ratio,
die
;
aus
lat.
ratio
›Rechnung, Berechnung, Rechenschaft, Denken, Denkvermögen, Vernunft, Grund, Maß, Gesetzmäßigkeit, Ordnung, Methode, Prinzip‹
(
Georges, Neub.
2, 4049
).
›Vernunft, (logisch arbeitender) Verstand‹; auch: ›Bedachtsamkeit; Fähigkeit, vernünftig zu handeln‹; mehrfach abwertend als weibliche Figur personifiziert.
Bedeutungsverwandte:
,
1
 14,  4, ; vgl. ,  1.
Wortbildungen
ratiocinieren
›rechnen; etw. ausrechnen, berechnen‹ (dazu bdv.: , V., 1617,  14,  2; vgl.
1
 4, ),
rationarius
›Rechenbuch‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1523
):
ratio ist ein blinde tolle nerrin, steckt mitten im gottswerck et tamen nescit.
Ebd. (
1546
):
des Teuffels Braut Ratio, die schoͤne Metze, feret herein und wil klug sein, und was sie sagt, meinet sie, es sey der heilig Geist.
Sachs (
Nürnb.
1541
):
Mich daucht [inn dem schlaff]: Fraw Ratio | Fürt mich haymlich allso: | Hoch durch den lufft wir furn | Für eynen hohen thurn.
Rot
344
(
Augsb.
1571
):
Ratio, Vernunfft / Rathschlag vnd fürsatz des gemuͤts. Jtem weiß / maß / mittel vnd weg. Rationarius, Rechenbuͦch. Ratiocinirn, Außrechnen / bey sich selbs betrachten / eins bey dem andern abnemen vnd ermessen.