peinigung,
die
;
-Ø/–
.
1.
›Pein, Qual, körperlicher Schmerz‹;
vgl.  1.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim 
297, 77
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
eine | hahain (?) peine | gung | und ach schmerczung.
Sudhoff, Paracelsus
10, 218, 22
 (
1536
):
damit die arznei nit so gar in verderbung gang, peinigung, widerwertige heilung.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1291
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
wann si [abgotter] der czugen die lewte gar ubel mit grozzer peinigung, da mit si die armen menschait chestigten.
2.
›Folter, Folterung (als Mittel der Strafjustiz, meist zur Erzwingung eines Geständnisses)‹; metonymisch: ›Foltergerät‹; vgl.  2; teilweise auch mit Betonung des strafenden Aspekts, dann: ›gerichtliche Bestrafung‹.
Bedeutungsverwandte:
(Subst.), (
die
8;  1, .
Syntagmen:
p. dazutun, p. an seinem leib erdulden
;
jn. mit p. annemen / fragen
,
js. ausrede ane alle p. aufnemen
;
p. der gefangenen
.

Belegblock:

Kohler u. a., Peinl. GO Karls V. 
11, 13
(o. O.
1532
):
ist […] sonnderlich zu vermercken, das die gefenngknuss zu behalltung vnnd nit zu schwerer geferiger peynigung der gefangen sollenn […] zugericht sein.
Voc. inc. teut. s vr (
Speyer
um 1483
/
4
):
Peinigũg mit straff der zeitlichẽ dingẽ punire.
Lindqvist, K. v. Helmsd. 
1769
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Wa ward das ÿe gehoͤret me | Das ÿe kainer so boͤs wurd | Der sinen galgen ald sin hurd | Ald kain sin pingung truͤge?
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 350, 10
(
halem.
,
1489
):
ward […] der Waldmann von der gemeind angenomen mit harter pingung, anne alle erbermd gefraget, nutzit gespart, vast schnöd gehalten, nit mit essen noch trinken zů dem besten, […] dermaß gepinget, das er sim selbs dhein hilff mögen hat tůn, mit sinen henden nit essens pflegen.
Schib, Urk. Laufenb.
276, 32
(
halem.
,
1572
):
Wegen der gefangenschafft, einlegung, peynigung, beclagung und allem andern.
Reithmeier, B. v. Chiemsee 
56, 1
(
München
1528
):
wellen wir schawen ob seine wort war seinn, auch jne mit schellten vnnd peynigung fragen.
Winter, Nöst. Weist.
3, 670, 18
(
moobd.
,
1625
):
ist daß dieselben sagen er
[mutmaßlicher Kapitalverbrecher]
sei unserer genedigen frauen ein getreüer holt und seinen nachtparn ain getreüer nachtpar, so solle der landrichter sein außredt aufnemben ohne alle peinigung.
Kohler u. a., a. a. O.
218, 18
;
Chron. Nürnb.
3,
 140, 16;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3,
 4092, 11 [Regestbeleg];
Maaler
316r
.
3.
›Geißelung, Kasteiung‹;
vgl.  3.

Belegblock:

Williams u. a., Els. Leg. Aurea
22, 17
(
els.
,
1362
):
Doch bleip er in sinre demuͤtigen einfeltikeit, vnd in durnehtigem gebette, in pinigunge sins libes, in demuͤtikeit gegen allen moͤnchen.
Ruh, Bonaventura
343, 20
(
oschwäb.
,
2. V. 15. Jh.
):
die sinden, die man uerbrǎcht haut durch wollustikait, die migend nit gerainiget vnd abdilget werden dann durch wider wertige ding, das ist durch pinigung vnnd uerbitterung.
Drescher, Hartlieb. Caes. 
283, 6
(
moobd.
,
1456
/
67
):
Herre, heẅtt ist der tag des goͤtlichen leydens und ain tag kristenleicher leẅtt peynigung und kestigung, darumb zimppt in kayn weys fleysch zu essen.
4.
›Folterung, Marterung (Christi, als Teil der Passionsgeschichte)‹;
vgl.  4.

Belegblock:

Drescher, Hartlieb. Caes. 
118, 4
(
moobd.
,
1456
/
67
):
Das chreücz hat seinen namen von der kreüczigung, das ist von peynigung.
5.
›ewige Qual, Marter (in der Hölle, Verdammnis)‹;
vgl.  5.

Belegblock:

zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
31
(
Nürnb.
1517
):
darumb ist sie [Eva] […] dem teufel, der welt und dem fleisch underworfen […] und in ein so grosse armselikeit verstossen, das sie ir selbst die hell ist und die ewig peinigung.
Anderson u. a., Flugschrr.
2,
 13, 2 ([
Augsb.
]
1523
):
du bist mein hoffnũg in dem tag d’ peinigũg
[›dem Jüngsten Tag‹].
6.
›Angst, Furcht, Beunruhigung, Anfechtung, innere Qual; Trübsal, Betrübnis, Bekümmernis‹;
vgl.  6.
Bedeutungsverwandte:
(
die
2,  2,  1, , ,  5, ,  1, .

Belegblock:

Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
10, 8
(
tir.
,
1464
):
so vil trüebsal, kümernus, peinigung, angst.
Dies., Imitatio Haller
87, 19
 (
tir.
,
1466
):
O wie haben die heiligen alt väter als ain herttes strennges leben gefüert in der wuest, vnd wie grosse swere truebsal vnd anuechtung haben sy geliten vnd die stetig petriegung vnd peinigung der pösen geist.
Voc. Teut.-Lat. d vjr; y vr;
Hulsius N ijv;
Maaler
316v
;
410v
.