ragen,
V.;
zu
mhd.
ragen
›in die Höhe stehen; hervorragen‹
().
›starr, steif sein / werden‹; in der Wortbildung meist mit der Komponente: ›(in die Höhe) gereckt, gestreckt sein‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. .
Wortbildungen:
rag|or
›gerecktes (aufmerksames) Ohr‹;
häufiger im Diminutiv:
ragenörlein
›(gestrecktes) Langohr (Hase)‹,
ragensterz
›hochgereckter Schwanz‹ (bildlich: ›Hochmut‹).

Belegblock:

Fastnachtsp. (
nürnb.
,
v. 1486
):
Das in nit irrt die nachtgeschwulst | Und auch des ainliften fingers ragen.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
[der bauwer] schwur dem armen hasn den todt: | Du ragenöhrlein, du must sterben.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Sie leget im die Hend uff das Hertz, aber sie fielen wider herab, also ob sie geragt weren.
Goedeke, Fischart. Flöh Haz
3470
(
Straßb.
1594
):
aine legion mit flöh | Mit blossem gses setzt in den schne, | Welchs euch ward herber als der merz, | Der euch recht störzt den ragensterz.
Ukena, Zuger Trag.
1566
(
halem.
,
1598
):
Gar wol herr teüfel glaubs du mir, | Es ist mir ja der weysest ratt, | Den mein Ragohr noch nie ghört hatt.
Maaler (
Zürich
1561
):
Ragen / Hert sein. Rigere. Als so nassz plũder gefreürt.