quaste,
1
queste,
die
;
–/-en
;
2
quast,
der
;
gelegentlich Schreibungen mit initialem
-k
(
koste
);
zu
mhd.
queste, quast
Büschel, Wedel‹
().
›aus Zweigen, Halmen, Fasern zusammengebundenes Bündel, Büschel (mit unterschiedlichen Funktionen)‹; im Einzelnen: ›Reisigbündel‹ (als Hilfsmittel beim Fischfang); ›Badewedel‹; ›Pinsel, Bürste‹; ›Quaste, Troddel‹ (als Helmzier, Accessoire); ›Markierungszeichen für ein (abgabepflichtiges) Markt-, Handelsgelände‹; häufig mit Bezug auf die Schöpfungsgeschichte (1. Mose 3, 7): ›Schurz (aus Feigenblättern)‹.
Bedeutungsverwandte:
, , 1,
2
, ; vgl. , , .
Syntagmen:
die q. eintunken / machen / stecken, in einen stok machen, in das wasser legen, vor das rauchloch hängen
;
die q
. (Subj.)
aus laub und gras gemacht sein, die scham decken
;
der ham mit der q. nachkommen
;
die q. auf dem helm, aus laub, von hanenfedern
;
die seidene q
.;
der bader mit der q
.
Wortbildungen:
1
questen
›peitschen‹,
questenwedel
wohl tropisch für ›Eselsschwanz‹.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O.
1522
):
izo seint sie durch ein betriegung, [...], durch eines teufels zuthun und zauberei [...], der Murnar in ein drachen [...] und Eckius mit dem questenwedel verwandelt worden.
Eis, Albrants Roßarzneib.
149, 9
(
preuß.
,
2. H. 15. Jh.
):
mache eynen qwast in eynen stock und tüncke doryn und smere das pferd do methe.
Luther, WA (
1520
/
1
):
Sihe da die feyne außleger der heyligen, wie hubsch kunden sie yhrer schand ein questen und entschuldigung flechten auß den blettern dißes heyligen feygen bawmß.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 211, 16
(
hess.
,
1607
):
Es soll auch keiner uber hundert questen oder busell in das wasser legen
(aus einer Fischereiordnung).
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
brenge mir ouch den beder mit der questen.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
191, 20
(
osächs.
,
1570
/
7
):
mit dem wusch auf dem heidt herumbfahren oder questen auf dem wasser und die fische von der seichte abschrecken.
Ebd.
26
:
Wann ein fisch hienein scheust, so mus er darinnen
[in der
reuse
]
bleiben, so lang bis [...] der mit der questen hernach kompt.
Voc. Ex quo P
403
(
obd.
,
15. Jh.
):
Perisomatum ein qweste.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
177, 32
(
nobd.
,
16. Jh.
):
dieselben [mandat der löhne] beym schreiber zu holen und zu schlagen uf die gut vor den torn, am Main und uf der Brucken gut achtung zu haben, und questen zue stecken.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
6, 18
(
nürnb.
,
1446
):
so machten sie qwesten, ze verpergen das gehaym, das ane schult vor was lustlich an ze sehen offenlich.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Henck den kösten für das rauchloch, | Als ob es sey ein biberschwantz.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
[Adam und Eva] schluͦgent ir hende für ire schamme und mahtent questen us loube domitte sü möhtent ir schamme bas bedecken.
ir cleider worent usser loube und grase gemaht also questen und matzen.
Roloff, Brant. Tsp.
323
(
Straßb.
1554
):
Mit Küblen und questen thuͦt man mich baden.
Chron. Köln, Koelhoff
8r, 49
;
Wyss, Limb. Chron. ;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe ;
Schmitt, Ordo rerum
257, 9
;
Primisser, Suchenwirt ; ;
Voc. Teut.-Lat.
aa iijr
;