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raffen,
rappen,
V.;
zu
mhd.
raffen, reffen
›rupfen, raufen; an sich reißen‹
(); vgl.
mnd.
rapen
›raffen‹
( f.).
›etw. sammeln, zusammentragen, an sich reißen‹; ›jn. / etw. plündern, ausnehmen‹; im religiösen Kontext ütr.: ›jn. (zu sich) entrücken‹.
Bedeutungsverwandte:
 1112,  3, , ; vgl.  17,  1,  5.
Wortbildungen:
raffenin
›geizige Weibsperson‹ (als Schimpfwort),
rafholz
›Holz zum Aufsammeln gegen Entgeld‹ (a. 1593),
rappeln
›etw. stibitzen, schnell an sich nehmen‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1530
):
weil jhr [...] so kleglich jtzt schreiet, das man die kloͤster und stifft guͤter so rappet, mus ich der halben mit euch ein heimlich freundlich gesprech halten.
Ebd. (
1536
):
Ut Enoch non dicitur, quod mortuus, sed gezuckt und gerafft aus sterblichen leben ins paradis.
Ebd. (
1543
):
Selig sendt, die (sagt ehr), die ehs nit gesehen haben und glauben ehs, Da rafft ehr zu hauffen alle die jenigen, die ehs nit gesehen haben.
Aubin, Weist. Hülchrath (
rib.
,
1546
):
geiner sall vor den sonnenufgank noch nae der sonnen undergank up dem busch buschen oder raffen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1563
):
Der geitzig und sein raphenhin stelleten sich wol deßgleichen.
Bächtold, N. Manuel. Zugabe H. R. Manuel
304, 50
(o. O. o. J.):
Das hat dich alle bosheit glert, | Huͦren, spilen, füllen und prassen, | Alls zuͦr dir rappen us der massen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
369
(
Genf
1636
):
Raffen / etwas begierig auffheben vnd hinnemmen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
ist er übel erschrocken, also das im der herr wol angemerkt, das er den sack hab rabellet.
V. Anshelm. Berner Chron.
6, 9, 20
;