pur,
Adj.;
zu
mhd.
pûr
›rein, lauter, unverfälscht‹
(), dies aus
lat.
purus
›rein, sauber, lauter‹
(
Georges
2, 2094
;
Kluge/S.
1995, 656
; ).
›klar, rein, lauter‹.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 1, (Adj.) 1, .
Syntagmen:
p
. ›unverfälschtes‹
gold
.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
1, 175, 10
(
rib.
,
1447
):
Vort die seil, die van den meisteren of broederen gemacht werdent, die solen van nuwen, puiren haenfe gemacht werden.
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
117, 18
(
wmd.
,
1634
):
Da drinnen sie [Bienen] sich sparen | Sich haltens pur, vnd rein; | Recht sauber sie bewahren | Die Zelt, vnd Kämmerlein.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Das man Gotts werck der Creatur | Zuschreib vnd einem Menschen pur.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
zu erhaltung vnd erfahrung der puren vnd Natürlichen art vnd wort einer sprach.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
das bilde Jovis des gotis funffzen ellen langk von purem gulde gemacht.
Luther, WA (
1545
):
Der Bapst sey nicht ein pur mensch, sondern aus Gott und Mensch ein vermischte person.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
22, 16
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Under den allin ist eyn gevese von purem golde.
Gille u. a., M. Beheim
71, 271
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wie mocht der engel also drot | gesunden und sich chern von got | und sein tugent czerprechen, | Seit er peschaffen ward so pur | uber treflich in der natur.
Sachs (
Nürnb.
1561
):
dein gwissen ist pur und rein.
Ebd. (
Nürnb.
1559
):
darin er reichlich thuet ausgiessen | Gottes miltreiche gnad und gunst, | Die uns got pur lauter umb sunst | Anpewt und uns teglich ist geben.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
Der mensche můs pur sin, luter und arm sin selbes.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
daß ich so tobe vnd wüthe, das geschicht allein wegen der Natur des bloßen puren Wassers.
Rot
344
(
Augsb.
1571
):
Pur, Reyn / lauter / sauber.
Menge, Laufenb. Reg.
244
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Do by merke ich vnd vinde | Das der sunnen nature | Ist getemperiert pure | weder ze heiß noch ze kalt.
A. à S. Clara. Glori (
Wien
1680
):
in Mitte dieser ware ein Altar von dem puristen Feinsilber herrlich getrieben.
Schmitt, Ordo rerum
461, 3
;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 31
;
Weber, Oswald. ;
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 457
;
Shess. Wb.
1, 1234
;
Öst. Wb.
3, 1425
f.