1
rand,
der
;
–/-en
;
zu
mhd.
rant
›Einfassung‹
().
1.
›Einfassung, Umfassung, Begrenzung (einer kleineren räumlich dimensionierten Einheit unterschiedlichster Art)‹; im Einzelnen: ›Besatz eines Schildes‹ (auch in tropischer Verwendung); ›Rand eines Gefäßes; Kante‹; ›Kragen, Ring‹.
Phraseme
über schildes rand
›pauschal, im Überschlag (nicht genau) berechnet‹ (dazu bdv.:  6).
Bedeutungsverwandte:
(
das
; hier: ›schweifartige Verzierung‹), ,  1; vgl.  1,  2.
Gegensätze:
(
die
1.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
674, 5258
(
Magdeb.
1608
):
des Gruͤnrocks scharffer Spieß / | Sein spitz obn im rand hangen lies.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Schiltt gegen schilttes rantt | Ward elleklich getrukett, | Du schwertt ze blik erzukett.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Auch furt er auf dem helm sein | Ein swann hals von perlein chlar, | [...] | Uͤber den hals so waz ein rant | Nach zobelvar gestekchet | Von hannveder gerekchet.
Gar listichleich er
[Teufel]
tzu dir rant | Und stach dich durch dez sinnes rant, | Mensch, mit seinem scharffen ger.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1104
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Zwey tieffe schalen [...], die eine ist ein wenig am mundtstuckh oder rand etwas geschwaifft.
Ebd.
1128
:
ein anders [schüsselein] mit keinem rand oder geschwaifft.
Ebd.
403
;
567
;
Stedtfeld, Roger-Glosse
100
;
Vgl. ferner s. v.
1
 1,  18,  1.
2.
›Ufer‹.
Bedeutungsverwandte:
 3,  2,  1, ; vgl.  1,  2.
Gegensätze:
 2.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
1. Kön. 7, 23
(
Wittenb.
1545
):
VND er machet ein Meer gegossen / zehen ellen weit von einem rand
[
Mentel
1466:
lebs
, zu lat.
labium
›Lippe‹; nd. Bibel 1478:
boerde
;
Froschauer
1530:
ranfft
;
Eck
1537:
lefzen
]
zum andern / rund vmbher.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
634, 4031
(
Magdeb.
1608
):
[Jhr Pfarrer] Sprach jhnen Absolutz vnd segen / | Von einem hohen Baum am rand / | Dabey sie außtratten auffs Land.
Ralegh. America iijv, (
Frankf.
1599
):
Dieser Kieselsteinlein sahe ich auch viel am Rand deß Wassers.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
179, 18
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Es seind auch wurmlein wie die grossen maden, [...], die findet man an den teichen am rande und heissen stockquerder.
Peil, a. a. O.
469, 6435
.
3.
›äußerster Teil (eines Gebietes)‹; meist speziell: ›Grenzgebiet‹ (von flächenhaft gedachten, geographischen Bezugsgrößen).
Phraseme:
in der welt rand
›im äußersten Teil, am Ende der Welt‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
2
, II, 3,  3,  1,  5.

Belegblock:

Gerhard, Hist. alde e
4661
(
omd.
,
um 1340
):
van der Egypten rande | Und ouch uz dem morlande | Brachte man den koufschatz dar.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Merke hie wes diz leben | Si, in dirre werlde rant.
Gotis geburt tet sie vro | Wesen in der selben zit. | Ir gesanc wart da vil wit | Gehort in der werlde rant.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
369
(
Genf
1636
):
Rand / Ranfft [...]. Das eusserste eines jeden dings.
4.
›angrenzendes freibleibendes Seitenstück, das Geschriebenes, Tabellen u. Ä. umrahmt‹.

Belegblock:

Enders, Eberlin (
Wittenb.
1525
):
Wenn yhr leset yn der Bibel, so suͤchet auch die oͤrtter, wilche neben aus dem rande verzeychnet sind, wie man es nennet die Concordantien.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
Margo, der Rand zur seiten / dessen außwendig an den Tabelln ordendlich hinab⸗ auch bißweilen zur rechten hinauf⸗werts steigende Zieffern sind mehrenteils zehler der zeilen.
Ebd. :
[das] der zur lincken Hand stehende Rand / zu der uͤberschrifft: der zur rechten aber / zur unterschrifft gehoͤre.
Linea / wird genandt / die reyhe der Cyphern von rand zu rand.