oration,
vereinzelt:
oraz,
die
.›gelehrt ausformulierte Rede, Ansprache e. P. an eine andere (auch: an Gott) oder an eine unterschiedlich große Menge Zuhörender‹; die Form der Ansprache tendiert zu einer als unfunktional beurteilten Länge (s. u.
gänspredigt
); ihr Zweck ist meist bittender, ersuchender Art; dementsprechend kann die Textsorte zu ›Gesuch, Gebet‹ mutieren.Belege nahezu ausschließlich obd.
Syntagmen:
eine o. anfangen / sprechen / tun, beschliessen / enden / volbringen / hören
; die o
. (Subj.) zu lang / verdrossen sein
; die schöne o
.Belegblock:
Der könig sprach: Und ist das wahr? | Ließ versamlen des volckes schar, | Thet ein schöne oration.
Derselbig hett zu seiner zeyt | Ein so gwaltig wolredenheyt, | Als er thet ein oration | In der schul frey vor yedermon.
Ein vernünfftig mann an eim ort | Der messigt seine red und wort, | Fecht kein lange genspredig an
[Var.:
Oratzen].
Solch ir oracion | Vor küniglichem tron | War zw lanck und vertrossen.
in diser zeit hat der bischof von Mintz vil oration und benedeiung gesprochen.
und facht darauff an, seine alte kriegsleut gar fraintlich anzusprechen, sein oration dohin beschließendt, daß sie inen den weg durch die feind [...] mit dem schwert machen wöllen.
Rot
334
; Schulz/Basler
2, 260
.