quaste,
1
queste, die
;–/-en
;2
quast, der
;-k
(koste
); ›aus Zweigen, Halmen, Fasern zusammengebundenes Bündel, Büschel (mit unterschiedlichen Funktionen)‹; im Einzelnen: ›Reisigbündel‹ (als Hilfsmittel beim Fischfang); ›Badewedel‹; ›Pinsel, Bürste‹; ›Quaste, Troddel‹ (als Helmzier, Accessoire); ›Markierungszeichen für ein (abgabepflichtiges) Markt-, Handelsgelände‹; häufig mit Bezug auf die Schöpfungsgeschichte (1. Mose 3, 7): ›Schurz (aus Feigenblättern)‹.
Syntagmen:
die q. eintunken / machen / stecken, in einen stok machen, in das wasser legen, vor das rauchloch hängen
; die q
. (Subj.) aus laub und gras gemacht sein, die scham decken
; der ham mit der q. nachkommen
; die q. auf dem helm, aus laub, von hanenfedern
; die seidene q
.; der bader mit der q
.Wortbildungen:
1
questen
questenwedel
Belegblock:
izo seint sie durch ein betriegung, [...], durch eines teufels zuthun und zauberei [...], der Murnar in ein drachen [...] und Eckius mit dem questenwedel verwandelt worden.
mache eynen qwast in eynen stock und tüncke doryn und smere das pferd do methe.
Sihe da die feyne außleger der heyligen, wie hubsch kunden sie yhrer schand ein questen und entschuldigung flechten auß den blettern dißes heyligen feygen bawmß.
Es soll auch keiner uber hundert questen oder busell in das wasser legen
(aus einer Fischereiordnung). mit dem wusch auf dem heidt herumbfahren oder questen auf dem wasser und die fische von der seichte abschrecken.
Ebd.
26
: Wann ein fisch hienein scheust, so mus er darinnen
[in der
reuse]
bleiben, so lang bis [...] der mit der questen hernach kompt. Perisomatum ein qweste.
dieselben [mandat der löhne] beym schreiber zu holen und zu schlagen uf die gut vor den torn, am Main und uf der Brucken gut achtung zu haben, und questen zue stecken.
so machten sie qwesten, ze verpergen das gehaym, das ane schult vor was lustlich an ze sehen offenlich.
Henck den kösten für das rauchloch, | Als ob es sey ein biberschwantz.
[Adam und Eva] schluͦgent ir hende für ire schamme und mahtent questen us loube domitte sü möhtent ir schamme bas bedecken.
Mit Küblen und questen thuͦt man mich baden.
Chron. Köln, Koelhoff
8r, 49
; v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe ;
Schmitt, Ordo rerum
257, 9
; Voc. Teut.-Lat.
aa iijr
;