observanzer,
der
;–/-Ø
.›Mitglied eines Ordens mit dem gegen die Konventualen gerichteten Anspruch, die Regel des Franz von Assisi streng einzuhalten‹; die Belege zeigen eine durchgehend kritische Haltung: Unterstellung von Falschheit, Scheinreligiosität, Rechthaberei;
vgl. .
Gehäuft obd.; seit E. des 15. Jhs.
Syntagmen:
jn. o. nennen
; der / die o. predigen, geistlichen schein tragen, jn. dem teufel geben, auf den konventionalen klagen, wieder die konventualen sprechen, dem leien die kutte anziehen, einen beiweg gefunden haben
; dem o. niemand gut genug sein
.Wortbildungen:
observanzerin
observanzerorden
Belegblock:
Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O o. J.):
Der observanzer thuͦt offlich sagen, | Uf die conventual zuͦ klagen, | Daß sie nit halten iren orden.
Eyner schlechten eptischen obseruantzern.
Ey, die observantzer haben ainen beyweg gefunden. Wenn wir layen sterben wöllen, so ziehen sy ainem ain grawe kutten an, [...] und baden in, so fürt er dann als ain voller (ain volkommer soll ich sagen) gen hymmel, wie ain kuw inn ain meüßloch.
Als dann die Obseruantzer leben | Vnd yederman dem teüffel geben, | Jn reden halten wenig fuͦg.
Ebd.
407
: Der obseruantzer orden hatt / Zuͦ wimpen [...] | Ein capitel vffgericht.
Nit suͦch ein solch vorteilig wal, | Wer dir vnder in geual, | Ob sy obseruantzer syen, | Oder kern gemischt mit klyen.
Die fúnften sint die aller bösten, die haissent observancii. Die observantzer ungaister, die wellint die reformierten und observantzer genempt werden, Sú tragent gaischlichen schin vor den menschen, und ist nútz darhinder.
ein [...] alter man, [...], der het herr Wilhalm Wernher hievor nur ain observänzerle genannt.
Schade, a. a. O. ;