rachen,
auch
rache,
der
.1.
›Rachen; körperlicher Übergangsbereich zwischen dem Gaumen im hinteren Teil der Mundhöhle und den oberen Atemwegen sowie dem Verdauungstrakt beim Menschen und bei größeren Tieren‹; auch bildlich für den körperlichen Ort sprachlichen Handelns; ferner metonymisch: ›Mund, Maul‹; ›Gaumen‹; ›Kehle‹; ›Hals‹; offen zu 2.Phraseme:
naseweiser rachen
›Gourmet‹ (wohl mit Tendenz zum ›Gourmand‹); einen weiten rachen haben
›unersättlich sein‹; jm. den rachen verstopfen / zuhalten
›jn. zum Schweigen bringen‹; jm. den rachen schmieren
›jm. Redegewandtheit verleihen‹; die hungrigen rachen (mit etw.) schmieren
›die hungrigen Mäuler stopfen‹.Wortbildungen:
rachenhöle
rächsen
rächslen
rächsung
Belegblock:
Die Juden leren auch also, aber es ist aus des Teuffels rachen geredet.
Der Esel sperret weit auff den Rachen / | Ließ sein Hika schrecklich herkrachen.
mit vermelden / daß diese oder jene [gefangene] / gar zu obstinat scheine / es sey kein zweiffel / der Teuffel habe jhr das Maul / vnd Rachen verstopfft.
Wann nun zu diesen vnseren Zeiten / eine zwey oder dreymahl gefoldert wird / vñ nichts bekeñet / so heists [...] der Teuffel halt jhr den Rachen zu.
[Er] log, samb wer im gschmiert der rachen.
der munt ist nu gar verdorret, daz dú kúsch zung dem rachen an haftet von dúrre.
Die andern zeichen sind, so die nasen treflich flüssig were [...], und die squinanci, das fallen der uvulae oder im blat, im rachen, in zenen oder ein nachfolgend husten.
Faux rachenhuͤl.
[der Zwinglj] ursach und saͤcher / alls dis übels / ellends / jamers und angsts / jetz da lag rachslen jn sim schellmigen bluͦtt / dem doch gott die gnad hatt tan.
Naßweyser Rachen / der ein ding wol versuͦchen vnd küsten kan / der sich wol auff den magen der speyß verstadt. [...]. Heisse weyn verhoͤnend den Rachen das er nit mer küsten kan odʼ versuͦchen.
sein
[des Menschen]
rach ist im [durch den
schüttler und den
ritt]
also versert, | das er newr damit begert, | was im schädlich ist und schwach. Das, a, würd allein nitt dem Athem durch den Rachen, vnnd mit weyt offnem mund außgesprochen.
Das k, vnd, q, werden außgesprochen mit ginendem vnd offnem gumen oder rache, wie sich ainer würget.
diu versuochende kraft der sêl ligt aller maist an dem rachen des mundes.
[die früht] sint auch gar ain guot nütz ezzen den, [...], die trucken huostent und pluot rächsent.
Polippus pucz in der nasen, Screatus răchsung.
2.
›(gefräßiger oder verschlingender, Verderben bringender) großer Schlund eines Raubtiers oder Ungeheuers‹; meist bildlich; ütr.: ›Abgrund‹.Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
den rachen wieder jn. aufsperren
›jn. anfeinden, beschimpfen‹.Syntagmen:
der walfisch den r. zuschliessen, der abgrund
(Subj.) seinen r. sperren, etw
. (Subj., z. B. die helle, die ochsen
) seinen / iren r. wieder jn. aufsperren
; der r. jn. auffressen / verschlingen, jm. den tod bringen, js. r. ein offenes grab sein, der r. der helle
(Subj.) jn. in dem tod anfechten
; j. aus dem r. kommen, jn. aus dem r. erquicken, der sünder dem teufel im r. stecken, gottes son
(Subj.) dem teufel / tod in den r. faren, j. dem valand den sper tief in den r. stechen
; der r. des drachen / todes, der helle / schlange
; der grosse / hellische / stinkende / weite r
.; der kopf mit einem r
.Belegblock:
das ich aus des todes rachen und Teuffels [...] gewalt kome, da gehoͤret ein ewige allmechtige Gottliche krafft zu.
Mitten ynn dem tod anficht | uns der Hellen rachen.
das ich des menschen Sohn und Gottes Sohn bin, in einer person, und in den todt dahin gegeben, das ich dem Teuffel und tode in rachen fhare?
Jren Rachen
[
mundMentel
1466: ]
sperren sie auff wider mich / Wie ein [...] reissender Lewe. so halt ich dich [Schlangen] [...] fuͤr meine Verraͤterin / oder die einem jhre dienste werde anbieten / seinen Rachen wieder mich auffzusperren.
Dar inne [schilt] sint auch verbildet trachen | Mit perlin, uz der rachen | Clingelt manig vingerlin.
Auff das er uns mit seinem plut erquicket | Auß dem stinckenden rachenn | Des mortgifftigen trachenn | Und hellehund.
Dero rachen ein offes grab ist / Die mit iren zungen liebkosen.
Der Abgrund sperret seinen Rach, | Das Fewer thut er zwingen.
Sein sper tewf in den rachen | er do dem valannd stach, | das es pegunnd erkrachen.
Knape, Messerschmidt. Bris.
35, 40
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