1
raumen,
räumen,
V.;
zu
mhd.
rûmen, roumen
›freien Raum worin schaffen; etw. verlassen‹
();
eng vernetztes Bedeutungsfeld mit unscharfen Rändern.
1.
›eine räumliche bzw. räumlich gedachte Bezugsgröße verlassen‹; dies überwiegend Zwang, Notwendigkeit implizierend: ›von einem Ort, aus einem Land weggehen, wegziehen, flüchten, abziehen (müssen)‹; speziell auch: ›ein (besetztes) Gebiet aufgeben‹; vereinzelt ütr.: ›etw. aufgeben, lassen‹; dies in religiösen Kontexten in spezieller Ütr. bezogen auf das Freiwerden und Freimachen der Seele von den Anfechtungen des Teufels sowie (mit Verschiebung der Bezugsgröße) auf das Wegräumen der Belastung (z. B. der
unlust
); in rechtlichen Zusammenhängen: ›auf Anordnung der Obrigkeit ins Exil gehen‹ (vgl.  f. mit weiteren Belegen);
vgl. (
der/das
1.
Syntagmen:
j. etw
. (z. B.
den hof / sal, die burg / stat / walstat, das dorf / elend / erbe / feld / hol / land / vaterland
)
r
.,
anfal / mord / raub
(Subj. d. S.)
das ufer r
.,
j. die unlust r
.,
der teufel den menschen, leib und sele r
.;
j. bis künftige weihnachten, mit seiner habe, von jm., von dem feld / tanzhaus r
.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
1636
):
daß Anfall, Mord und Raub ihr beides Ufer räume.
Luther, WA (
1529
):
Wen der recht meister kompt, mus er [diabolus] reumen leib und seel.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Do der tuwel gesach | Also groze demut, | Sie brante in rehte alsam ein glut, | Daz er joch ane sumen | Den menschen
[der von ihm besessen war]
muste rumen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1321
):
wer van uns rumede oder burgerschaft anderswa eintfinge, des gut han wir ouch gewunnen.
Karnein, Salm. u. Morolf
408, 5
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
so wil ich selber botte nach im sin, | daz er balde rume dinen hoff.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Jch bitt, jr woͤlt solch vnluͤst reumen. | Was hilffts, das jr einander plagen?
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
14, 18
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
die seligen merterin hießen wir
[der Tod]
raumen diß kurze scheinende ellende.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
das fuer wart alsso gross, das die lewte zowelichen unde eilende von dem tanzhusse rumen musten.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
Nun wil Hans Lasitz dasselbe erbe nicht raumen.
Sudhoff, Paracelsus (
1529
):
sie [die Judischen] werden Teutschland gar raumen werden.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
dar umb sprich ich, daz er
[
der sterb
= die Pest]
sô lang wert, unz der vergift dunst den luft raumt.
Klein, Oswald
116, 37
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Ir armen tier, nu raumt eur hol, | get, sücht eur waid.
Gereke, Seifrits Alex.
4573
(
oobd.
, Hs.
1466
):
dar umb gepiet wir dir | vestiklich das du schir | und pald rawmbst das landt.
Buijssen, Dur. Rat.
1, 24
(
moobd.
,
1384
):
do hies er [Scipio] [...] rawmen von dem velde allez
[Leute]
, daz durch lust dahin waz komen.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
und rawͦmbten bed teil die walstatt, also das man nicht west, wer den sig behalten hett.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
künig Könman [...] verwilliget, er wolt [...] das Behamerland, räumen.
Hübner, Buch Daniel ;
Jörg, Salat. Reformationschr.
672, 14
;
Munz, Füetrer. Persibein
270, 2
;
Rwb  f.;
2.
›weichen, den Rückzug antreten‹; salopp: ›abhauen, verschwinden‹; speziell: ›(aus einem Haus) ausziehen‹; ohne Explikation der mitgedachten räumlichen Bezugsgröße;
als Spezialisierung zu 1 auffassbar; zu (
der/das
1.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
j
. (z. B.
der mieter
)
r
.,
das recht r
. (absolut).
Wortbildungen:
räumung
›Rückzug‹ (dazu bdv.: vgl.
1
 1, ).

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
hie hot die tufel bezwungen, | das die alle musten snellich rumen!
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
unde die andern [...] musten rumen unde von dannen flien.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich (Hs.
A. 15. Jh.
):
Waz er ir mohte erlangen, der edel fürste gut, | die wurden schiere gefellet nider in daz blut. | ein rumunge also snelle ward schiere do getan.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
sú [dise boͤsen kouflúte] muͤssent zuͦ hant uss, sú muͤssent do rumen.
3.
›jm. etw. freimachen, etw. (meist: einen Ort, Platz) von der Anwesenheit unerwünschter Personen räumen‹; mit Dat.obj. d. P.: ›jm. etw. (z. B. ein besetztes Gebiet, ein Grundstück, ein Lehen) überlassen, zur Verfügung stellen‹; ütr.: ›etw. (z. B. ein Amt, eine Position) aufgeben, für jn. freigeben‹;
offen zu 4; vgl. (
der/das
13.
Phraseme:
die kleider räumen
›sich ausziehen‹;
jm. x sättel raumen
›dem Gegner hohe Verluste zufügen‹ (wörtlich: ›x Pferdesättel von ihren Reitern freimachen‹).
Bedeutungsverwandte:
2
 1,  3,
1
 1, ,  8, .
Syntagmen:
etw
. (z. B.
den flecken / weg, die gasse / landschaft / pfarre, das gut / haus / land / schlos
)
r
.,
der schöffe den stul r
.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Jes. 57, 14
(
Wittenb.
1545
):
machet ban / Reumet den weg
[
Mentel
1466:
neiget euch von dem weg
; nd. Bibel 1478:
keret aff
;
Froschauer
1530:
banend den weg
;
Dietenberger
1534:
weichet von der straß
;
Eck
1537:
weichen ab vom weg
]
/ Hebt die anstösse aus den wegen meines volcks.
Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
,
1325
):
Wirdet einem manne ein hus geeigent, als recht ist, daz sal man im rumen in vircehn tagen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
E. 15. Jh.
/
A. 16. Jh.
):
[der pfaltzgraff] kam zuͦ fechten mit in und fieng sie all drei und raumpt in 7 hundert settel.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
muesten sy [...] aller irer besetzung, die sy innen hetten [...], abtretten, rawmen und zw des kaysers hannden ledigklich antwuerten.
Hör, Urk. St. Veit
238, 26
(
moobd.
,
1449
):
Vnd [...] suͤllen daz guet zuͤ liechtmessen schirst raumen vnd ligen lassen an alle widerred
(über einen befristeten Mietvertrag).
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
[Herzog Albrecht von Münichen] Raumbt also das land
[von umherziehenden Banden]
und machet die stras sicher und reichert zöll und meut.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1495
):
Die lanng wiß auf den spatten wisen ist verlänndt, wirt man wider raumen vnnd verlassen.
Piirainen, Igl. Bergr.
28b, 18
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
dem vinder sol man Raumen ain lehen.
Qu. Brassó
5, 441, 21
(
siebenb.
,
n. 1646
):
Der Wayda [...] belägert den Batory, daß er sich [...] möcht ergeben und den Theischen die Stadt wiederum raumen.
4.
›etw. (meist: einen Ort, Platz) zu einem bestimmten Zweck von etw., das als störend vorausgesetzt, aber nicht genannt wird, freimachen, reinigen‹; im Einzelnen: ›etw. (z. B. Wasserläufe, Weideland, Gruben) ausräumen, freilegen, von Unrat befreien‹; ›etw. (z. B. Gebäude, Straßen, Wege) instand setzen, halten, ausbessern‹; ›etw. (z. B. Wald-, Wiesengrundstücke) lichten, roden, urbar machen‹; ›etw. (freie Flächen mit spezifischer Funktion, z. B. Grenzstreifen) von wucherndem Unkraut und Gras befreien‹; ›etw. (z. B. Hecken) beschneiden‹; ›etw. (z. B. Baugrundstücke, Plätze für Veranstaltungen) vorbereiten, rüsten, freilegen‹; ›etw. (z. B. Behälter, Gefäße) von Rückständen befreien‹; ›etw. (z. B. Wunden) säubern, desinfizieren‹; in religiösen Kontexten ütr.: ›sich (auch: das Herz, die Seele) von Sünden befreien‹;
zu (
der/das
1.
Bedeutungsverwandte:
 3,  3, , , ,
1
 1,  3,
1
,  4,  1.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
den bach / brunnen / garten / ort / plaz / rain / stechplaz / wald, die almende / stube / wüstenung, das haus / pflaster, die fässer / gehäger / gräben / hecken / keller / matten / wasserläufe / wiesen, die bewachsenen äcker
)
r
.,
j. das herz, den hain des herzen r., die grube zu grund, das loch bis auf den boden, die kirchen mit den altären und götzen, die tempel von götzen r
.,
die purgation
(Subj.)
den magen r
.

Belegblock:

Knape, Messerschmidt. Bris.
13, 6
(
Frankf./M.
1559
):
DEr Hertzog ließ befelhen / den stechblatz an gewonlichem ort zu raumē / mit sand vn̄ stroh nach dem besten zu richten
(für ein Turnier).
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
[ich wil] Bichten, buzen, ruwe trayn, | Rumen mines herzen hayn.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 98, 7
(
omd.
,
1424
):
II sc. I manne, der dy graben umme dy schune rumete.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
251, 18
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Man reumet, rodet, hubelt und wässert die wiesen.
Ebd.
263, 7
:
Die gräber und wasserleufte reumen und ganghaftig machen.
Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
sol der stat paumeister geflissen sein [...], das pflaster lassen raumen und aufschoren und dasselb kot und mist dann auß füren lassen.
Loose, Tuchers Haushaltb. (
nürnb.
,
1515
):
so ist es [die grub] iecz czu gruntt geraumpt worden.
Thiele, Minner. II,
14, 232
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
vor hin lät man ruͦmen wol, | subern und fegen keller und faß.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1529
):
und die kilchen mit den altaren und goͤtzen geruͦmbt wurden.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
daz boht lag vor den porten und darunder verharstet, daz man sü nüt moht han zuͦgetoen, man hette danne darzuͦ gerumet mit bikeln.
Schib, H. Stockar
146, 20
(
halem.
,
1520
/
9
):
Uff dye zitt lies ich das loch rumen und kost mich 3 gl und fand vil gutz grund drin.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1525
):
so söllen alle anstößer die straßen fürderlich ushowen und rumen.
Kottinger, Ruffs Adam (
Zürich
1550
):
Min tochter! din hertz solt du rummen, | und trachten: wie gott sine sachen | han wil.
Maaler (
Zürich
1561
):
Ein ort oder platz Raumen / von allem vnraat seüberen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1551
):
und ließ inen [den statpflegern] sagen, daß sie den lehenstuͤl sollten aufrichten lassen. [...] und am morgen gar frue daran angefangen zuͤ raumen und zu ruͤsten.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
als er ain zeit lang da sass, da rumpt er ain berg, hiess der Schramberg, darauf bawet er.
Bastian u. a., Regensb. UB
274, 8
(
oobd.
,
1365
):
Uns schullen auch die vier leib [...] daz haus paun und pezzern und raumen nach dez haus notdurft.
Weitz, Albich v. Prag
135, 16
(Hs. ˹
oobd.
,
A. 16. Jh.
˺):
geuß den wein dar ein das raumpt
[›desinfiziert‹]
die wunden vnd lat sy nit faulen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
M. 16. Jh.
):
Und soll der pach alweg am dritten jar geraimt werden.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1625
):
Es soll auch kain vorster niemand nichts erlauben ze schlagen, es sei dann der wald vor geraumbt.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
74, 18
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
111, 1
;
Küther, UB Frauensee
329, 27
;
Fuchs, Kart. Aggsbach ;
Winter, a. a. O. ;
Voc. Teut.-Lat.
bb iiijv
;
Vgl. ferner s. v. ,  4.
5.
›etw. von / aus einer räumlichen bzw. räumlich gedachten Bezugsgröße wegschaffen, entfernen, tilgen, verschwinden lassen‹;
vgl. (
der/das
7.
Phraseme:
das leger raumen
›das Heerlager abbrechen‹;
sein blut raumen
›sich zur Ader lassen‹;
jn. aus dem weg räumen
›jn. kaltstellen, töten‹.
Bedeutungsverwandte:
 259, ; vgl.  3,  6.
Syntagmen:
j. vor der tür r
.;
j. schmäschriften r
.,
etw. ab / aus / von e. S
. (z. B.
den kot ab der gassen, die verbrecher aus dem mittel, die ungleichheit aus dem tempel gottes, die sünde von sich, das böse vom guten, den anhang / schne von den bäumen
)
r
.
Wortbildungen:
˹
räumer
,
räumhacke
˺ Werkzeug für Räumarbeiten.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
75, 8
(
preuß.
,
1514
):
2 reumehacke.
Ebd.
611, 27
(
1447
):
1 naylschrot und 1 rewmer.
Luther, WA (
1544
):
Darnach feret er weiter, wil aus dem weg reumen und weg nemen das ergernis.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Bautzen
1567
):
Du [Christe] bist kommen [...] | Alhie her in des suͤnders stal, | Zu reumen aldo seinen kot.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
72r, 39
(
Leipzig
1588
):
wenn wir hören / Wie die Obrigkeit die [...] Diebe vnd andere Vbeltheter schrecklich hinrichten vnd aus dem wege reumen / So [...].
Ebd.
151v, 26
:
Also kan GOTT alle / die sein Wort verachten [...] aus dem wege reumen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
darnach ließ man den pfenter von rats wegen pieten, das iederman vor seiner tür raumen
[hier: ›Schnee fegen‹]
must.
v. Groote, Muskatblut (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Hor winder du solt rumen den anhang van den baumen | vnd dynen kalden sne!
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
tempel gotz, do Got in der worheit inne wonet, so alle ungelicheit usgetriben ist und gerumet ist.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
sie doch durch allerhand heimliche Anstalt darauff bedacht sein wolten, wie sie mich gar auß dem Weg möchten raumen lassen.
Menge, Laufenb. Reg.
5532
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Zwúschent zöiger vnd dem dumen | Da soltu din bluͦte rumen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
Am montag [...] hat man hie von alters wegen den galgen abprochen und geraumpt.
Niewöhner, Teichner
279, 182
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
aver wer sich selben saumpt | daz er dw sund von im nicht raumpt, | [...] | den nympt dw rew nicht der van.
Mannack, Rist. Pers.
167, 8
;
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. ;
Dierauer, Chron. Zürich ;
Vgl. ferner s. v.  4.
6.
›etw. (ohne Erlaubnis, ohne Recht) ausräumen, plündern‹; tendenziell ironisierend, an 4 anschließbar.
Phraseme:
jm. den beutel / sak
(u. dgl.)
räumen
›jn. bestehlen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , .

Belegblock:

Luther, WA (
1519
/
20
):
Szo sol man den Deutschen den beuttel reumen und den kutzel vortreyben.
Ebd. (
1530
):
wir dienen dem fursten darumb das wir den weinkeller spuelen und kornboden reumen.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
71r, 29
(
Leipzig
1588
):
hie ist allein vom gemeinen Diebstall bericht zu merken / Als jemand seinem Nehesten Beutel vnd Taschen / Kisten vnd Kasten reumet.
Schade, Sat. u. Pasqu. ;
7.
›nachgeben‹; ›jm. / e. S. etw. zugestehen, Raum geben‹; als Ütr. zu 3 auffassbar;
vgl. (
der/das
2.
Phraseme:
seinem gewissen / herzen raumen
›seinem Gewissen / Herzen Luft machen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4.

Belegblock:

Luther, WA (
1529
/
30
):
Warumb wolt jhr [...] steiff auff ewrem stoltz beharren, nichts weichen noch reumen, sondern alles mit gewalt haben [...]?
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
do rumde er des ersten siner gewúsni mit einer ganzen bihte.
Goedeke, Fischart. Flöh Haz
3270
(
Straßb.
1594
):
Und richten euch nach irem recht, | [...] | Auf das sie irem herzen raumen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Seinem hertzen Raumen / Sagen das einem am hertzen ligt.