provis(i)oner,
der
;
aus
mlat.
provisio
(, 546f.)
1.
›Söldner (meist Adliger), der gegen Werbegeld (Provision), meist mit einer bestimmten Anzahl Reisiger, Kriegsdienste leistet‹.

Belegblock:

Barack, Zim. Chron.
1, 519, 25
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
wie wir ine seins regiments in zeit seins lebens entsetzen und ain provisoner aus im machen.
Ebd.
2, 132, 14
:
Der erst herzog [...] hett herrn Gottfriden zu aim provisoner angenomen.
Chron. Augsb.
8, 238, 3
(
schwäb.
, zu
1563
):
nach im send vorher geriten juncker Matheus Schöll, der stat provisioner, und Hanns Basti Schertle.
Seuffert u. a., Steir. Landtagsakten
89, 14
(
m/soobd.
,
1445
):
Den solt auf des landesfürsten provisioner sol im land [...] geben werden.
Rot
343
;
Schwäb. Wb.
1, 1453
;
Öst. Wb.
3, 1035
f.
2.
›Person (meist Adliger), der vom Landesfürsten eine Unterstützung (Provision) erhält‹;

Belegblock:

Wopfner, Bauernkr. Tirol
45, 3
(
tir.
,
1525
):
das aŭch alle unnŭtze profisaner abgethan werden.
Goldammer, Paracelsus. B. d. Erk.
36, 26
(
obd.
, Hs.
n. 1570
):
sie werden nit profisianer / noch pfrundter / noch pensionierer / sunder billger.