, Evangelistar
14, 3
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
nymant der den phluk in dy hant nymet unde syt sich umme ist recht deme riche der hemele.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
5, 13
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
darinnen mir mein rechte fürender leitestab unbarmherziglichen aus den henden wart gerücket.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
Gêt ouch ir in mînen wîngarten, und waz recht wirt, daz gebe ich ûch.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Bautzen
1567
):
O Gott Schoͤpffer wir dancken dir, | Vnd loben dich rechter gebuͤr.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica (
schles. inseldt.
,
1456
):
har auch necht ist czu eynem rachten vormuͤnden von dan kindern aws irkorn.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
114, 36
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
wan die hubner ein geschworne knecht bezalen, das sie ledig und laß sein ire gulte, und umb die rechten herngult ist ein buttel zu pfenden.
Franck, Klagbr.
222, 17
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
das den zehend von der woll / milch / honig [...] fordern sy gleich mit gewalt als ir recht vnd billich zugehoͤrung.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
Cuͦnrat und Heinrich, die zalt man nüt für rehte keiser, wande sü von dem bobest nüt gekronet wurdent.
[künig Karle] wart do reht enpfangen also ein künig.
wan die cardinale erweletent zuͦm ersten disen Urbanum reht und erweletent donoch einen andern mit unrehte.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
wann ihr mir meinen rechten titul geben wollet, so sagt nicht, dieser ist ein besessner Mänsch.
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1367
):
verleiht er
burg und stat [...] ze rechtem lechen [...], als wir es ze rechtem lechen hatten.
Merz, Urk. Wildegg
106, 1
(
halem.
,
1536
):
Christoffel Efinger, seßhaft zuͦ Wildegg, als rechtgesetzter vogt Hans Heinrich Efingers, [...] verpflichten [...].
Ebd.
115, 2
(
1551
):
Hanns Ludwig Mundpratt [...] vnnd Hanns Heinrich Efinger [...] beid als rechtterkoren verordnette fürmünder vnd voͤgtte.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
25, 16
(
Zürich
1521
):
das ein jetlicher im selbs gewunnen gibt / vermeint er hab ein rechte eerliche ansprach / ein gegründte vrsach / dar durch er verhofft on zü lygen.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
411, 31
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
alse vergelten den rehten lon umbe daz ding, daz man von etwem enphangen hat.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1559
):
[Wir] schweren Euch [...] unserm allergenedigisten, rechten herrn, getreu und gehorsam zuͤ sein.
Rauwolf. Raiß
44, 17
([
Lauingen
]
1582
):
das jhnen nit zuuil ist / der jhenigen zeugknussen / so andere auß neyd anklagen / vmb geschenck vnd gaaben willen für recht und guͦt zuerkennen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
28, 36
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
der engel cherubin, | [...] | der lat alle nu darein [paradeis], | die dar komen in rechter weis.
Ebd.
32, 35
:
so gib nicht scheusleich qual | den sündern umb iren fal, | sunder gib rechten gueten lon.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
wiewol er rechter herr und lanndsfurst des lanndes was.
Niewöhner, Teichner
564, 2257
(Hs. ˹
moobd.
,
n. 1400
˺):
so ye verrer laufft ein man | von seim rechten vaterland, | so ye grozzer wirt sein and.
Lampel, Qu. Wien
1, 8, 501, 34
(
moobd.
,
1608
):
sollen solche [burgerssöhn] alsobalden nach der verehrung für recht burger erkent [sein].
Mon. Boica, NF.
2, 1, 21, 21
;
48, 33
;
Sappler, H. Kaufringer
14, 724
;
Grossmann, a. a. O. ;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
150, 11
.
Vgl. ferner s. v.  3.
6.
›in anerkannten verwandtschaftlichen, freundschaftlichen, generell: sozialen Beziehungen zu jm. stehend, rechtmäßig, legitim; leiblich‹ (allgemein); speziell: ›rechtmäßig, legitimiert aufgrund sozial anerkannter Verwandtschaftsverhältnisse, z. B. der Ehelichkeit (s.  2), nach den Ehegesetzen legitimiert‹; ›rechtmäßig aufgrund leiblicher Geburt (s.  3)‹ (vom Rechtsstatus und Ehrenstand der Abstammung, damit verbunden: im Besitz von Rechten wie Erb-, Zeugnisfähigkeit); ›leiblich, blutsverwandt; von gemeinsamen Eltern geboren (s.  3)‹ (bezogen auf die Familen- und Verwandtschaftsverhältnisse); ›jm. rechtmäßig zustehend, berechtigt aufgrund legitimierter genealogischer Erbfolge‹ (von erblichen Herrschaftsverhältnissen); eng anschließbar an 5;
vgl. (
das
511.
Mehrfach berichtende und rechtsbezügliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
 23,  2, (Adj.) 2,  7; vgl.  1.
Gegensätze:
 2.
Syntagmen:
r. zu der ehe kommen
;
der rechte ehefreund / ehevater / erbe / (landes)herre / vater, die rechte ehe / freundschaft / geburt / königin / mutter, das rechte erbe, rechte brüder / geschwisterkinder / leibeserben
.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn (
Wolfenb.
1594
):
ich stehe auch nicht so recht mit jhr.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
an deme hobete is bescheiden man vnd wif, de rechte vnde eliche zuͦ erer E comen sin.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
waren di egenanten hochgeborn fursten [...] zweier rechter gesuster kinde.
Wir bekennen unde halden unsern junghern von Limpurg vur unsern rechten geboren herren, der zu der herschaft von sinen aldern, unsern herren seligen, geboren ist.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
junfrowe, ir [...] | [...] soilt dragen mins riches crone. | uch wil ich hain zo reichtem wive.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
143, 21
(
rhfrk.
,
um 1435
):
wollest das kint behüden / vnd yme widder in recht erbe helffen.
Harms u. a., Alberus. Fabeln
36, 35
(
Frankf./M.
1550
):
Jst nicht war (sprach er) das ein rechte mutter jhrem kind viel mehr guts thut / denn ein stieffmutter?
Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
sprechen dy ersten des mannes kindere, ire rechte muter hette ir stiffmutter eyn kint usz der touffe gehabin, unde sy mochte nicht rechte ee besiczen mit irem vater.
Küther, UB Frauensee
132, 38
(
thür.
,
1357
):
Ich Heincze von Byenbach und alle mine rechten erben bekenne uffintliche an disem keinwertigen brive [...].
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
145, 2
(
thür.
,
1474
):
Als dy frouwe met uns genanten recht geswisterde kint von vater unde muther rechter unde elicher geburt gewest ist, so [...].
Franck, Klagbr.
227, 5
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Das die huͦrenkinder vnnd banckart die rechten erben / vnd eelich geborn enterben.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
kint mins, stos dis fingerlin dime gespvnzen an sinen vinger zuͦ einer rehten frv́ntschaft.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
were das rich bi disem kleyser Otten reht kumen und gerwe an die Dütschen.
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
Begeb sich das der abgestorben an einem teil stieffbruͤder vnd stieffbruͤders kind / am andern teil siner rechten bruͤder von vatter vnd muͦtter kindskind verliesse / So [...].
Sappler, H. Kaufringer
14, 523
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
[die junkfraw] legt sich zuo dem küng vil leis | in der maß und in der weis, | sam si die recht küngin sei.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1499
):
er wer des lands zuͦ Mailand ain rechter erb.
Brandstetter, Wigoleis
193, 13
(
Augsb.
1493
):
jch wil das jr mein schwester nement zuo rechter ee.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Wernher von Scheyren ervordert an den hertzog Hainrichen das hertzogtumb zu Bayren als sein rechtes erb.
Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
Ich gib si zu rechter ee, | eia du verlaß sei nimmer me!
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
51
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
soll d(er)selbig als Ein recht natürlich khind des Sathans an Barmhertzigkhayt gestrafft werdenn.
Wyss, a. a. O. ;
Behrend, a. a. O. ;
Gille u. a., M. Beheim
112, 49
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen ;
Moscouia
D 4r, 15
;
Roth, E. v. Wildenberg .
Vgl. ferner s. v.  3,  2.
7.
›gerecht, moralisch richtig, rechtmäßig, richtig gemäß einer übergeordneten Sitten- und Soziallehre‹ (als sozialanthropologisches wie metaphysisches Handlungsideal); ›richtig, gut, rechtschaffen, tugendhaft, wie es sich gehört‹ (von menschlichen Eigenschaften und Handlungen allgemein); in religiösen Zusammenhängen: ›gottgefällig, fromm, Gottes Geboten gemäß, gerecht im Sinne göttlicher Gerechtigkeit‹ (von Menschen und ihren Handlungen);
dann offen zu 8; vgl. (
das
1711.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
recht und eben
;
schlecht und recht
;
sich auf rechten füssen befinden
›sich moralisch anständig verhalten‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 2,  12, , ,  1345, .
Gegensätze:
(Adj.) 3.
Syntagmen:
j. /etw
. (Subj.)
recht sein, jm. etw
. (Subj.)
r. dünken, j. r. leben, sich r. halten (gegen jn.), jn. r. minnen, etw. r. brauchen / halten / vollenden / zugehen, dem adel, der wahrheit r. tun, r. an etw. tun
;
der rechte krieg / mensch / wandel, die rechte art / sache, die rechten prediger
; subst.:
nichts rechtes leren, den rechten behalten
›erhalten‹.
Wortbildungen:
rechttuer
›gerechter Mensch‹.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe (
Wolfenb.
1593
):
derselbe saget vngeschewet, Meine Fraw hielte sich nicht recht, vnd wenn ich ausgienge, so gienge ein ander ein.
Wie ich euch aber zuuor gesagt, habe ich mein liebes Weib auff rechten Füssen gefunden.
Luther, WA (
1524
):
Deyn eygen hand dich neren sol, | so lebstu recht und geht dyr wol.
Ebd. (
1535
):
Ideo etiam in lege Mosi a deo data darffs flicken und platzen, ghet nicht schlecht und recht zu.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
wil ich der warheit recht tun, | do irkreik got von irste den nam, | daz man in noch heizet Jdidam.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
sô minne ich mînen vriunt rehte, sô ich in alsô als vor gesaget ist, minne.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
175
(
pfälz.
,
1436
):
so ist notdurfftig dem menschen die künst, die dann eynen rechten wandel leret, jn eynem rechten mittel zu wandeln züschen den guten menschen vnd den bösen.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
begrabet en [Jesus] hirlich, | alßo recht ist und zemmelich!
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
138, 13
(
thür.
,
1474
):
daz er in der teylunge syner tochter zcu vorkortczunge yres geborlichin teyls nicht getan [...] hat, daz yr an yrem teyle schaden mochte, sundern sich recht kegen ir [gehalden hath].
Sermon Thauleri
9rb, 4
(
Leipzig
1498
):
vñ must dich [...] demutiglichẽ vnder den torckel des leidẽs williglichen geben tzu leiden durch gotes willen man thu dir recht ader vnrecht.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Swer sine svnde nicht ane sicht, der wenet, das er rechte lebe.
Langen, Myst. Leben
39v, 5
(
nobd.
,
1463
):
[nu] fahet an vnd lernt recht leben.
Reichert, Gesamtausl. Messe
12, 12
(
Nürnb.
um 1480
):
also mag man den herren, wann sie zu velde ligen in einem rechten krige, messe haben [...].
Dietrich. Summaria
19r, 4
(
Nürnb.
1578
):
das der HERR darumb beten heist / das Gott rechte vnd trewe Prediger woͤlle geben.
Ebd.
22v, 34
:
Es ist nicht recht / das du deines Bruders Weibe hast.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
So gehts mit meiner Frauen | Vnd dem München nicht gar recht zu.
Goldammer, Paracelsus
2, 138, 25
(
1530
/
5
):
Weil denn da kein rechte art ist und tugend der obrigkeit, drumb sinds alle irrig.
Ebd.
425, 10
:
daß der überfluß des fressens und saufens bei den jüden, heiden und Türken, noch vil weniger bei uns christen recht und ohne sünd sei.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
625, 26
(
els.
,
1362
):
daz wir [ritter] mit dem swerte die rehte sache wellent beschirmen.
Roloff, Brant. Tsp.
84
(
Straßb.
1554
):
Mein bottschafft will ich recht vollenden.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
derowegen er die pure Warheit außsagen wolte, keinem zu lieb, [...], sondern schlecht vnnd recht, wie einem ehrlichen Teutschen Mann wohl anstehet.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
daz er den rehten mentschen laitet. ain rehter mentsch ist der aim ieglichen ding sin reht git.
Stammler, Berner Weltger.
68
(
ohalem.
,
1465
):
Der rechte wirt behalten, | Des sünders wil got walten.
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
484
(
Zürich
1560
):
Dunckt mich deßhalb ouch recht und aͤben | das eim die sach werd übergaͤben.
Sappler, H. Kaufringer
14, 703
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
der edel künig det recht daran, | [...].
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
nymant helt sie [die ee] als recht were; der ee aigenschaft ist ainperkait, treü und ainig leiblich wesen in rechter stetikait.
Bauer, Geiler. Pred.
99, 12
(
Augsb.
1508
):
wa der [mensch] woͤlt das selb underwegen lassen / daßs er pflichtig tzuͦ tunͦ wͤar [...] der thaͤt daran nit recht / unnd betruge sich selbs.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 151, 28
([
Augsb.
]
1548
):
Ich sehe und hoͤre / das sy nichts rechts leeren / kainer ist / dem seine boßhait laid were.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
was zu Brixen ein bischolff [...], genannt Nicolaus de Cusa, [...], ein geistlich rechttuer, der [...] guetten fleys hett zu seinem volckh mit predigen, guetten ebenpilden.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
85, 46
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Seneca vnd ander naturleiche maister der sitte, die da die lewt manten vnd lernten, recht vnd ersamchleich ze leben.
Palm, a. a. O. ;
Karnein, Salm. u. Morolf
378, 2
;
Vgl. ferner s. v.  3,  3.
8.
›gerecht, göttlich‹ (als absolute Wesensqualität Gottes); bezogen auf den Richtergott des Alten Testamentes: ›gerecht richtend und urteilend‹; bezogen auf Jesus Christus: ›barmherzig, befreiend, den Menschen rechtfertigend, erlösend‹; dazu resultativ auf den Menschen bezogen: ›gerechtfertigt von Gott, frei von Schuld‹; ›gerecht vor Gott‹ (von der Legitimierung menschlicher Handlungen);
vgl. (
das
123.
Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
 910,  26, (Adj.) 1,  45, .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
etw. r. sein
;
jn. r. machen / sprechen, sich r. halten
;
der rechte marner / richter, das rechte gericht / gut
; subst.:
die rechten sich freuen
;
der rat der rechten
.
Wortbildungen:
rechtheit
,
rechtmachen
›rechtfertigen‹ (dazu bdv.: vgl.  6),
rechtmachung
›Rechtfertigung durch Gott‹ (dazu bdv.: vgl.  3).

Belegblock:

Luther, WA (
1535
):
Nihil kanst da zw thun, tantum per gratiam condonatur peccatum, deus wird holt und spricht dich recht.
Dubizmay, kurß zu Teutze
49, 3
(
hess.
,
1463
):
Die rechten frewen sich vor gots angesicht.
Feudel, Evangelistar
18, 3
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Von dynen worten wirdistu recht gemachit unde von dynen worten wirdistu vortumet.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
19, 19
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
der da ist mein, euer und aller werlt rechter richter.
Ebd.
34, 47
:
Ewige lucerne, ewiges immerlicht; rechte farender marner, des kocke nimmer undergeet.
Eggers, Psalter
1, 20
(
thür.
,
1378
):
Von di so stant vf nicht di vbeln in dem vrteile noch di sundere in deme rate der rechten.
Ebd.
4, 11
:
Do ich vn ane rif, da gehorte he mich, der got miner rechteheite.
Anderson u. a., Flugschrr.
22, 5, 22
([
Erfurt
]
1525
):
Goͤttlich wird geneñt alles das gut ist / es sey das recht gutt / oder das weltlich noͤttig gut. Christlich aber wird geneñt / das recht gruͤndlich gut. Exempli gratia.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
588, 20
(
els.
,
1362
):
Herre schepfer himels vnd erden [...] so bitte ich dich daz du mich erlidigest von dirre pin, vnd ruͤffe dich an zuͦ eime gezúge vnd zuͦ eime rechten richter.
Steer, Schol. Gnadenl.
1, 203
(
noschweiz.
,
15. Jh.
):
Wie ist es denne recht, das got ainen menschen hasset von waren schulden vnd den selben menschen zehant minnet als ain gerechten menschen?
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
406, 31
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
so möhte die rehtmachung ouch zuobehören dem, der niht in der sünde were, so er solich gerehtikeit von got enphangen.
Ruh, Bonaventura
327, 11
(
oschwäb.
,
2. V. 15. Jh.
):
ist zewissen, das der stüpffel der gewissen sy recht zefergen oder recht zemachen in betrachtung guͦtz.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Des war maniger frumer herr, [...] umb seynen leyb, err und guet kumen [...], das Gott der recht richter nicht hat haben wellen.
Moscouia
D 3r, 12
(
Wien
1557
):
Darumb du herr vnnd Sun hab die forcht Gottes in deinem hertzen / hab lieb die gerechtigkhait vnd das recht gericht.
Bauer, Geiler. Pred.
90, 13
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .
9.
›dem vorauszusetzenden Regelsystem einer Einzelsprache gemäß‹; speziell: ›orthographisch richtig‹; ›sprachkompetent, stilistisch und rhetorisch angemessen, literarisch kunstgerecht, poetisch kompetent‹; als Spezialisierung anschließbar an 2;
vgl. (
das
5.
Gehäuft didaktische Texte.
Bedeutungsverwandte:
, (Adj.) 1113.
Gegensätze:
, (Adj.) 2.

Belegblock:

Jahr, H. v. Mügeln
1439
(
omd.
, Hs.
1463
):
Theologia wart gelan: | wem sie nach rechtes tichtes sunt | die wirde reichte da zustunt, | der sold sie haben ewiklich.
Ebd.
2227
:
als es bescheiden sal min ticht | nach rechter formen, ab ich kan, | und hebe sust zu reden an: | [...].
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mk. (
osächs.
,
1343
):
sine ôren sint zuͦhant ûf getàn und daz bant sîner zungen ist gelôsit, und her redete rechte.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
188r, 40
(
Leipzig
1588
):
Daruon auch der alte Lerer Cassiodorus recht vnd wol gesaget.
Turmair (
Nürnb.
1541
):
Eins muß ich aber sagen, das unser teutsche sprach rechter mit griechischen buchstaben dann mit latînischen geschriben wirdt.
Schorer, Sprach-Verd.
3, 19
(
1643
):
Sie koͤnnen nicht mehr sagen mein Bruder / aber mon frere, wotrescher frere, das ist recht vnd wol geredt / vnd so fortan.
Enders, Eberlin (
Basel
1521
):
im laͤsen oder außsprechen wissen sie [alte maͤnner in kloͤsteren] nit rechten accent auch gemeiner wort.
Maaler (
Zürich
1561
):
Wolsetzung vnnd zierung raͤcht zereden.
Bauer, Geiler. Pred.
465, 11
(
Augsb.
1508
):
Die fünft frucht ist die redmaͤssigkait. Es ist da ain mensche rechte weiß und maß waißt zu halten in allen seinen worten.
Kohler, Ickelsamer. Gram. (wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
Da aber die acht tayl der rede recht verteütschet vnd erklaͤret mit jren accidentijs vnd zugehoͤrungen zum rechte gründtlichen verstandt der Teütschen woͤrter vnd rede, [...], das ist, gantzer versamelter vnd rechter kunstmaͤssiger teütscher rede, das wer auch billich ain teütsche Grãmatica zunennen.
wa er ainen yeden Buchstaben am rechtisten vnd subtilisten setzen vnd gebrauchen soll.
Ebd. 9:
man schreib recht oder falsch.
sey dises ain Regel die duplierte buchstaben recht zugebrauchẽ.
10.
›richtig, der Wahrheit entsprechend, wirklich, tatsächlich‹ (allgemein; faktenwahr, wahrheitsbezogen); speziell: ›authentisch, unverfälscht, echt‹; ›real existierend, nicht vorgetäuscht‹; ›wahr, richtig, den wahren Inhalt einer Aussage, einer Botschaft, einer Lehre kennzeichnend‹; ›ehrlich, wahrheitsgemäß, der Wahrheit verpflichtet, frei von Täuschung‹; ›in Wirklichkeit, den wahren Sinn, den wahren Grund für etwas hervorhebend, eigentlich‹; ›in einem tieferen, metaphysischen Sinne Wahrheit und Wirklichkeit habend, einer über den Tod hinaus gehenden religiösen Wahrheit und Wirklichkeit entsprechend‹;
offen zu 11; 15; vgl. (
das
12.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
recht haben
›die Wahrheit kennen, sagen‹; auch: ›richtigliegen, das Richtige tun‹.
Bedeutungsverwandte:
 4,  6, (Adj.) 8, ; vgl.  4,  9,  1.
Gegensätze:
 3, , (Adj.) 2.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
der wan, die meinung, das gesicht / gezeugnis
)
r. sein
;
jn. r. freund nennen, j. r. dichten / reden
;
der rechte antichrist / brief / geschichtsschreiber / glaube / got / gottesdienst / grund / verstand, die rechte einfältigkeit / frucht / handlung / lere / not / schrift / seligkeit / signification / ursache / vernunft / volkommenheit / warheit, das rechte brot / original / wort gottes
; subst.:
jn. vom rechten abtreiben
.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen. Ros.
105, 6
(
Hamb.
1646
):
Vielleicht ist dein wahn seines todes wegen nicht recht.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
195, 4638
(
Magdeb.
1608
):
wer kein rechtr Philosophus ist / | [...] | Nimmer den rechten grund erfehrt.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wan got und alle die, die in dem angesihte gotes sint, nâch rehter sælicheit etwaz inne hânt.
ez dünket den siechen bitter, und er hât reht, wan ez muoz bitter sîn.
Sie hâte reht, wan si suochte got.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
meyn Vatter gibt euch dz rechte brot võ Hymmel.
das alßdan von derer rechter vnd warer Signification vnd eigentlichen siñ der wort / in keim wege abzuweichen sei.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
819
(
mrhein.
,
um 1335
):
Ich fragen dich vf dinen eyt, | sage mir die rehte warheit.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
[Koͤnig Carapana] welcher jm die rechte vnd gruͤndtliche Warheit anzeigte.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
16, 27
(
Frankf./M.
1626
):
es melden die rechten Geschichtschreiber dieser Historien [...] mancherley Zaubereyen.
Mathesius, Passionale (
Leipzig
1587
):
das ich euch in wahrer / rechter vnd heiliger einfeltigkeit [...] alles [...] sagen [moͤge].
das vnsere Religion vnd Glaube / die klare warheit vnd ware klarheit des Wortes Gottes vnd recht ist / vnnd nicht ein [...] bawfelliger wahn.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
165r, 41
(
Leipzig
1588
):
das liebe Gebet ist der rechte Profiant Wagen / mit welchem man allerley notturfft zufuͤhret.
Böhme, Morg.R.
144, 8
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
Was ist noch verborgen? die rechte Lehre Christi?
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich (Hs.
A. 15. Jh.
):
ir müstend reden rehte, wie hoch ir sint geborn.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1521
):
behalt in uns den rechten wahren christlichen glauben.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
darunder er den babst fur die rote hurn zu Babilonien, [...], und fur den warn und rechten entchrist ercleret.
Dietrich. Summaria
20r, 25
(
Nürnb.
1578
):
Dieselben allein nemen Jesum fuͤr den rechten Christ an.
Ebd.
22r, 2
:
Da wird auch die rechte frucht / das ewige leben [folgen].
Ebd.
23v, 10
:
wer sich an Gottes wort vnd der rechten lehre nicht bessern / sonder ergern wil.
Trunz, Meyfart. Rhet.
1, 12, 14
(
Coburg
1634
):
[Er] wolle auff dem Tag erfahren / ob seine bißher gefaste Meynung recht gewesen.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
[Jhesus] der were der rehte got von dem men alle ere [hette].
Jörg, Salat. Reformationschr.
916, 17
(
halem.
,
1534
/
5
):
was gezogen / us den rechten waren handlungen / schrifftten [...] und us den rechten originalen / und houpttbriefen / nit us abgenomnen copyen / oder uszüg der dingen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Einen von seinẽ fürnemmen Abtreyben [...]. Vom raͤchten vñ waaren Abtriben werden.
Die Raͤcht vrsach sagen.
Sappler, H. Kaufringer
3, 655
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
der baur hat recht mit aller sach.
Ebd.
26, 39
:
wer rechten nutz des leidens erkannt, | der sollt es geren von gottes hant.
Bauer, Geiler. Pred.
103, 18
(
Augsb.
1508
):
wann das end des schowens und rechte volkommenhait / ist gantze volkomne liebe.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 17, 24
([
Augsb.
]
1548
):
das sy ir den Rechten Gottes dienst woͤllen leeren.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz uns der sunnen dunket mêr dan aineu. daz geschiht dâ von, daz under der rehten sunnen beseits sint gar dickeu wolken.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
48, 90
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Die sint die himmel, | in den du, engel gros rates, wonen pist | [...], die du rechte | nennest frewnt und nicht knechte.
Steer, Schol. Gnadenl.
6, 68
(
moobd.
,
15. Jh.
):
daz dy begirig chraft nicht vnordenlelich sich bewegt, sunder yn allen dingen tuen vnd lassen der rechten vernunfft vnd den ewigen gesaczten mit frewden [...] alczeit gleichformig beleibt.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
von stund ward er vertroͤst das dicz gesicht recht wäre.
Meisen u. a., J. Eck
27, 19
(
Ingolst.
1526
):
was der recht verstandt ist der heyligen Gschrifft, fint er nit in der ochsen haut.
Schützeichel, a. a. O.
869
;
Strauch, Par. anime int.
58, 22
;
Feudel, Evangelistar
27, 20
;
Jahr, H. v. Mügeln
2071
;
v. Keller, Ayrer. Dramen ;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
51
.
11.
›aufrichtig, ernst gemeint, mit dem nötigen Ernst, tief empfunden, wahrhaftig‹ (von Haltungen, Handlungen und entsprechenden Verpflichtungen, auch von Emotionen); anschließbar an 10;
vgl. (
das
7.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 17; vgl.  2.
Syntagmen:
r. beten / glauben
(
an got
) /
reden, jn. r. eren
;
sich r. zu gottes wort schicken
;
der rechte glaube, die rechte andacht / beichte / busse / demut / demütigkeit / furcht / liebe / minne / reue / treue, das rechte gebet / herz
.

Belegblock:

Alberus, Barf. Vorr. Alb. (
Wittenb.
1542
):
Thut also in der furcht des HERRN / im glauben / vnd mit rechtem Hertzen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
483, 6860
(
Magdeb.
1608
):
[Beyßkopff] mordet alle die recht beten.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Daz ist ein rehtiu vorhte, der dâ vürhtet, daz er got verliese.
Klett, J. v. Soest
11, 1394
(Hs. ˹
wmd.
,
1470
/
80
˺):
dan rechte lyb hot das off yr, | je wyter dan, ye mer begyr.
Köbler, Ref. Franckenfort
89, 7
(
Mainz
1509
):
das er die parthyen der sachen er [schöffe] zu handlen an nympt / in den selben sachen mitt gantzen vnd rechten trüwen meynet.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
528
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
do er in / rehter reuwe laz | den samen, der sich hebet alsus: | ,Miserere mei deus.‘
Langen, Myst. Leben
166, 6
(
nobd.
,
1463
):
daz er [...] kain rechte rew vmb sein sund / nicht hat, noch rechte peicht.
Reichert, Gesamtausl. Messe
27, 33
(
Nürnb.
um 1480
):
das sol seyn ein danckbere demuetigkeyt, die sich zewhet auß eym rechten gelauben.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
[ich] bitte v́ch daz ir in ǒch nement zuͦ einem brvͤder vnd in ǒch zuͦ gotte vf tragent in rehter brvͤderlicher goͤttelicher minnen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 544, 10
(
Hagenau
1534
):
darauß ich schliesse / daß unsere alt eltern recht an Got geglaubt haben.
Roloff, Brant. Tsp.
93
(
Straßb.
1554
):
[das wir] uns zuͦ Gottes wort recht schicken moͤgen.
Sappler, H. Kaufringer
17, 208
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
wer sich hie nidern tuot | mit ainer rechten diemuot, | den will got dört höhen.
Bauer, Geiler. Pred.
76, 19
(
Augsb.
1508
):
biß du rechte forcht erlangest über dein sünde.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
63, 15
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
schickt er [Gott] ainen menschen, der da ist ainr rechten andacht vnd derzuͦnt mit ainr rechten lieb.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
27, 40
(
tir.
,
1464
):
du pekennest das vnd gelaubest das, vnd tu gelaubest rëcht daran, vnd tu tüest vil tausent sünden.
Pfefferl, Weigel. Gn. S.
72, 24
;
Quint, a. a. O. ;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
81, 34
;
252, 21
;
Dirr, Münchner Stadtr. ;
Piirainen, Stadtr. Sillein
36, 18
;
37r, 21
.
Vgl. ferner s. v.  1.
12.
›richtig, genau, gründlich, vollständig, umfassend; direkt; aufmerksam‹ (allgemein von der Wahrnehmung); speziell: ›richtig, genau, wie etwas Gesagtes oder Geschriebenes gemeint ist, wie es gesagt / geschrieben wird; zutreffend‹ (von der Rezeption); resultativ: ›genau verstehend, gänzlich, vollständig erkennend, tief begreifend‹ (von der Erkenntnis, dem Verstehen); eng anschließbar an 10;
vgl. (
das
57.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
1
 5,  1, .
Gegensätze:
(s. v.  2), , (Adj.) 2.
Syntagmen:
jn. r. ansehen / merken / verstehen, got r. erkennen, etw. r. bedenken / besehen / betrachten / fassen / hören / sehen / vernemen
(z. B.
den sin / willen
)
/ versinnen / verstehen
(z. B.
ein bildnis
),
gewar werden, in acht nemen, die augen r. auftun
;
der rechte sin / verstand, die rechte conclusion, das rechte verständnis
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Swenne wir recht an gesen en [den himelischen brutegoum] | In der drivaldigen enikeit.
Luther, WA (
1521
):
Dißer artickel [...] ist falsch, abstimmend der heyligen lerern und dem rechten vorstand der schrifft.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
47, 9
(
Frankf./O.
1557
):
Darumb soll man das Sprichwort recht verstehen lernen.
Pfefferl, Weigel. Gn. S.
63, 13
(
um 1571
, Hs.
1615
):
Wer dise bildtnus vnnd gleicheit recht verstehet vnnd gegen Gott weiß zu halten.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Nû merket mich vil rehte!
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
Vrsachen beschener reden (vß deren man alle zeit den rechten waren siñ der reden / anmircken vnd vernemen muͦß).
Der samen ist das wort Gottes (so dieselbigen recht vnnd woll besehen werden).
das diese wörter auch recht vnd eigentlich von dem Heiligen Sacrament des Leibs vnd Bluͦts Christi zuuerstehen sein.
Sie bedencken auch hie nit recht / das der Heiliger Apostel sagt [...].
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
myn lieben knechte, | vornemmet mynen willen rechte!
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
105, 873
(
Zwickau
um 1540
):
Ja Keiser hoͤr recht wie ichs mein.
Opitz. Poeterey
7, 27
(
Breslau
1624
):
weil die [...] Welt [...] vngeschlachter war / als das sie hette die lehren von weißheit vnd himmlischen dingen recht fassen vnd verstehen koͤnnen.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Mein Herr, wenn ich recht hab gesehen, | So thun sich gleich zu uns hernehen | Zwo Vestalischer Jungfrauen.
Ey, versuchts doch, daß jhrs recht wist! | Fürwar das Essen kein Fleisch ist.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
wehe denen, die der Wittwen sache nicht recht in acht nehmen.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
367
(
schwäb.
,
1455
):
Ir frowen und ir man, | Das merckent recht und eben!
Sappler, H. Kaufringer
7, 187
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
[der knabe] wolt sie [fraw] nit recht sehen an.
Ebd.
23, 129
(Hs.
1472
):
die [kaufleute] sich nicht versunnen recht, | was das künftig schaden prächt.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Es kan keiner Christum recht lernen vnd erkennen / noch Gottes wort recht verstehen / er erfahre es denn in Creutz vnd anfechtung.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
33, 6
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Kum, senfter trost heiliger gaist, | [...] | gib recht verstendnuss.
Weber, Füetrer. Poyt.
308, 3
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Alls er auf plickt zw hannde, | er dise maget klar | zw recht uil wol erkannde.
Meisen u. a., J. Eck
37, 14
(
Ingolst.
1526
):
yeglicher tail vermaint, er hab die Geschrifft fuͤr sich, er verstand und bruͤch sy recht.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
172, 3942
;
541, 1095
;
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
32
;
Perez, Dietzin
1, 42, 12
;
Goldammer, Paracelsus
3, 291, 24
;
Sappler, a. a. O.
4, 30
;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
238
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee ;
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
203, 45
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
31, 7
.
Vgl. ferner s. v.  1.
13.
›zeitlich unmittelbar, direkt, sofort, unverzüglich‹; als Kürzung der üblichen kollokativen Verbindung
rechte zeit
(auch:
in rechten tagen
): ›rechtzeitig, zur rechten Zeit‹; aufgrund relational gesteuerter Zeitperspektive mit unterschiedlicher Kontextsemantik: ›passend, im richtigen Moment‹; ›pünktlich, zum ausgemachten Termin‹; ›vor Ablauf einer Frist, beizeiten‹; ›direkt, sofort, unverzüglich‹; ›bald‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 3,  1; vgl. , , , ,  3.
Wortbildungen:
rechtefort
›sofort, sogleich, geradewegs‹ (dazu bdv.: vgl.  2).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
576, 2217
(
Magdeb.
1608
):
Wer Geld zu rechter Zeit veracht / | Hat offt grossen gewin einbracht.
Klett, J. v. Soest
3, 196
(Hs. ˹
wmd.
,
1470
/
80
˺):
als nu der rytter mes gehort, | tzu synem vatter rechtevort | gyng er.
Ebd.
9, 472
:
der soldon hort off dysse wort | und antwort da off rechtefort.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
alse scheir si zo Bunne quamen | unde ir herberge genamen, | [...] | men veinc si reicht unde dede sie voeren | zo Godensberch.
Ebd. (
Köln
1499
):
rechtevort sante got eyn suessen slaiff.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
Die suster die verre von dem clostere sint [...] und inmogen nit zu rechter cit czu core kummen.
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
sy
e
smetten en an daz cruͤcze so
e
hart, | daz er rechte amechteg (wart).
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
16, 30
(
thür.
,
1474
):
hat her dye ußradunge unde bestatunge syner swester nicht geczuget bynnen rechter zcyt.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1529
):
es sollen alle die arbeiter [...] von ihren schichten und arbeit vor rechter zeit nicht abstehen.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1521
):
o herr Jesu [...] erlöß vns zur rechten zeith.
Wickram
4, 21, 7
(
Straßb.
1556
):
wolt er unnd sein gemahel zuͦ rechter zeit erscheinen.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Nun bin ich recht kommen, wann ich wird mich an im rächen.
Vetter, wie bistu so recht erwachen?
Ders., Morgant (
halem.
,
1530
):
Ich bin üwer frǔnd Rengnold, den got äben recht har gsant hat üch zerlössen.
Wyss, Luz. Ostersp.
7469
(
Luzern
1545
):
wolhar, wolhar, du kombst vnns rächt!
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
159, 17
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz der wille die rihte in daz (ende) sich füegende were, unde daz ende zervolgenne rehte.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
es [das wild] wer sunst recht hinüber gesprungen.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
43, 7
(
oobd.
,
15. Jh.
):
welliche junckfraw ir recht zw vil hat [...], die nem lilgen wasser [...] so gewingt sy irew recht zw rechten zeyten.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1448
):
[dass] nicht erben da wern, die die egenanten weingeͣrten in rechten teͣgen geerbt hieten.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
M. 15. Jh.
):
es sol auch ain ieder behauster hold, er kauf oder verkauf, der sol desselbigen guts ab- oder anfarn zu rechten tagen.
Opitz. Poeterey
11, 22
;
Klett, a. a. O.
4, 567
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
6, 2
;
Vgl. ferner s. v. ,  6.
14.
›der Natur, der erwartbaren normalen körperlichen Konstitution eines Lebewesens entsprechend; natürlich, originalgetreu, von einem echten Körper stammend‹; auch: ›naturgetreu, der Natur eines Körpers nachgebildet‹;
vgl. (
das
2.
Phraseme:
rechter tod
›natürlicher, ohne gewaltsame äußere Einwirkung eintretender Tod‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Thür. Chron.
16r, 10
(
Mühlh.
1599
):
Gott straffte diese Tyrannen wider / das jhr keiner eines rechten Todes starbe.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
Man wil, daz alle die die uf kunig Adolf swuͦrent, nie keinre keinen rehten tot geneme.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
40, 8
(
oobd.
,
1. V. 15. Jh.
):
Wer ein plaich farb hab vnter den augen, der nem rosen öl vnd streich es auf die wang: so gewint er sein rechte farb wider.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
131
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 vogel eme, sein haut außgefültt und so wie das leben inn rechter proportion uffgestellt, [...]. Den rechten sein natürlichen kopf haben Ihr May. zu sich genommen.
Ebd.
1271
:
[Ein grosser cristalliner napff] darin 2 natürlich conterfette wespen mit ihren rechten farben erscheinen.
Ebd.
2142
:
Ein uhr oder rederwerckh, ist ein pfaw, [...] macht eine wannen mit seinem schwaiff von rechten federn.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 15, 11
.
15.
›gut, wahrhaftig, richtig, einem Idealbild bzw. Idealzustand, auch einer idealen Handlung entsprechend‹ (allgemein; zur Bestätigung der Aussage); ›intensiv, stark, ausgeprägt‹ (zur Steigerung); oft negativ, dann: ›schlimm, arg, groß‹ (zur Steigerung der Negativität).
Syntagmen:
der rechte bube / dieb / glanz / han / held / heuchler / jude / nar / schelm / tor, die rechte barmherzigkeit / bäurischheit / furcht / gier / ketzerei / notdurft / tugend / volkommenheit / zucht, das rechte exempel, die rechten übel
.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn (
Wolfenb.
1594
):
Potz wunden, es sein die rechten Hanen im Korbe, mit welchen ich reden wolte.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
her sol deme pawese geschriben, we rechte vbele her gebaren hebbe.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
nu hoirt van dem reichten doren.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
362
(
mrhein.
,
um 1335
):
Duͦ rehter drugener, wol dan.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
52, 21
(
Frankf.
1535
):
Es machet einen rechten glanz.
v. Ingen, Zesen. Ged.
387, 1
(
Breslau
1641
):
das seyn die rechten Helden / die mit Gewalt zur Ewigkeit dringen.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
500
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
da haißet si [gnode] rehteu parmherzikait.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
129, 17
(
Nürnb.
1548
):
alß eim rechten Teuffels werck / welchem so man folget.
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
das er das nit vmb verzugs / sonder allein vmb rechter notturfft willen thuͤge.
Sappler, H. Kaufringer
1, 106
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
du rechter bößwicht, | warumb hastu das mord getan.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
man west halt nicht, ob er danocht getauft was, oder ob er noch ain rechter jud was.
Klein, Oswald
102, 53
(
oobd.
,
1427
?):
mir stolzt der müt von rechter gier.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
[Hanns de Capistrano] widerruefft dy predig und bewert das mit der heiligen geschrifft, das es wider den heiligen glawben und rechte ketzerey.
Rudolf, H. v. Langenstein. Erch.
53, 10
(
moobd.
,
1393
):
vndanchperchait vnd nicht erchantnuzz der guͤttêt ist ein zaichen rechter pewrischait.
Bauer, Zist.-Pred. Haller
65, 412
(
tir.
,
1466
):
so pist du nicht ain rechter münch oder pegeben mensch.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
151, 15
;
Froning, Alsf. Passionssp. ;
Harms u. a., Alberus. Fabeln
77, 16
;
Stambaugh, Friederich. Saufft.
23, 13
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
29, 18
;
Rupprich, Dürer ;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ; .
16.
dient als Kommentar-, Modal- bzw. Gradadverb der Bestätigung wie der Intensitätsfeststellung; jeweils mit verschiedenen Nuancierungen: ›richtig, außerordentlich, sehr, intensiv, überaus, groß‹; ›ganz, gänzlich, vollständig, vollkommen‹; ›passend‹; ›wahrhaft, wirklich, tatsächlich‹; ›ziemlich‹; als Kommunikationspartikel direkte Zustimmung ausdrückend.
Phraseme:
erst recht
›noch stärker als zuvor, noch intensiver‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 2, II, 6,
1
 6,  6, (Adj.) 10,  17.

Belegblock:

Luther, WA (
1530
):
das ich sie [Sophisten] bis her nicht recht und gnug gemalet habe, sondern allein auff ein papir schlecht abgerissen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
546, 1253
(
Magdeb.
1608
):
Der Esel antwortet: Ja recht / | Das aber alle ding sein schlecht.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Alliu pîne ist im [mensche] ein vröude, [...] stât er rehte in dem willen gotes.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
157, 27
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Ir lieben kinde wie han ich uch so recht liep.
Krebs, Prot. Spey. Domkap.
2, 5249, 3
(
rhfrk.
,
1519
):
dwil in menschen gedechtnus kein preces angangen [...], mochten sie recht deßhalben lyden.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
Ja herre, das wirt rechte gut!
Knape, Messerschmidt. Bris.
16, 52
(
Frankf./M.
1559
):
das es jederman wol gefallen / vnd zu sehen recht anmuͤtig gewesen ist.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
9, 2
(
Frankf./M.
1568
):
Der ist ein recht loͤblicher Fuͤrst.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
389, 3807
(
Zwickau
um 1540
):
Recht / recht / ein jeder setz sich wo er wil.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
15. Jh.
):
Ir habt da haimen ain schöne frauen, | Der scholt ir recht ir felt pauen
(obszön).
Sachs (
Nürnb.
1524
):
Wenn maister Hans uber dich keme, der köndt dich recht auffnesteln
(obszön).
Franck, Decl.
339, 1
(
Nürnb.
1531
):
Bey den rechtweisen ist ein eygner titel von den spilern [gehabt].
Reichmann, Dietrich. Schrr.
80, 32
(
Nürnb.
1548
):
auff das wir dich fuͦrchten / vnd dir recht in allen noͤten vertrawen können.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Ein reht gelassenr mensch sol sich vier ding flizen: [...] Nút anhaftig sin.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
Daz ist mir rehte liep.
nim din selbes war, das tvͦt dir rehte not.
min herze [...] wolte mir zerspringen von rehter v́berswenkender froͤiden.
min herre, wie wil ich dir nv so rehte gerne gehorsam sin.
lere mich rehte gewore demv́tikeit.
ich habe dis irderschen liplichen guͦtes rehte gnvͦg.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
Nu worent in disem concilio [...] 10 tusent und uf ahte tusent pferde und mule. und was doch koste genuͦg und reht veil.
Roloff, Brant. Tsp.
331
(
Straßb.
1554
):
Man truckt und schreibt on underscheydt | Wol zehen lugen für ein warheyt | Die Trucker gigen mir erst recht den affen.
Ebd.
1785
:
Jetz mag ich erst recht nemmen war | Das du ein thor bist.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
daß den umbstehende recht angst vnd bang ward.
weil sie ihm reden was er gerne höret, Zu allem Ja, vnd Recht sagen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wan pei plâwer varb verstê wir gemaincleich stætikait, wan ez ist ain reht himelvarb.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
114
(
oobd.
,
1607
/
11
):
[maschara] hatt ein recht nattürlich thiergebiß mit sein zänen.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
326
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
die frue haisset ain ende des vergangen vnd ain anfank des nachuolgunden tages, daz ist der morgenröte die weder rechtes liecht noch rechte vinster hat.
Rennefahrt, Recht Laupen ;
Bauer, Geiler. Pred.
92, 5
;
Karnein, Salm. u. Morolf
35, 5
;
Vgl. ferner s. v. (Adj.) 3.
17.
›viel, groß, umfangreich, von beträchtlicher Höhe, ausreichend, ordentlich‹ (von pragmatischen Bemessungen und Mengen gesagt); in dieser Bedeutung auch steigerbar.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
also daz he ein recht inkomen hatte von rechter rente unde gulde bi hondert unde zwenzich gulden geldes.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
er: nv sage ane lieber svn, ich wil dir zites vnd stvnden rehte gnvͦg geben.
Wyss, Luz. Ostersp.
10089
(
Luzern
1545
):
dann würt erwachen ein rechtte schar, | verlougnet geistlich, munchen, pfaffen.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1632
):
Die holzknecht sollen die scheiterprocken rechter als drei schuch und des recter ambtsclafter brauchen.
Lauchert, a. a. O. .
18.
häufig in den festen Wendungen
recht als, recht sam, recht wie
mit einem Vergleichsausdruck, in einigen Belegen selbst als Vergleichsadverb gebraucht: ›genauso wie, auf dieselbe Weise wie‹; in irrealen Vergleichen auch:
recht als ob
, dann: ›so als ob, so als wäre / sei [...]‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 8, ; vgl.
1
(Adj.) 14.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
di andir nwe stift | In des gelubdis arche | Recht als in einem sarke | Sten ewiclichen blibet.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
Maria enpran als sunder lose | rechte also eine nuwe rose.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
241
(
mrhein.
,
um 1335
):
Wir sollen abir vorbaz me | bit freude leben, reht als e.
Karnein, Salm. u. Morolf
143, 4
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
recht als sie ein engel were.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
ir liget recht als er weret doit!
Sermon Thauleri
2vb, 29
(
Leipzig
1498
):
dyß synt recht als rynder ader kelber tzuuorsten tzu disen hohẽ gotlichen dingẽ.
Pyritz, Minneburg
1886
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Ich han getan gehorsam ir | Reht als ein munch eim apte tut.
Warnock, Pred. Paulis
22, 76
(
önalem.
,
1490
/
4
):
daz zuͦ sinen zyten ain frow waz in elichem staͤt, die was ainer sölichen grossen abbruͤchlichait, daz si recht ain spiegel waz aller andren frowen.
Fuchs, Murner. Geuchmat
624
(
Basel
1519
):
Dar noch gang es, recht wie got well.
Sappler, H. Kaufringer
32, 69
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich sprang von want zuo wenden | recht als ain hauptloser han.
Pfaff, Tristrant (
Augsb.
1498
):
Sy ward so gar betruͤbet [...], das sy ir selbst vergaß, [...] in dem selben grossen hertzen leide, recht aus einer unsinniggkeit oder unvernunfft begeret sy, das sy der boͤß geist soͤlt hyn nemen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Aristotiles spricht, daz ain iegleich tier hab ain hert hirnschal recht als ain iesleich paum.
Ainz haizt ze latein ladanum und mag ze däutsch haizen himelflad oder himeltrôr, reht sam daz vorder hicz honigtrôr.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 133
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Ruff uns recht als der leo tuͦt.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
49, 7
(
noobd.
,
1347
/
50
):
reht als ain nu ist in naht, wanne deu sunne ruͤrt irn augenender, reht als in ainer nu und swimt zehant uͤber sich.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1195
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
daz si den mit fleizze erten der verre von in was reht als ob er gegenwürtigk wër.
Hajek, Guͦte spise
93
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
10ra, 25
;
Lauchert, Merswin ;
Pfeiffer, a. a. O. ; ;
Brévart, a. a. O.
9, 18
;
46, 12
;
Klein, Oswald
19, 75
;
40, 46
;
Vgl. ferner s. v. ,  15,  6.