peinlich,
Adj.
1.
›mühevoll, schwierig, beschwerlich (von natürlichen Verhältnissen, denen der Mensch ausgesetzt ist, auch von Handlungen, denen er sich, z. B. im Zusammenhang mit Bußübungen, unterwirft); unter Gewaltanwendung gegen jn.; schmerzbeladen, kreatürlich, sündig (von der religiösen Verfaßtheit des Menschen)‹;
vgl.  1.
Vorwiegend Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
p. fechten, jn. p. wohin stossen / ziehen
;
peinlicher schmerz / steg / weg, peinliches leben
(oft)
/ leiden, peinliche krankheit / busse / übung, peinliche bürde
(bildlich für ›Leibesfrucht‹).

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
59, 24
 (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz der koufman […] ûf ein ungewis sô verre landes, sô pînlîche wege, berge und tal […] dicke vert.
Jostes, Eckhart
55, 37
 (
14. Jh.
):
Wem ich geordent han daz peinlich leben in der zeit, der sol in der ewicheit niezen daz suzz march meiner gotlichen natur.
Chron. Köln
1, 1583
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Gevangen bleuen sy zwei jair, | dat was in pynlich ind swair.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl. 
664
(
pfälz.
,
1436
):
das das pinlich leben, das wir menschen haben jn diesem jamertal, eyn ermanůnge sy von den sonden zu lassend.
Ebd.
684
:
das die pynlich krangheit vns benymet vnser stolczen hochuart.
Palmer, Tondolus
351
 (
Speyer
um 1483
):
warumb dise arme sel must tragen die schwere bird korn vber den pinlichen steg.
Gerhard, Hist. alde e 
3862
(
omd.
,
um 1340
):
aber in der nacht | In der kelde er pinlich vacht.
Strauch, Par. anime int.
39, 23
(
thür.
,
14. Jh.
):
und inhait doch keine creature gemachit, he inhabe etwaz pinlichis dar ane gelegit oder ein glichnisse der helle.
Ebd.
45, 3
:
dit ist ein erbedinde und ein pinlich lebin, genis ein gerûwit und ein selic lebin.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
47, 26
(
omd.
,
1487
):
Dÿe súnde heltt dÿe ander statt Jn der pein Dÿe erste peinliche sunde widder den nehsten vorbracht ist todtslagk.
Stackmann u. a., Frauenlob 
3, 15, 4
(Hs. ˹
schles.
,
14. Jh.
˺):
ouch alsam der alrunen glanz | der berendigen vrouwen schranz, | pinliche bürde weichet.
Chron. Nürnb.
3,
 143, 12 (
nobd.
,
1488
):
daß sie die aller erbersten […] junkfrawen halb ploß schentlich und peinlich zochen zu der diebswonung.
Vetter, Pred. Taulers
229, 22
(
els.
,
1359
):
dem minneklichen bilde sines herren nach ze volgende, und begerent des in der sworster schentlichster pinlichster wise als mans liden mag.
Lauchert, Merswin
17, 24
(
els.
,
1352
/
70
):
do nam mir got ǒch dise pinliche vͤbunge abe vnd gap mir do eine andere gar pinliche vͤbvnge.
Drescher, Hartlieb. Caes. 
126, 4
(
moobd.
,
1456
/
67
):
do mich des herczogen kamrer so peynleich mit slegen für die tür gestossen hatt.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
11155
;
Quint, Eckharts Pred.
1, 105, 7
;
Thiele, Minner. II, 
31, 246
;
Steer, a. a. O.
680
;
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1965
;
Palmer, a. a. O.
365
;
Feudel, Evangelistar 
124, 17
;
Bihlmeyer, Seuse 
205, 14
;
498, 7
;
Lauchert, a. a. O.
17, 4
;
Schmidt, Rud. v. Biberach 
105, 7
;
Vetter, Schw. zu Töß
117, 1
;
Sappler, H. Kaufringer
26, 47
;
Schwäb. Wb.
1, 804
/5.
Vgl. ferner s. v.  2.
2.
›schwierig, nervig, streitsüchtig, böswillig‹.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 5171
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Id is pynlich mutate brechen, | men en sal neit arch myt arge wrechen.
Buch Weinsb.
1, 179, 39
 (
rib.
,
um 1560
):
min eltern […] hatten sei [Maria] auch lieber bei sich, dan sei wat sanftmodiger war, min suster Cathrin aber etwas peinlicher.
Enders, Eberlin
3, 142, 13
(
Nürnb.
1523
):
seind die kleger nerrisch, oder peynlich, oder boͤß abgefamet lewt gewesen.
3.
›unter, nach Anwendung der Folter, aufgrund von Folterung‹; offen zu 4; vgl.  2. S. dazu auch Hrg
3, 1574
s. v.
peinliche Strafe
.
Bedeutungsverwandte:
 1,  2, , .
Gegensätze:
 1.
Syntagmen:
etw. p. bekennen, jn. p. besprachen / fragen / ersuchen / verhören / rechtfertigen / strafen
;
peinliche besprachung / frage / strafe, peinliches plagen
.

Belegblock:

Kohler u. a., Peinl. GO Karls V. 
58, 1
(o. O.
1532
):
Vonn der mass peinlicher frage. Jtem die peinlich frag soll nach gelegenheit des Argkwons der personen Viell, offt oder wenig, hartt oder millter Nach ermessung eines guten Vernunfftigen Richters furgenomen Werden.
Ebd.
59, 3
:
ob der beclagt geferliche wunden […] ann seinem leip het, so soll die peinlich frag dermassen gegen jme furgenomen Werden, damit er an sollichen Verwunden […] am minsten verletzt wurdt.
Schöpper
68b
 (
Dortm.
1550
):
Punire. Peynigen foltern recken peinlich verhoͤren.
Ulner
334
(
Frankf.
1572
):
Man soll die jenigen / so vnter viertzehen Jaren alt seyn / nicht recken noch peinlich fragen.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
39, 8
(
osächs.
,
1542
/
70
):
der sal gefenglich eingezogen und darauf, apgleich kein ferner indicia vorhanden, mit peinlichen fragen angegriffen […] werden.
Ebd.
183, 8
:
Das ander teil der malefizsachen saget von scharfer ader peinlicher frage und, wie ein gerichtshelter, ehe man darzu greifet, sich halten sal.
Skála, Egerer Urgichtenb.
152, 8
(
nwböhm.
,
1575
):
Ist. Enders buchsbaum […] beides güttlich vnd beinlich […] bespracht Worden, vnd außgesagt Wie Volgtt.
Ebd.
240, 12
(
1578
):
ist er mit der Peinligkeit Vnd Schraub stock angegrieffen Worden, Peinlich Hat bekent.
Serranus
135r
(
Nürnb.
1552
):
Peinlich fragen. Adhibere ‹et› habere quæstionem tormentis.
Bell, G. Hager
446, 2, 5
(
nobd.
,
1596
):
funden Das Dotte kind, | Detten Die meid ver klagen. | man Det sÿ beinlich fragen.
Fuchs, Murner. Geuchmat 
3446
(
Basel
1519
):
So ist des Cantzlers flissig bit, | Das man pynlich frag den mann, | Ob er die stuck all hab gethan, | […]. | Es steckt noch etwas mer do hinden. | Sůchend ir / so werdt ir finden! | […] | Das můß er sagen oder sterben.
Lauater. Gespaͤnste
29r, 3
 (
Zürich
1578
):
Nach langẽ wurdend / die vier Münch vnd der brůder aller stuckẽ halb pynlich gfraget.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
357
(
Genf
1636
):
Peinliche Frage / Folterung.
Barack, Zim. Chron. 
3, 3, 4
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das man sie […] gefangen und peinlich gefragt. Do hat sie alle sachen bekennt.
Ebd.
4, 309, 31
:
Es dörft kainer peinlichen frag, man wusst sonst, wie die sachen seinethalber beschaffen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
235, 9
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
so mag er dieselben mit peinlicher straff fragen lassen und die urgicht bei gericht behalten.
A. à S. Clara. Glori
35, 4
(
Wien
1680
):
Wie Diocletianus der Tyrann wargenommen / daß er GEORGIUM von seinen Vorhaben nicht konte abwendig machen durch peinliches Plagen / gedacht er denselben mit suͤß verzuͤckerten Worten anzugreiffen.
Kohler u. a., a. a. O.
20, 1
;
45, 1
;
Aubin, Weist. Hülchrath
300, 5
;
Skála, a. a. O.
60, 8
;
64, 2
;
133, 1
;
134, 8
;
136, 2
;
Köbler, Ref. Wormbs
343, 18
;
346, 16
;
Chron. Nürnb.
5, 796, 4
;
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 3900;
Rennefahrt, Statut. Saanen
205, 39
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 628, 40
;
Berthold u. a., a. a. O.
39, 8
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 449, 1
;
Bischoff u. a., a. a. O.
284, 46
;
Voc. Teut.-Lat. m vijr/v;
Dief./Wü.
795
;
Schwäb. Wb.
1, 804
/5.
Vgl. ferner s. v.  13,  4.
4.
›Leib und Leben betreffend‹; je nach syntaktischem Zusammenhang: ›nach
peinlichem
Recht; der
peinlichen
Gerichtsbarkeit unterliegend; nach
peinlichem
Recht erfolgend; mit Leib- und Lebensstrafe befaßt; nach
peinlichem
Recht ergangen‹;
vgl.  3.
Gehäuft Rechtstexte, auch Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
.
Gegensätze:
›durch Leistung einer Zahlung sühnbar‹.
Syntagmen:
etw. p. richten / strafen, jn. p. an- / beklagen / beschuldigen / strafen, jn. p. annemen / setzen, mit jm. p. handeln
, jeweils: ›nach
peinlichem
Recht‹;
peinliche sache
›der
peinlichen
Gerichtsbarkeit unterliegende Strafsache‹,
peinliche frage / bestrafung
›nach
peinlichem
Recht erfolgende Frage / Bestrafung‹,
peinliches gericht
›mit Leib- und Lebensstrafen befaßtes Gericht‹,
peinliches recht
›Leib- und Lebensstrafen betreffendes Recht‹,
peinliches urteil
›nach
peinlichem
Recht ergangenes Urteil‹,
peinlicher rechtstag
›mit Leib- und Lebensstrafen befaßte Gerichtssitzung‹.

Belegblock:

Ulner
16
(
Frankf.
1572
):
peinlich verklagen / vor das peinlich Gericht fordern / einer vbelthat bezuͤchtigen / einen mit peinlichen strengem Rechten fuͤrnemmen / angeben.
Köbler, Ref. Wormbs
41, 30
 (
Worms
1499
):
Es moͤgen auch person vnder .xx. iaren alt in pynlichen sachẽ nit zugen syn.
Goerlitz u. a., Magd. Schöff./Schweidnitz
130, 22
(
omd.
,
um 1390
):
zo sal man die wunde Torkas nicht pinlich richtin. Mer Hannus sal die wunde mit gelde furbussin.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck 
168, 20
(
thür.
,
1474
):
als er met pyniclichin sachen in deme stogke vaste vorsucht unde gepyniget wart.
Küther, UB Frauensee 
412, 15
(
thür.
,
1540
):
alle sachen, dadurch […] die leibstraff verwirckt wirdet, es sey der thott ader abschneidunge der glieder ader mit ruethen zu schlagenn ader ewige landsverweisunge […] damit der mishändler am leib ader peinlich gestrafft wirdet, die gehören an das peinlich gericht.
Ebd.
412, 7
:
die peinlichen gericht uber hals und handt und was zu den obern und peinlichen gerichten gehoret, soll unserer der obgnanten churfurst […] zu rechtfertigenn zustehen.
Ebd.
415, 2
:
das wir selbs den ader die nach gestalt der verwirkung straffen […] mugen, es sey peinlichen ader anderer gestalt.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
36, 4
(
osächs.
,
1542
/
70
):
der sal fenglich eingezogen und ungeachtet, das die sach zuvor gutlich vortragen, nach scherfe der recht peinlich an leib und leben gestrafet werden.
Ebd.
180, 13
:
In peinlichen sachen ist sondere fursichtigkeit not.
Ebd.
181, 24
:
Diejenen, so peinlich gesatzt, sollen […] mit notturftiger speis und trank enthalten werden.
Ebd.
190, 5
:
Wan der angesatzte peinliche rechtstag und gerichtszeit erscheint, sal der frone dreimal leuten, darnach richter und schöppen in die gewonliche stelle nidersitzen, der richter ein bloses schwert ader messer in seiner hand halten und das peinlich nothalsgericht hegen, volgent der gefangene, wol vorwahret, mit zetergeschrei furpracht und die clage furgetragen, des gefangenen antwort gehöret und das urteil eröffent werden.
Ebd.
21
:
Das ein scharfrichter das peinliche urteil ausspricht, ist ein […] unrecht, und wan die furgestellete gefangene […] das rechtlicht anföchten, so konte man sie darauf nicht peinlich strafen; dan ein scharfrichter ist in solchem falle nichts mehr dan ein executor.
Ebd.
192, 10
:
Ein peinlich nothalsgericht sal in maßen wie ein ander ding lauts der obvorleipten notel geheget werden.
Goerlitz u. a., Rechtsd. Schweidnitz
355, 41
 (
omd.
,
um 1550
):
Ob auch der obbemelten peinlichen sachen eine burglich vnd also dordurch, das der cleger seine buße oder wehrgeldt haben vnd vberkommen wolte, angestaldt wurde.
Skála, Egerer Urgichtenb.
1, 5
(
nwböhm.
,
1543
):
Verczaichnus Mancherlay peinlicher vnnd Burglicher handelung Die sich bey stat vnd land zutragen.
Mon. Boica, NF.
1,
 686, 6 (
nobd.
,
um 1434
):
Solicher Jorig Brawn zu gefanknisz gein Onuldspach mit peinlichen rechten eingebracht.
Chron. Nürnb.
5, 801, 23
(
nobd.
,
1516
):
des statrichters ampt ist, die ergangnen urthail zu volziehen, uber das pluet richten und in peinlichen fragen entgegen zu sein: davon hat er auch sein eherlich besoldung.
Köbler, Stattr. Fryburg
167, 23
(
Basel
1520
):
ob Sün oder doͤchtern ire eltern in sachen die ere lyb vnd gůt berürten / vñ pinlich weren / vor vns oder dem gericht anklagtẽ.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 740, 7
(
schwäb.
,
1556
):
Was peinlich gericht sein. Das ist, wann man klaget umb übelthat und laster, begert solliche eintweder mit leibsstraf oder andern rechtmessigen peenen von dem richter zu strafen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 379, 8
(
schwäb.
,
um 1550
):
yber sollichen gefangnen das recht und pennlich urthell geen lassen.
Ebd.
765, 38
(
1622
):
mach der- oder dieselbe nach gelegenheit der sach […] peinlich anclagt oder sonst der gebüer nach gestrafft werden.
Rauwolf. Raiß
41, 1
 ([
Lauingen
]
1582
):
Dise [die Sangiachi] haben alle peinliche sachen vnder sich / examinieren vnnd peinigen die Thaͤter.
Kohler u. a., Peinl. GO Karls V. 
13, 6
;
Behrend, Magd. Fragen
197, 27
;
Grosch u. a., a. a. O.
191, 19
;
331, 31
;
Küther, a. a. O.
412, 17
;
Ermisch, Freib. Stadtr. 
291, 6
;
Mon. Boica, NF.
1,
 686, 17;
Köbler, Ref. Nürnberg 
225, 22
;
ders., Stattr. Fryburg
55, 31
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
133, 4
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
76, 4
;
Roder, Stadtr. Villingen 
124, 38
;
143, 11
;
Gehring, a. a. O.
68, 26
;
Wintterlin, a. a. O.
16, 25
;
265, 21
;
635, 10
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein 
237, 37
;
Berthold u. a., a. a. O.
44, 14
;
180, 12
;
181, 12
;
182, 14
;
189, 26
;
191, 5
;
Pfälz. Wb.
1, 674
.
Vgl. ferner s. v.
4
 1,  1,  13,  1,  1,  3,  1.
5.
›jm. schmerzlich, jn. psychisch, innerlich quälend‹;
zu  5.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 103, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dem gerehten menschen enist niht pînlîcher noch swærer, dan daz der gerehticheit wider ist, daz er in allen dingen niht glîch ist.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl. 
519
(
pfälz.
,
1436
):
Was nü den menschen hindert an der liebe, das ist jme wieder vnd pinlich vnd macht einen smertzen des hertzen.
Sachs
11, 210, 33
(
Nürnb.
1550
):
Deß wirt ich ietzt in meim gewissen | Peinlich gemartert und gebissen.
Maaler
57r
(
Zürich
1561
):
Peynliche Beküm̃ernuß. Crucians aegritudo.
Ebd.
316v
:
Peynliche stille / die einen peyniget vñ kestiget.
6.
bezogen auf die Passion Christi: ›schmerzvoll, der Passion‹;
zu  7.

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers
327, 27
(
els.
,
1359
):
wer es im [unser lieber herre] in pinlicher bevintlicher wise, so wer es im swerer das in [goͤtlich licham] die nement, denne das in Judas enphieng.
Strauch, Schürebrand
20, 7
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
tyrannen, die […] ime alle unere erbuttent und ime groß manigvaltig pinlich liden und den bittern dot ane totent.
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 62, 18
(
Straßb.
1522
):
so ist das selbig leiden Cristi Jhesu ein mal peinlich erbotten gnůgsam gewesen / […] zů abwüschung des schuldzedtels.
Klein, Oswald
114, 32
(
oobd.
,
1431
/
2
):
als du den herren hort und sach | dieselbig nacht mit grosser bracht | peinleichen verch durch wort und werch.
7.
›der Hölle, der ewigen Verdammnis; mit den Schmerzen des Höllenfeuers, schmerzvoll (vom Fegefeuer)‹;
vgl.  8.
Texte religiösen Inhalts.
Wortbildungen:
peinlichkeit
4 (a. 1513; 1591).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
3913
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Swer des vleisches unvure pfliget | Und unberuwen dinne liget, | Sint daz her an mir vunden hat | Die gnist, […] | Der kumt zu pinlicher not.
Hübner, Buch Daniel
8285
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
mensche! du wirst loz | Pinlicher not durch die man | Genant Cristes capelan.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl. 
531
(
pfälz.
,
1436
):
das sondig mensch, das jn totsünden funden wïrdet hie zytlichen vnd dort ewiglichen, an ihener werlt jm selbs pïnlich vnd liden wirt vnussprechlich liden jn dem füre.
Gerhardt, Meister v. Prag 
144, 20
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
ich han noch funf pruder das er in kunt thuͤ das sie icht kumen an die peinlich stat.
Vetter, Pred. Taulers
205, 22
(
els.
,
1359
):
Diser gerechter mensche wolte von siner schulde wegen varn in den aller tiefsten grunt des abgrúndes, in das aller pinlichest und in das vinsterste der helle.
Strauch, Schürebrand
33, 20
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
und lendent mit allen ireme sorgveltigeme kumbere und gewerbe in dem langwirigeme pinlicheme strengen vegefúre.
Banz, Christus u. d. minn. Seele 
592
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wäger ist dir blind kumen gen himelrich, | Denn mit zwain ogen in die hell pinlich.