reche,
rechen,
der
;-n/-n
.– Nahezu ausschließlich obd.
1.
›Harke, Rechen‹; auch: ›Hacke, Werkzeug zur Bodenbearbeitung, zum Bodenaushub‹; in einem mystischen Text ütr., möglicherweise als ›Werkzeug Gottes zur Bearbeitung der ungeformten Materie‹ (mit gen. explicativus der materie
).Zur Wortgeographie des Gerätes in den rezenten Mundarten des Deutschen s.
Dwa
, Karte 8.14
Wortbildungen:
rechenmacher
rechenzan
Belegblock:
ist der Wielandin hotte [...] geoffnet und was dorinne ist, besichtiget [...]: Ittem ein klein geringen bleyleffel, [...] ittem ein eiserner rechen.
[sie hat] zehen eng als rechen zen.
so kain ander materi so wirdig waß, das die sel dar vß gemacht wird, so hat got den rechen der materi erfilt mit siner almechtikait vnd hat die sel uß nicht geschöpft.
vnkraut außbicken mit eim rechen. oder hawen. Sarrire.
Hensli Schniders des rechenmachers hus.
2.
›Gitter im Wasser, das Unrat, schwimmende Gegenstände (z. B. Treibholz) auffängt bzw. zurückhält, speziell vor einer Mühle‹.Wobd. / oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Belegblock:
dass ein jeder,
dem sin holtz allso abbricht und wellichs dann an der swele [am Damm]
oder an rechen gefunden wirdt, von einem jeden boum den schiffluͥten 5 ß geben. Es soll ouch kein buwholtz [...] noch kein floß hangen von dem schlifebach biß hinab an den raͤchen.
ain rech, fuͦrt das ys enweg.
daß der Lech oft mit großem gewesser anlauft und ungestüm die getter oder rechen zerreissen und das holtz hinweck furen wurde.
Bastian Widenman [...] ist wol bezecht gewesen und ist [...] in das wasser gefallen [...] und zu morgen frie an dem rechen bei der müllin gefunden worden.
Schweiz. Id. ff.