pfändung,
pfandung,
die
;
-Ø/-en
;
zu
mhd.
phandunge
›Pfändung, Pfand‹
(
Lexer
2, 225
).
– Rechts- und Wirtschaftstexte.
1.
›Wegnahme fremden Eigentums zur Deckung einer Forderung, das Pfänden‹;
zu  2345.
Bedeutungsverwandte:
 1 (s. v.  2).
Syntagmen:
eine pf. abtragen / leiden / tun / vornemen / weren
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
71, 17
(
preuß.
,
1400
):
1 m. ane 6 sch. Clauko von der Lynde im gebite zu Osterrode von pfendunge wegen zwischen her Heylman und ym.
Schöpper
102b
(
Dortm.
1550
):
Ipsa constrictio. Arrest kumber pfendung anhaltung.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 181, 25
(
rib.
,
1344
/
59
):
inde steyt he eycht dage mit vravil in der pandingin, so gilt he wirzich m. zů bůsin.
Ebd.
2, 586, 7
(
rib.
,
1468
):
etliche pandonge vurgenoimen habe, die doch up die zijt bleif anstaen.
Aubin, Weist. Köln/Brühl
122, 26
(
rib.
,
1578
):
Darauf die geschwornen nach gehabten bedenken angezeigt, […] daß auch die manne von lehen auf denselben gutern gebot und verpot, umbschlag, pfandung […] und dergleichen zu tuen.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
510, 29
(
rib.
,
1624
):
welcher sunsten auf andere tag […] solle gleichs den uberfarern und thetern mit pfandung gestraft werden.
Loersch, Weist. Boppard
93, 14
(
mosfrk.
,
1509
):
Item wan einer an gericht erthedingt ist und daß pfendungh geschehen sall, daß thutt ein schulteß.
Laufs, Reichskammergo.
199, 26
(
Mainz
1555
):
Daß von pfandung und gefangen wegen am keiserlichen cammergericht gehandelt werden möge.
Ermisch, Freib. Stadtr.
147, 14
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Ist, daz ein man pfandunge irteidinget uf einen vormunden unde uf sine gewalt, so sal der richter pfandes helfen zu deme vormunden.
Ebd.
184, 19
:
Sint si besezzen oder husgenozen, daz man pfandunge vor si liden wil, so sal man in vorgebiten von gerichtis wegen.
Opel, Spittendorf
427, 28
(
osächs.
,
um 1480
):
eine pfandunge mussen sie des jahrs leyden uff dem Gybichenstein, das ist eine gewöhnliche pfandunge und wird nicht gehöget noch geniedert.
Lippert, UB Lübben
2, 251, 37
(
osächs.
,
1527
):
2 ar. dem bottenn gen Lübraße ann Schullenberge der pfandungk halben.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
23, 17
(
schles.
,
1347
):
dy pfandunge sullin dy vorbenanten brudir […] vnd ouch ire armyn lute werin.
Ebd.
15, 22
(
schles.
,
1398
):
also furbas zugebin alle Jar bey der phfandunge, die der vorgen̄ hannes Melitschky, seine geerbin ader eliche nochcomelinge tun mag.
Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 75, 37
(
md.
,
1328
):
so sal der voyt, in dez gerichte her gesessin ist, wenne im des bercmeistirs brief wirt, helfin mit phandunge, daz im sine phenninge werdin.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
140, 19
(
nobd.
,
1493
):
sollen also soliche ruge und pfandung nicht lassen weder durch liebe, gabe, myete, freuntschaft ader feyntschaft.
Köbler, Ref. Nürnberg
330, 6
(
Nürnb.
1484
):
Von verpflicht der erblewte mit den pawren erbē auf dem land […] mit bezalung irer gult vnd anderm vnnd von gepurlicher pfendung darumb.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
393, 36
(
nobd.
,
1517
):
den widerkauf tun und volbringen zu Wurtzburg in der stat in iren sichern gewalt, on schatzung oder pfandung.
Müller, Nördl. Stadtr.
18, 33
(
schwäb.
,
1348
/
50
):
welhe burger deheinem ußman dienti uf raiß oder uf pfandung an dez clainen rates willen […], der git zehen pfunt haller.
Ebd.
29, 2
:
daz nieman weder burger noch antwerch man kain rach noch kain pfandung tůn sol in der rais.
Merk, Stadtr. Neuenb.
133, 21
(
nalem.
,
1642
):
Nach dem sich irrungen und strittigkeiten […] wegen gemeinem viehtrieb und waid gerechtigkeit, auch darauf an Adam Düreisen, burger und metzgern zu Neuburg, beschehenen pfandung erhoben.
Köbler, Stattr. Fryburg
105, 3
(
Basel
1520
):
Pfandung varender hab sol yeder in sin gewaltsam nemen.
Welti, Stadtr. Bern
591, 28
(
halem.
,
1539
):
waͤr hiewider thaͤtte, dem soll sin pfanndung, gepott oder angryffung kein krafft habenn.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
301, 18
(
halem.
,
1613
):
söllend unsere ober- und underamptlüth […] inen darumb kein gricht noch recht halten, ouch kein pfandung noch schatzung ergahn lassen.
Hör, Urk. St. Veit
121, 38
(
moobd.
,
1378
):
gedachten auch, dass ein abbt von sand Veyt in demselben siz umb die obgenanten gült gepfent hiet und wie der Olfoltersperger die pfantung abgetragen hiet, da westen si nicht umb.
Dirr, Münchner Stadtr.
44, 26
(
moobd.
,
1294
):
swer dem pfenter pfantung wert, der git uns fuͤnfzehen pfunt.
Ebd.
373, 5
(
moobd.
,
um 1365
):
Swelich purger hereinpfentet, der sol warten der pfantung die zeit als der stat recht ist.
Herzog, Landsh. UB
213, 28
(
moobd.
,
1335
/
8
):
Es sol auch nieman die selben vnser burger an leib noch an ir gůt […] mit pfanttung noch mit dheiner andern beswaͤrung engen noch laidigen.
Winter, Nöst. Weist.
1, 185, 7
(
moobd.
,
um 1580
):
mag er aber phantung auf den perg umb sein vorgemelt pueß nit haben, so soll er ain stöcken für den weingarten schlachen.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
31, 6
(
smoobd.
,
1625
):
wo aber […] hierin schäden gethan wurden, so mag man die gaiß einthuen und mit pfandung wie mit andern viech oder küe verfahrn.
Rössler, Stadtr. Brünn
393, 4
(
mähr. inseldt.
,
1. H. 14. Jh.
):
Von phantung um derstandens gelt.
Piirainen, Stadtr. Sillein
44, 18
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Stirbet der knecht e den | er daz lon vor dynnet | Von der phendvng dez | richters gewette.
Schoop, Qu. Düren
233, 2
;
Aubin, a. a. O.
183, 13
;
Hilliger, a. a. O.
509, 13
;
Laufs, a. a. O.
200, 8
;
Ermisch, a. a. O.
26, 5
;
47, 16
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
320, 7
;
Behrend, Magd. Fragen
43, 20
;
Bindewald, a. a. O.
5, 21
;
149, 11
;
Köbler, a. a. O.
180, 10
;
Wendehorst, a. a. O.
312, 27
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 130, 37
;
Hör, a. a. O.
180, 26
;
213, 127
;
Dirr, a. a. O.
371, 19
;
373, 3
;
567, 25
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
137, 25
;
Siegel u. a., a. a. O.
393, 42
;
Schwäb. Wb.
1, 187
;
Öst. Wb.
3, 8
.
2.
›Pfand‹; Metonymie zu 1.

Belegblock:

Küther, UB Frauensee
194, 12
(
thür.
,
1415
):
Dawidir sollen adir enwullen wir […] uns nicht setcze […], daz den egenanten kouffern […] schaden hindersal adir vorczogk mochte brengen, ez were an deme houbtgelde, gulde adir phandunge.
Ebd.
377, 24
(
thür.
,
1528
):
Wo sie daruber seyn befundenn worden, hatt sie der holtzfurster gepfant […]. Haben sie pfandung wider haben wollen, haben sie willen mit dem probst ader holtzknecht gemacht.
Chron. Nürnb.
2, 499, 3
(
nobd.
,
1450
):
hat zalt, facit 2 guld. 1 ort. item umb das übrig hat Hans Tracht pfantung, macht 21 guld. 3 ort.