rasen,
V.
›außer sich, von Sinnen sein‹; mit unterschiedlichen Nuancierungen im Einzelnen: ›unsinnig reden oder handeln‹; ›sich ungestüm, wild bewegen‹; ›toben, wüten‹.
Wortbildungen:
rasejare
raserei
raserie
rasig
Belegblock:
Daz ymand je
[s.
jehen 1]
, ich rase | Und umme sust verblase | Beid den odem und di luft. haben viel grosser trefflicher leute darynne gefehlt [...], wissen den Mosen nicht zu predigen, [...], sind unsynnig, toͤben, rasen und wuͤeten, plaudern yns volck.
Ich hab es selber gesehen und erfaren, wie toll, rasig und unsynnig sie [die tollen leute] waren.
Hiemit ist aber von Gott selbs verdampt all jr verstand, [...], als eitel wansinn, blindheit, raserey.
Ebd.
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: Ein rasend mensch mus rasen.
also daz lude huben an zu danzen unde zu rasen.
Proculus, ein heidenscher meister, nemt es [dis gemuͤte] ein slaf und ein stille und ein goͤtlich rasen.
wanne in allen widerparten ist rassen und kriegen, vigentschaft, nid und has, hochfart und zorn, daz alles dotsünde ist und in die ewige helle gehoͤrt.
weil die Jugend in solchen Raase⸗Jahren viel Kinderbossen vnnd Thorheiten begehet.
das so grosse vnd herrliche menner also tobten vnnd roseten über soliche vnachtsame sachen.
Voc. Teut.-Lat.
aa iiijr
; Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1932, 194
.‒
Vgl. ferner s. v. .