pracht,
die
,
auch
der
;
-Ø/
auch
-en
.
1.
›Lärm, Geschrei, Tumult‹.
Bedeutungsverwandte:
 14, , ; vgl. .
Syntagmen:
grosse / kriegerische / laute / mächtige / ungefüge p
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
dô quam sô her mit grôzir bracht | geprastilt gene hûte.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Ich [tüfel] trüg und lüg als min geslecht [...] Und mach an vil grosz bræcht.
Sappler, H. Kaufringer
7, 224
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
nun ist er nächtig komen dar, | da es gar was worden nacht. | er staig darauf oun luten pracht.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Ich wil werlichen dar | Ervaren ir gevertte gar, | Waz volkes alsus by nacht | Tryb so ungefügen bracht.
Lemmer, Brant. Narrensch.
19, 53
(
Basel
1494
):
Schwaͤtzer [...] machen groß geschrey vnd braht.
Bächtold, H. Salat (
Luzern
1532
):
Ich hort ein temmer, toß und pracht, | ein grusam leben ward gemacht.
Ebd. (
Luzern
1537
):
könnend‘s nit sagen mit eim einigen wort, sunder komend mit witloufenden, hochen reden, mechtigem gschrei, brachten.
Niewöhner, Teichner
604, 5
(Hs. ˹
moobd.
,
1469
˺):
da was in pracht von manigen slachten.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Daz maniger schre mit lautem pracht.
Adomatis u. a., J. Murer. Hester
30
(o. O.
1567
):
Ae huͤttend üch vor braͤcht und gschwatz.
Barack, a. a. O. ; ; ; ; ;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 26
;
Henne, Hochspr.
1966, 74
f.;
Klein, Oswald
403
;
Schmid, R. Cysat
6, 69
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 749
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Öst. Wb.
698
f.
2.
›aufsehenerregender Prunk, Pomp; Hochmut, Großsprecherei, Großtuerei‹, meist negativ bewertet.
Syntagmen:
p. brauchen / dämpfen / füren / suchen / stellen / treiben
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Hoffart hochfart hochmut stoltz stoltzheit hoffardey pracht vbermütigkeit verwegenheit.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Das Rhor vernam des Baumes pracht, | Wie er sich rhuͤmpt vnd gschefftig macht.
Ulner
257
(
Frankf.
1577
):
Hochmuͤhtig seyn. Stoltzieren / hochmut treiben / sich erheben / vbermut vnd pracht treiben / prangen / sich auffwerffen.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Den sturm furt er mit grossem pracht.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Die [fraw Welt] tracht nur nach reichthumb und gelt, | Nach gwalt, wollust, macht, prenck und pracht.
Ebd. (
Nürnb.
1563
):
Und führt mit worten grossen pracht, | Sich trutzig und gantz herrisch macht.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
nürnb.
1631
):
Deß Teuffels Gwalt vnd grosser Pracht, | Ist worden gar zu schanden gmacht.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2453
(
schwäb.
,
1453
):
Sus gieng wir hin gar snell und bald | Für das gericht mit cleiner bracht.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
er [Fugger] ist gewessen fraindlichs zůsprechens on allen pracht, eerenreich und milt.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
sein jugendt für ander seins gleichen in weltlichem pracht und wollust verzert.
Roder, Stadtr. Villingen (
önalem.
,
1668
):
daß die mägt, neieren und gemeiner burger weiber und döchtern in erkaufung der marder- und otter hüeten einen solchen übermueth und überflüssigen bracht gebraucht.
Jörg, Salat. Reformationschr.
65, 29
(
halem.
,
1534
/
5
):
Des glychen jr grosser pracht / ufblasen / erheben und hoffart / das wider fromm cristen und unsern glouben jst.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern (
halem.
,
1621
):
Christenliche ordnung und ansechen wider den hoffahrt und pracht in kleideren.
Bell, G. Hager
105, 3, 36
;
242, 2, 15
;
259, 1, 21
;
Jörg, a. a. O.
379, 15
;
597, 7
.
3.
›glänzende Erscheinung, Schönheit, Herrlichkeit, Glanz, Pracht‹.
Bedeutungsverwandte:
 14,  1, , , , .
Syntagmen:
fürstliche / grosse / ritterliche / übermässige / weltliche p
.

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
1595
):
erzbischof Ernestus von Coln und der abt von Siberg jeder die neue ehelude mit eim schonen guldin geschir verehret hat, das offentlich uber dischs innen presenteirt ward, wie der pracht das mitprenget.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 233, 20
(
hess.
,
1538
):
Hetten sie nu alle laster, allen bracht der welt geflohen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Frankf.
1546
):
Auff ein Zeit was einer, der fuͤret grossen Bracht und het das Gut nicht darnach.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
hielte der König Lisuart offnen herrlichen Hof in aller Magnificentz vnd Pracht.
Opitz. Poeterey
32, 35
(
Breslau
1624
):
Die mittele oder gleiche art zue reden ist / welche zwar mit jhrer ziehr vber die niedrige steiget / vnd dennoch zue der hohen an pracht vnd grossen worten noch nicht gelanget.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
churfürsten und fürsten [...] namen die [statt Wurzburg] mit grossem pracht und ernst ein.
Ebd. (
nobd.
,
um 1525
):
Also ist Ernfrid Kumpf, Georg Spelt, der jünger, sampt etlichen andern bürger und pauren mit grosem pracht durch die stat ausgeritten.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
So ist der faulen münnich hauffen | Mannicher spulen leer gelauffen, | Daß in der pracht in teutschem land | Vergeht.
Dietrich. Summaria
27r, 38
(
Nürnb.
1578
):
Derhalben der HERR Jesus auch kein weltlichen pracht fuͤret.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Taͤglich thet er die ewigkeit betrachten, | Den Pracht der Welt vnd Eytelkeit verachten.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Er fuͤrt ein groͤßeren Bracht dan ich.
Anderson u. a., Flugschrr.
4, 3, 11
([
Straßb.
]
1524
):
Alle menschen seynd graßs / vnd all jr glory / bracht / vnd herligkeit / nit anders dañ die hewblůmẽ.
Roloff, Brant. Tsp.
2213
(
Straßb.
1554
):
Drei loblich Christen [...] | Tretten darzů mit Ritterlichem pracht | Erzeigen ewer tugent und macht.
Wickram
4, 44, 32
(
Straßb.
1556
):
Er sah den reichen man wol in seim pracht und schmuck by dem goltgezierten tisch.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
wie dann die alten schlecht gewesen und kains prachts oder herlichkait sonderlichen haben geachtet.
Ebd. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Es ward die hochzeit zu Baden mit fürstlichem bracht gehalten.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
die kaufleut haben nit cleinen pracht darnach triben.
Reu, Süddt. Kat.
1, 163, 29
(
Zürich
1580
):
Ich wil Gottes knecht syn, der wält vnd dem tüfel, auch sinem pracht vnd siner üppigkeit nit dienen.
Chron. baier. Städte. Regensb.
168, 7
(
noobd.
,
1541
):
Ott Heinrich phaltzgraff kam am wasser den 26. marci, nit sonders starck, der doch sonst grossen brach hielt.
Ebd.
177, 12
:
dy fürsten haben teglich pangketirt mit grossem bracht und überfluß.
Turmair (
moobd.
,
1529
):
Ain jeglicher schaut, das er bei seinem bracht, freihait, loblichem, lang hergeprachtem prauch pleiben müg.
Ebd. (
moobd.
,
1522
/
33
):
Scipio fuer ein mit grossem pracht und sigspil zue Rom.