pfänder,
der
;
-s/-Ø
.
›j., der von Obrigkeits wegen Pfänder nimmt; der mit der Vollstreckung der richterlichen Pfändung Beauftragte‹;
zu  2345.

Belegblock:

Kisch, Leipz. Schöffenspr.
199, 1
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Wie der pfänter geperen sal mit dem pfande, so es der verseczer nicht lost auf angesaczte zeit.
Ebd.
255, 1
:
So der pfender ein gesaczt pfand verkauft.
Wattenbach, Urk. Czarnowanz
56, 15
(
schles.
,
1391
):
so mag der egenante Heyncze […] pffendin uff den guttirn czu Wroskaw vnd czu Gumprechtsdorff mit vnserm pffender den wir adir vnser anwaldin ym dorczu leyen wellin.
Chron. Nürnb.
4, 291, 2
(
nobd.
,
15. Jh.
):
darnach ließ man den pfenter von rats wegen pieten, das iederman vor seiner tür raumen must.
Ebd.
5, 657, 15
(
nobd.
,
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
da hieb man des pfenters kneht Johannesen mit gerten auß, het vil gestoln.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 728, 2
(
schwäb.
,
1585
):
Es soll auch ein ieder sein viche […] von stund an eintuen, und so sie nit gleich heim kemen, suechen […] bey obgemelter peen der sechs schilling, der herrschaft die fünf und dem pfender einen schilling.
Müller, Stadtr. Ravensb.
87, 15
(
oschwäb.
,
1326
/
30
):
swelch burger spilt umb bar pfenninge ald uf pfant ald spilt an ainen pfander ald swer pfander ist ald swelch burger pfenninge lihet ob spile ald uf kain pfant, der sol daz pfant wider gen an allen schaden.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
189, 11
(
halem.
,
1485
):
die […] thůmhern mogen ouch besunder amptluͥt zů notdurft ir geschaͤften, es syen amman, voͤgt, weybel oder pfänder haben.
Dirr, Münchner Stadtr.
44, 19
(
moobd.
,
1294
):
Ez habent och die burgere die genad und daz reht von uns […], daz si einen pfenter habent von der stat.
Ebd.
44, 28
:
swer den pfenter […] missehandelt an dem leib, der hat unser hulde niht.
Ebd.
466, 9
(
moobd.
,
1365
):
Swer dem pfenter pfant wert, der geit dem chuͤnig 15 pfunt pfenning.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
220, 33
(
smoobd.
,
1624
):
darumb mugen si sich selbs woll vergleichen, wo er daz nit thun will und gibt im pfand, die soll der pfentner in treien tagen zu gericht bringen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
23, 12
;
Wattenbach, a. a. O.
136, 20
;
Chron. Nürnb.
3, 360, 29
;
362, 11
;
368, 22
;
Köbler, Ref. Nürnberg
122, 8
;
Gehring, a. a. O.
749, 8
;
Graf-Fuchs, a. a. O.
493, 12
;
Dirr, a. a. O.
183, 27
;
325, 5
;
Bad. Wb.
1, 187
;
Schwäb. Wb.
1, 1009
;
Vorarlb. Wb.
1, 325
;
Öst. Wb.
3, 46
.