ob-
[+
V.
im Part. Perf.]; vereinzelt:
oben-
; adverbiale Funktion; s. (Adv.); Wortbildungsmuster mit hoher Frequenz von Einzelbildungen (Typefrequenz) und teils hoher Frequenz des Vorkommens einzelner Bildungen (Tokenfrequenz).
a) ›oben, oben gesagt, vom Autor aus gesehen im Vorfeld des Beleges dargestellt‹;
vgl. (Adv.) 12.
Wortbildungen:
obangeregt
,
obangesagt
,
obangezeigt
,
obbemeld(et)
,
obberucht
(vgl.  1),
obberürt
,
obbestimt
,
obengestimt
,
obernant
,
oberwänt
,
oberzält
,
obgedeut(et)
,
obgefält
,
obgemeld(et)
,
obgenant
,
obgerürt
,
obgesagt
,
obgeschrieben
,
obgesezt
,
obverlaut(et)
,
obverschrieben
,
obverzeichent
.
b) vom Rezipienten aus gesehen: ›vorhin gehört, vernommen‹.
Wortbildungen:
obgehört
,
obverstanden
.

Belegblock:

Zu a):

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Præmissum. Ob gemelt erzalt berurt angezeigt genant gedacht gesagt verlaudt.
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 281, 36
(
preuß.
,
1474
):
nochdem der obengestympt bischoff so unerlichst [...] an ew. gn. unde dem wirdigen orden gefaren und irczeget hat.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
80, 13
(
Frankf.
1535
):
Alaun ist dreierley / wie obgenent.
J. W. von Cube. Hortus
85, 39
(
Mainz
1485
):
Die meister Plinius vond Macer beweren alle obgeschriben stuͦck vnd sprechen daz [...].
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Mainz
1605
):
Vber das haben viel Leyen jetzo eine groͤssere Lust bey dem Gottesdienst zusingen, als obgesagter weiß zu beten.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
303, 1
(
thür.
,
1474
):
darumbe, so er dy bewisunge in obgerurter wise zcubracht unde getan hat, nichtis phlichtig.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
Was nun bewegt wird nach oberwehnten ersten oder taͤglichen umb⸗wendung.
Sachs (
Nürnb.
1555
):
Volzeuch mein urteil ob-gefelt!
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Under obberuͦchten kisten- und kilchenfaͤgeren wurden sunderlich zwei Jnderlapperpfaffen [...] verarget.
Lauater. Gespaͤnste
37r, 15
(
Zürich
1578
):
gwüß ist daß der merteil der erschÿnungen von menschen oberzelter gstalt sind angerichtet.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
, Hs.
1523
):
die gueter [...] wie obverschriben ist.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
füert mit im wegk von Athenis obgenante liberei alle mitsambt den obgesezten dreien pildern.
Der bischof von Freising gewan das recht, muest im der abt die obernenten pfarr wider geben.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
2. H. 16. Jh.
):
[solle] ainer dem andern zu nahent auf obgemelte maß nit hacken.
Ebd. (
17. Jh.
):
das ihr excellenz [...] obangeregtes spital [...] als gruntherr ihme allein vorbehalten dergestalt, das [...].
Ebd. (
16. Jh.
):
wan aber obgedeute schedlich person dem wirt zu stark were, [...].
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
47, 28
(
mslow. inseldt.
,
1534
):
vnnd den Acker an Sanct Peters weg gelegen śein durch obgedachte Mittlśleütt, [...] geśchetzt worden.

Zu b):

Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1547
):
dise zeitliche custodia, darinnen aus obgeherten und andern mer ehaften und beweglichen ursachen der landtgraf, doch fürstlich, verwart wirt.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1606
):
und sich gleichmässig wie obverstanden verhalten.