possieren,
V.
1.
›etw. (in weicher Masse) erhaben formen, bilden‹;
zu  1.

Belegblock:

Hampe, Nürnb. Ratsverl.
2, 8, 36
(
nobd.
,
1573
):
do aber einer eins gesellen zum possirn oder patronmachen notürftig.
Chron. Augsb.
4, 463, 10
(
schwäb.
, zu
1509
):
Auff 20. tag october 1509 jar kam hergefiert ain stuck stain, bassiert roß und mann auf ainander, von Rottenbuch aus dem bürg.
Adomatis u. a., J. Murer. B
4488
(
Zürich
1559
):
Ich sach ein bild von wachß bossiert | von einem jüngling gfiguriert.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2026
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein nacket sitzendt weiblin [...] hatt auch H. von Formay bossiert.
Henne, Hochspr.
1966, 127
;
Schwäb. Wb.
1, 1316
.
2.
›Possen treiben, scherzen‹;
zu  2.
Wortbildungen:
possierenwerk
(M. 16. Jh.).

Belegblock:

Sachs
5, 237, 9
(
Nürnb.
1531
):
Und redten gar von mancherley, | Was inn dem land wer das geschrey. | Possierten also mit eynander, | Kamen von eynem auff das ander.
Goedeke u. a., Liederb.
170, 21
(
Nürnb.
1534
/
7
):
der schellenband der hat er vil, | umb beide knie zu binden; | die mummerei bossiert damit, | wo die im tanz her klingen.
Sudhoff, Paracelsus
7, 102, 17
(
1529
):
ein papengeu, der den leuten das reden absicht und boßirt hernach.
Barack, Zim. Chron.
3, 377, 33
;
Schwäb. Wb.
1, 1316
.