rauben,
V.
1.
›nach Beute jagen‹ (überwiegend von Raubtieren und Raubvögeln gesagt); resultativ: ›ein Tier reißen‹; im Kontext von Fabeln bildlich und ütr., dann offen zu 2;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
,  2, , .
Wortbildungen:
raubvogel
›Greifvogel‹.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
250, 25
(
Lübeck
1639
):
Die Raubvoͤgel / Habich vnd Falcken / fressen die kleinen voͤgelin.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
74, 976
(
Magdeb.
1608
):
VLysses sagt du darffst nicht trawn / | Der Raubvogel hat scharffe klawn.
Harms u. a., Alberus. Fabeln
69, 13
(
Frankf./M.
1550
):
Woͤlt jhr [herren] mir [Wolff] nur genedig sein / | [...] | Als dem / der sich versuͤndigt hat | Mit rauben / morden / vnd zureissen.
Gille u. a., M. Beheim
313, 16
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ich [der wolff] han gesundet ye | mit stelen, raben, morden.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
so kumen dan die kleinen Thierlin, als Hund, Rappen und Kreien, die rauben auch und lassen nichtz ligen dan Bein.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
ain iegleich vogel, der væht oder raubt, der væht anderlai vogel wan seines geslähtes.
ain iegleich raubent vogel vertregt seinem gesläht, sam ain habich aim andern habich.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
18, 33
(
tir.
,
1464
):
Si sint selbs die raubenden wolf, si rauben vnd zerstören die schaff Christi.
Ebd.
30, 19
;
84, 18
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 180
.
2.
›einen schweren Diebstahl begehen‹; ›etw. gewaltsam, widerrechtlich in seinen Besitz bringen, erbeuten‹; in religiösen Kontexten überwiegend als Disposition des Menschen zu sündhaftem Handeln sowie als typisches Vergehen gegen Gottes Gesetz semantisiert (gelegentlich mit Bezug auf 2. Mose 20, 15); mit Dativobjekt der Person: ›jm. etw. gewaltsam, widerrechtlich wegnehmen, entwenden‹; ›jm. die Existenzgrundlage entziehen‹; mit Akkusativobjekt der Person: ›jn. (auch: eine Institution) bestehlen, berauben‹; häufig in formelhaften Verbindungen mit anderen moralisch wie rechtlich disqualifizierten Gewalthandlungen, vor allem und  1; in rechtlichen Zusammenhängen mit Betonung des Gewaltaspekts auch in Abgrenzung zu leichteren, durch das Verb
stelen
bezeichneten Diebstahlsdelikten; partiell offen zu: ›Hehlerei, Unterschlagung, Wucher begehen‹; gelegentlich ütr.: ›etw. an sich reißen, sich etw. anmaßen‹.
Phraseme:
˹
jm. das leben rauben; jn. des lebens rauben
˺ ›jn. töten‹.
Gegensätze:
 2.
Syntagmen:
j. r
. (absolut);
(jm.) etw
. (z. B.
den trank, die habe / kanne / sele / speise, das brot / pfand / pferd, den stul zu Rom, die güter der welt
)
r
.,
Christus nicht die gleichmässigkeit gottes r
.,
j. jn. / etw
. (z. B.
den herren, das gotteshaus, die feinde / kirchen / lebendigen / leute
)
r
.,
jn. seines gutes r
.; subst.:
rauben
(Subj.)
eine todsünde sein, ane sünde beschehen
;
j. den verstand zum rauben gebrauchen
.
Wortbildungen:
raubgut
›Beute(gut)‹, ˹
raubnis
,
raubstal
˺ ›Raub, Diebstahl‹,
raubspiel
›Glücksspiel‹ (a. 1534),
raubstul
im Beleg polemisch für ›Papstthron‹,
raubung
1 ›Wegnahme; Entzug‹ (dazu bdv.: vgl.  3,  2).

Belegblock:

v. Ingen, Zesen. Ros.
86, 3
(
Hamb.
1646
):
er [liebhaber] mus kuͤhne sein / bitten / heischen / fortern [...] er muß endlich stehlen / und / wan dieses noch nicht genug ist / zum allerletzten rauben.
Luther, WA (
1519
):
todten, eebrechen, rauben, und der gleychen gottis gebottis ubertretungen.
Das man nit stelen, morden und rauben soͤl, das ist kein Euangelium nit, Nein es ist ein gesecz das do lernt, was man thun soͤl.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
ich
[der Teufel]
reyße sye [die lute] zu unthogenth | inn alter und inn jugent: | morden, stelen und rauben.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
wie der Geystlich standt | Die Goͤttlich Schrifft helt vor ein tandt, | [...] | Als was jn dient, vor sich außklauben, | Damit sie der Welt guͤter rauben.
Strauch, Par. anime int.
55, 4
(
thür.
,
14. Jh.
):
Christus sprichit: ,nemit und ezzit, dit ist min lichame‘. he sprichit: ,nemit‘, nicht raubit, noch stelit, noch keufit.
Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
,
1325
):
Der man hat mich geroubet mines gutis oder hat mir verstoln mine habe.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
obd.
1525
):
inen ist vom römischen raubstuͦl gwalt geben, die leut zuͦ verbrennen.
Gille u. a., M. Beheim
18, 31
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
nicht anders ist die plinthait wann | Raubung des lichtz.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
79
(
Nürnb.
1517
):
[Christus]
hat mögen wegknemen die sünd, wann er hat nit geroubt die ,gleichmesikeit gots‘
[›Wesensidentität mit Gott‹]
, sunder er ist von natur der allmechtig, ungemessen, ungeendet, ewig got.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
das er [keiser Friderich] den stuͦle zuͦ Rome mit gewalt roubete.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Jst also dieser gestalt das Mänschliche wesen in eine solche Verwürrung vnd vppigkeit gerathen, daß sie alle ihre Leibs vnd Seelenkräfften [...] allein zu stehlen vnd zu Rauben gebrauchen.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
do man merglich roupguͦt den vienden genomen und ir ouch vil ertoͤt hat.
v. d. Broek, Spiegel d. Sünders
221v, 47
(
Augsb.
1476
):
Wider das siebende Gebot / Stellet der Teuffel auff Geld vnd Geldes wert / die Leute damit anzukuͤrren / vnd anzufuͤhren / das sie stelen / rauben / wuchern.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
33, 116
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
mach durch dein heilig siben gawb, | das ieglich christen recht gelawb, | [...] | das im chain veint sein sel icht rawb.
Bastian u. a., Regensb. UB
146, 30
(
oobd.
,
1359
):
ez sol dhein ir habe
[Besitz verurteilter Straftäter]
niht fraydig
[›rechtlichem Zugriff unterworfen‹]
sein dann die, die geraubt oder verstoln ist.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 288, 5
(
moobd.
,
1345
):
[Beeinträchtigung der Kaufleute]
von raubnusse und von merung der mauten.
Gierach, Märterb.
3478
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
er hat gerawbet mïr mein prot.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1433
, Hs.
17. Jh.
):
derselb fräfler ist füer ain diep oder raubstall anzunemen oder ledige sich von dem gericht.
Munz, Füetrer. Persibein
266, 3
(
moobd.
,
1478
/
84
):
[Persibein zu einem besiegten Gegner:]
dein lebens rawbet | wirstu von mir kain weys.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
31, 36
(
tir.
,
1464
):
Wie mag ich got gepauen ein wolgefëllig haus [...] von dem güet der armen menschen, das in geraubt vnd genamen würt [...]? Was gerëchtikhait sol das sein: peschëczen die totten vnd rauben die lebentigen [...]?
Große, Schwabensp. ; ; ;
Köbler, Ref. Nürnberg
343, 7
;
Rieder, St. Georg. Pred. ;
Köbler, Stattr. Fryburg ;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
143, 29
;
Rwb  f.;
Vgl. ferner s. v.  2.
3.
›auf Raub-, Beutezug gehen‹; ›einen Ort, ein Kollektiv (
land und leute
) mit dem Ziel, Beute zu machen, überfallen, plündern‹; auch: ›vom Raub, von Beutezügen leben‹;
vgl.  1.
Phraseme:
auf dem mer rauben
›Seeräuberei betreiben‹.
Bedeutungsverwandte:
 19,
2
,
4
 21,  2, , .
Syntagmen:
j. r
. (absolut);
jn
. (
die bürger, land und leute
)
r
.,
etw
. (z. B.
die welt, klöster / länder / schlösser
)
r
.,
auf jn. r
.,
j
. [wo] (z. B.
auf der strasse, auf dem mer, zu land
)
r
.; subst.:
r. vorhaben
;
etw. durch r. erobern, sich mit r. nären, jn. mit r. schädigen, mit r. in viele dörfer ziehen
.
Wortbildungen:
˹
raubnest
,
raubschlos
˺ ›befestigtes Haus, von dem aus Raubzüge organisiert werden und in dem Beute versteckt wird; Unterschlupf von Räuberbanden‹ (dazu bdv.: vgl.  3,  7,  1, ),
raubschif
1 ›Kriegsschiff, Galeere‹ (dazu bdv.: , ); 2 ›Seeräuberschiff‹,
raubung
2 ›das Beutemachen‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1524
):
das die reutter geringer reuber sind denn die kauffleut, Syntemal die kauffleut teglich die gantze wellt rauben
(auch zu 2 stellbar).
Ebd. (
1525
):
das sie auffrur anrichten, rauben und plundern mit frevel kloster und schlosser, die nicht yhr sind.
er [der Türcke] suͤcht ander land zu rauben [...], wie ein meer reuber odder strassen reuber.
Thiele, Minner. II,
26, 282
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
wir haent zo lange gelegen stil | daz her Amor onse lant | haet geroyft und gebrant.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1603
):
Keyser Rudolph von Habsburg hat [...] rahtsam erfunden, daß die raubschlößer, der in Teutschland über die 70 gewesen seind, zerbrochen [...] worden.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
do roubete der von Henbergk uf lantgraven Frederichen von Doryngen unde nam seynen armen lewten unde den herren zu Jorgental yre kuwe und schouf.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
66, 28
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
In disim riche und in dem riche Casmar do sint me wen ee roubschif, di roubin uf dem mere.
Ebd.
67, 2
:
di wile si [roubir] lebin, so roubin si uf dem mere.
Mylius (
Görlitz
1577
):
Nauis piratica Raubschiff.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
1517
/
8
):
Schmidwerck zwpricht manch pös raubnest.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Weh denen, die mit raubn sich nehrn | [...] | Andern jhr Hauß vnd Hof außleern.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
wir gewunnen alle die stett Wir liessen kein dinge in in on die vich die do waren zuͦkummen in dem teil der raubungen
[
Luther
1545, 5. Mose 2, 35:
raubeten wir
].
Bachmann, Morgant (
halem.
,
1530
):
du muost min buob sin und mir hälffen das land rouben und zerstören.
Maaler (
Zürich
1561
):
Rauben / Staͤlen / Ein straaßroͤuber sein. [...]. Auff dem meer Rauben.
Raubschiffe / kleine galeen.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
do beschrei in hertzog Ludbig [...] fur einen rawͦber und sprach, er hielt die auf, die in und sein land und lewͦt täglich rawͦbten.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
herzog Cristof und Bolfgang [...] zugen mit rauben und aufheben und plündern in vil dorfer.
Leman, Kulm. Recht ;
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
8, 21
;
Gille u. a., M. Beheim
453, 135
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern ;
Skála, Egerer Urgichtenb.
113, 16
;
Rwb  f.
4.
›jn. (als Gefangenen) von einem Ort wegbringen‹; ütr.: ›jn. von etw. abbringen‹; speziell: ›jn. / etw. dem Einfluss e. P. / e. S. entziehen‹;
vgl.  2.
Phraseme:
jn. der sinne rauben
›jn. um den Verstand bringen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4,  18,  8,
1
 2.

Belegblock:

Luther, WA (
1526
):
du hast viel heyden geraubt, so werden dich widder rauben alle ubrigen von den voͤlckern umb der menschen blut willen.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1194
(
mrhein.
,
um 1335
):
Die gesith
[der Anblick des gekreuzigten Christus]
duͦnket mich so guͦt, | daz ich in siner minne, | got raube mich dan der sinne, | wil leben vnd sterben.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
las nicht rauben | Dich von dem cristenglauben.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
117
(
Nürnb.
1517
):
Dise [breut des ersten grads] roupt got, domit sie durch boßheit oder betrug nit verfürt werden.
Thiele, Minner. II,
11, 56
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
raub [gnedig fraw] mich mynr pin, | din gnad entschlus.
Sappler, H. Kaufringer
26, 78
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
leiden beginnet den menschen rauben | seiner missetat ungehewr.
Qu. Brassó
4, 12, 23
(
siebenb.
,
1603
, Hs. 
v. 1761
):
da die Türken die Stadt nicht konnten einnehmen, so robden sie die Edelleute.
5.
›jn. (durch Heirat) dem Herrschaftsbereich eines Leibherrn entziehen‹;
Spezialisierung zu 4; zu  4.
Halem.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
2
 47; vgl.  3.
Wortbildungen:
raubrecht
›Recht eines Leibeigenen, seine zukünftige Ehefrau durch eine Abgabe der Herrschaft ihres Leibherrn zu entziehen‹.

Belegblock:

Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1470
):
wenn ain gotzhusman von Sant Gallen ain gotzhusfrowen von Sant Johan zu der E nympt, so sol dann derselb ir man sy roben und lösen von dem gotzhus Sant Johanns mit dry schilling pfeningen.
Ebd. (
1589
):
Doch also das derselbig, so jetzerzelter maßen aine geraubet, nit destoweniger verbunden und schuldig seye, den gewonlichen raubschilling [...] dafür zubezalen, zue welchem dann ine auch sein stift und gottshaus [...] von welchem solche fraw geraubet worden, begert, weisen, vermögen und anhalten solle.
Leisi, Thurg. UB
6, 670, 23
(
nalem.
,
1373
):
hierumb so hab ich usgenomenlich bedingt, dz die vorgeschribnen lút [...] beliben sond dem obgenanten closter [...] also, dz [...] kain ropreht noch verbuntnúst, [...] an den selben lúten kainen schaden [...] bringen sol.
6.
›etw. / jn. schwächen‹; ›e. S. Energie, Kraft, Leben entziehen‹; speziell von Abfallprodukten beim Erzabbau: ›(ohne Nutzen) Kräfte binden, verbrauchen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Wortbildungen:
raubfrucht
im Beleg Epitheton für den die Lebenskräfte hemmenden Nordwind (vgl. ),
raubung
3 ›Schwächung‹,
raubvater
im Beleg als Epitheton für Jupiter, der die Kräfte des Saturns beeinträchtigt.

Belegblock:

Löscher, Erzgeb. Bergr.
161, 6
(
omd.
,
1554
/
1633
):
do die ercz andere rauhbende arten, die ohne silber seindt, bey sich haben, die unter lichte nicht so wohl alß beim tage können erkant werden, darumb ist das erczscheiden solcher ercz bey lichte abgeschafft.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1559
):
schlacken und griefen blei sind allhie dem goldmachen trefflich schädlich, ob sie wohl arm und kein silber halten, so seind sie doch ihrer art wilde und rauben, dardurch den huttenherrn grosser verderb und schade erfolget.
Gille u. a., M. Beheim
3, 212
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das pild
[die Gottesebenbildlichkeit der Seele]
uns nach der sund peleibet pey, | die sund uns aber nach der gleichnüs raubet
(›schwächt uns in Bezug auf die Gleichheit‹).
Ebd.
18, 58
:
das | pos ist des gutn ein raubung und ein as.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Du
[Maria]
wirst die helle roben | Mit dinem rechten gloͮben, | Den túvel úberwinden.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
8, 7
(
noobd.
,
1347
/
50
):
wanne er [Jupiter] sich geselt dem satjar, so hindert er sein kreft, und darumb hiez er paz der raubvater.
Ebd.
21, 28
:
Der [boreas] haizzt ze deutsch raubfruht, daruͤmb, daz er kalt ist an seiner kraft und dem leben widerkrigend.
Veith, Bwb. .
7.
›widerrechtlich, auf fremdem Grubenfeld oder auf Kosten der Erhaltung des Abbaugebietes Erz abbauen; Raubbau betreiben‹.
Bergbaubezügliche Texte.
Wortbildungen:
raubgebäude
›Bergbauten, in denen Raubbau betrieben wird‹,
raubort
›Abbau auf fremdem Grubenfeld‹.

Belegblock:

Löscher, Erzgeb. Bergr.
179, 3
(
omd.
,
1554
/
1633
):
Gnadengeldt wirdt [...] nicht gegeben zu den gebeuden über den stollen, stroßen undt bergkfesten außzuhauen undt die zechen mit raubgebeuden zu verwüsten.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1528
):
Damit aber dieselben gemutt oder gefreitten schecht und berg uns zu keinem nachteil lange unbauhaftig liegen, demnach haben wir die raubortter bewilligt, dass ein gewerke dem andern aus seiner mass und rechten [...] ertz auszuhauen stadt haben mögen.
Ebd. :
Sobald aber die gewerken, denen ihr ertz ausgehauen wurde, [...] die andern gewerken bergmennisch beschreyen [...], alsdann sollen die gewerken, so geraubt haben, bey der peen funfzig mark mit ihrer arbeit ablassen.
Veith, Bwb. ; ;