nu,
1
nun
(etwas seltener), vereinzelt Dehnungsschreibung mit Zweisilbigkeit:
nuhe
. – Wortartenzuordnung teils unsicher: 1-5 Adv. (temporal), 6-9 partikelhaft; 10
Konj.;
11 wohl
Interjektion.
– Zu möglichen Erklärungen des finalen
-n
von
1
nun
vgl.
Pfeifer
2000, 935
.
1.
›nun, jetzt, heutzutage‹ (meist als Zeiterstreckung verstanden, in der ein Verbinhalt verläuft); dabei Abgrenzung gegen ein Vorher und ein Nachher bzw. gegen eine als Ewigkeit gedachte Zukunft; mehrfach formelhafter Gebrauch in der Zeitlinie
vor(hin) / hie vor / von anbegin [...] nu
.
Phraseme:
˹
nu noch näher
;
nu und iemer me
;
nu und hinehin
˺ ›jetzt und weiterhin‹;
nu und alweg
;
nu noch nimmer
;
nu und (fürbas) nimmer (mer)
›weder jetzt noch jemals‹;
von nu an bis in die ewigkeit
;
nu und zu ewigen tagen
.
Bedeutungsverwandte:
 1.
Gegensätze:
 2,  3,  1.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Iam. Jetz nuͦn jetzund.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe (
Wolfenb.
1593
):
Ich wil nun wider heim gehen, vnd von meiner Frawen einen abscheidt nhemen.
Alberus, Barf. Vorr. Alb., (
Wittenb.
,
1542
):
das alle Muͤncherey vnd Heucheley [...] vertilget werde nu vnd ewiglich.
Boon, St. Prätorius
93, 26
(o. O.
1593
):
die suͤnde der Menschen [...] sind nunmehr nicht so abschewlich fuͤr den augen Gottes / wie sie waren fuͤr der zeit des Bluts Jesu Christi.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
201
(
Köln
1476
):
Man sach dae draegen Der wympell drij, | Dye vur sent Quirijn nu hangen.
Dubizmay, kurß zu Teutze
6, 5
(
hess.
,
1463
):
Lob sey dem vater [...] als er was von anbegynnen vnd nü vnd alweg.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
21, 4
(
omd.
,
1487
):
also mergklich, das ÿm nühe noch nÿmer meher kein mensch adder zeittliche creature ßo liebe.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
70, 2
(
omd.
,
1544
):
wo einer vorhin 7 weiße gr hat gehapt, so gibet man yhnen nuhe nahr 5½ w. gr.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
also wirt uns nach diseme libe gegeben die frucht da wir nu zu hoffen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
142, 17
(
schles.
,
1388
):
alles das, das vns
s
herre, der Byschoff, vorricht hot vmb alle sachen, keyns vssen gelozzen nu vnd ymmerme.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
363
(
schles. inseldt.
,
1466
):
so vormane wir herre recht ÿn dÿ rechte, ap sÿ vns nw vnd neer nicht czu hinchin sullin.
Sachs (
Nürnb.
1551
):
reitet hinauß in den walt | Zu dem nunigen forster alt!
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
dar inn man daz wazzer hie vor laitet under der erden und si verlœtt mit zin, die verlœtt man nu mit haizem zeflozzem plei.
Reithmeier, B. v. Chiemsee Vorr. V, (
München
1528
):
daz jch numals in abitz vnd vergessenhait kommen vnd eralltent bin.
Jostes, Eckhart
25, 23
 f.;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
618
;
Thür. Chron.
10v, 25
;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Doubek u. a., a. a. O.
80
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
286, 9
;
401, 28
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
23, 8
;
2.
›jetzt, nun, angesichts der sich aus dem Belegumfeld ergebenden Umstände, unter jetzigen Bedingungen‹; im Vergleich zu 1 ebenfalls zeiterstreckend, aber mit modaler Komponente.
Wortbildungen:
nu(n)mals
1,
nunzumal
.

Belegblock:

Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
869
(
Köln
1476
):
eyn yeder nu dencken mach, | Wye Nuysse stund den seluen dach | Jnd hyengh in eynre waegen.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
117, 28
(
rhfrk.
,
um 1435
):
vnd bedüncket vns ouch zijt sin / das ir nü ein husfrouwe nement.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
239, 10
(
thür.
,
1474
):
daz dy [hufe] von yme zcur lehen gehet unde dy in fremden henden findet, dy er yme nu vorheldet met sampt den zcinßen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
75, 32
(
Nürnb.
1548
):
wer nun hie wol sich vmbsehen / vnd des Teuffels Regiment [...] recht bedenckē koͤnte / der [...].
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1620
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
was hat in her getragen? | Er kan mir nun min güt ab ersagen!
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Sie haben dem Roͤmschen kuͤng zuͦgesagt, das woͤllen si halten, und darum lassen si diese sach nunzmal ruͦwen.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
191, 143
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Nün möcht etwer sprechen: Schüll wir den heyling nicht nachvolgen?
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Nunmals weiter hab ich dieselbigen [chronica] wider in die hand genommen und wie E. F. G. mir pefolhen haben, in die teutsch zung bracht.
Bauer, Imitatio Haller
74, 1
(
tir.
,
1466
):
Du solt mir sagen, wo sint nu die grossen herren vnd die grossen maister, die [...].
3.
›da, dann; augenblicklich, unverzüglich, sofort, jetzt, in einem bestimmten Augenblick eines Zeitverlaufes (zeitpunktuell)‹; oft mit perfektivem Verb:
gewinnen, sagen, sehen, schweigen, erkennen
, teils in Verbindung mit einer temporalen Konjunktion (
als
).
Wortbildungen:
nunmer
1 ›jetzt‹.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Junffrouwe ich sagen dir nu als e, | de eins stirft, hie enstirft neit me.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
365a, 3
(
Frankf./M.
1649
):
Nunmehr wollen wir die argumenta der wieder Parthey [...] besehen vnd beantworten.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
wênistu niht daz ich muͦge mînen vatir gebitten, und her sendet mir nuͦ mêr wan zwelf schare der engele?
Gille u. a., M. Beheim
453, 2416
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
daz sich nun | die veind mit sneller eil da fun | Schickten zw dem auffbruch.
Vetter, Schw. zu Töß (
halem.
, Hs.
15. Jh.
):
Nun gewan sy ain anfechtung, was sy sach oder hort, das ir das [...] widerzem was.
Sappler, H. Kaufringer
14, 116
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
si beraittent sich nun do | und ritten mit ainander baid | gen der vest.
Ebd.
17, 60
:
diß sprach: „was hast dan gessen du? | das solt du mir sagen nu“.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Als nu die Engellender sahen, das sie von wegen des winters kelte nicht fruchtbarlichs ausrichten kunten, [...], flohen sie.
Bechstein, a. a. O. Mt. ;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
51, 16
.
Vgl. ferner s. v.  12.
4.
›inzwischen, mittlerweile‹; setzt eine nach rückwärts offene Zeitspanne voraus, die in einem Jetzt-Zeitpunkt weiter besteht oder abgeschlossen ist.
Wortbildungen:
nu(n)mals
2,
nunher
›inzwischen, seither‹,
nuntaling
(Gw zu ) ›inzwischen‹.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe (
Wolfenb.
1593
):
Ich dencke aber, Ich habe es jhme [Man] nun so aus dem sinn wieder geredt, das er nicht wissen wird, Was [...].
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
208
(
mrhein.
,
um 1335
):
daz duͦ nit salt wesen gemeit | als ich. Nuͦ bistu gris vnd alt.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
208, 3
(
Frankf./M.
1649
):
dahero dann vor nun fast zwantzig Jahren / an vielen Orthen Teutsches⸗Landes / ein solches sengen / brennen / braten vnd Metzgen der Menschen entstanden / daß [...].
Sachs (
Nürnb.
1554
):
Kont doch nirgent kein arbeit habn | Nundaling in das dritte jar.
Wyss, Luz. Ostersp.
10686
(
Luzern
1545
):
nun ist der dritt tag schier dohin. | wäre das durch in beschächen, | so sölltte er sich lassen sächen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1558
):
wie lang wir nunher in possession (diser kirchen) [...] gewesen.
Klein, Oswald
1, 42
(
oobd.
,
1421
):
seid das ich lig unmassen | gevangen ser in irem
[der
liebe
]
band, | nu stet mein leben krenklich auf der wag.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
aws denen numals worden seinn Hayden, türcken, sarracen, marran, hussen, Luterisch vnd mer ander aberglawb.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Gille u. a., M. Beheim
82, 15
.
5.
›nun, ab jetzt, fortan, von einem aus dem Text erkennbaren Zeitpunkt an‹; teils mit einem weiteren temporalen Adverb stehend, dann:
nu vorbas, nu hinfürpas
.
Bedeutungsverwandte:
, , , , .
Wortbildungen:
nunfort
(auch
nunfüro
) ›fortan‹,
nunmer
2 ›weiterhin‹.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Posthac. Hinfurter fuͤrbaß furter mher numher hinfuͤro furthin.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe (
Wolfenb.
1593
):
Ich kan mich auch nunmehr allen wind vnd klapperey so nicht lassen einnhemen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
56, 79
(
schles.
,
1361
):
vnde gleube v̆ch wol, das ir nv vorbas kein recht vbir minen Schilt, mich selbir [...] teylit.
Ebd.
131, 11, 20
(
n. 1350
):
das dy vorgesprochenen ratmanne der stat Brezl. den czol [...], den sy eczwenne [...] gekouft han vnde durch gemeynyn nutz bis do her gevriyt han, nv wedir nemen sullen vnde mogen.
Chron. Augsb. Anm. 3 (
schwäb.
,
v. 1536
):
ist erkennt, daß nuhinfürö vnnd zuͦ diser zeit niemants in sant Ulrichs kirchoff, [...] dhains wegs gelegt werden sölle.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
16. Jh.
):
bestättigen auch [...], sezen und wellen, das di [brief] nu hinfurpas [...] bei creften beleiben.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
30, 16
(
mslow. inseldt.
,
1534
):
der nunfort für Recht vnd Auśśerhalb, vber keinen menśchen Zeügnuś geben mag.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. .
6.
drückt satzeinleitend eine Ermutigung, Bitte zu einer im folgenden Verb (in der 2. Pers. Sing. oder Pl.) angegebenen Handlung aus; z. B.
nu gehe / lere / sieh, nu glaubet
.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe (
Wolfenb.
1593
):
Nun so gehe hin im frieden.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
Nv sich zuͦ dir selber, was dv geton hest.
Maaler (
Zürich
1561
):
Nun laß ernstlich / Merck [...] auf.
Sappler, H. Kaufringer
14, 202
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
junkfraw, nun gelaubent mir, | das ich ew sag die warhait.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
6, 83
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
got und mensch, nu ler uns ie, | wie dein weishait trencke die, | welich dir wol dienen hie.
Karnein, Salm. u. Morolf
95, 4
;
Mone, Adt. Schausp. ;
Sappler, a. a. O.
1, 317
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 253, 32
;
Vgl. ferner s. v. .
7.
an etw. Gesagtes anknüpfend und einen weiteren Inhaltspunkt indizierend; teils mit bestimmten logischen Nuancen; mit kausaler Nuance: ›daher‹ (
igitur
), ›da, nun‹; mit konsekutiver Nuance: ›folglich, nun also‹; mit temporaler Nuance: ›als nun, nun, nun aber‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1532
):
Das auge ist des leibs liecht, Wenn nu dein auge einfeltig ist, so wird dein gantzer leib liecht sein.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
294a, 7
(
Frankf./M.
1649
):
Dieweil nun deme also ist / verwundere ich mich oftermahls / wie doch etliche Leuth so gierig vnd grimmig auffs Foltern sein koͤnnen.
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
Jr hirn, nu
e
[›da‹]
wir uns rechen wullen, | so wil ich uch raten onverhollen, | sint so
e
sprechen uffenbar, | daz Jhesum eyn reyne mayt gebar.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
21, 31
(
omd.
,
1487
):
Wÿll dÿr einer nühe das gemein gutt, das ist dein hoẃpt letzen adder schlahenn. Von stúndt vnbedachtes mútts wörffstu dÿ hant [...] vor.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
Nu das erfuren die Krichen, das on die von Troyan alsso grossen oberlast unde hoen gethan hatten.
Henschel u. a., Heidin
933
(
nobd.
,
um 1300
):
Nv vernemet mich fvrbaz, | Vnd wirt evch min h’re gehaz | Ich sag iz im vngerne.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
249
(
Nürnb.
1517
):
Wöllen wir nun erkundigen, wie wir nit on nutz schaffen, das wir schuldig sein.
Schmidt, Rud. v. Biberach
12, 19
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Nvͥ mag der geist eweklich beliben in der minne, [...], vnd dar vmbe mag er ewenklich beliben in got.
Chron. Augsb. 4, 118. Var.
1
(
schwäb.
,
v. 1536
):
da nu der ro. k. erfuͦr, daß die venedigisch botschafft noch zuͦ A. lag. schickt er zuͦhandt sein botschafft.
Klein, Oswald
8, 25
(
oobd.
,
1423
?):
Nu alle creatur, die got beschaffen hat, [...] | ie danckper ist dem herren in der majestat | [...].
Quint, Eckharts Pred. ;
Mathesius, Passionale ;
zu Dohna u. a., a. a. O.
115
;
Merk, Stadtr. Neuenb. ;
8.
›allerdings, nun aber, aber doch‹; drückt (teils in Verbindung mit
aber
) einen möglichen Einwand gegen einen vorangehend dargelegten Sachverhalt aus.
Bedeutungsverwandte:
 3.

Belegblock:

Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. (
osächs.
,
1343
):
si sprâchen zuͦ ir: „Nû
[
Mentel
1466:
wann
; Var. 1475
2
–1518:
Nun [...] doch
;
Luther
1545:
doch
]
inist nîmant in dîner mâgescaft, der mit disme namen geheizen sîe [...]“.
Sermon Thauleri
6vb, 6
(
Leipzig
1498
):
Nu mochstu sprechenn Wo wircket got on bilde in dem grunde [...] des mag ich nicht gewissen.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
129
(
Nürnb.
1517
):
Nun ist aber des geists antastung ein anrürn der lieb des breutigams zu der liebe der breut.
Spanier, Murner. Narrenb.
55, 52
(
Straßb.
1512
):
Er meint, es sy des herren wil, | So ist es nun ein affen zil.
Schönbach, Adt. Pred. ;
Bachmann, Haimonsk. ;
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
215, 1
.
9.
›wahrhaftig, tatsächlich, wirklich‹; dient als Urteil des Erzählers zustimmungsheischend der Bestätigung einer Aussage.

Belegblock:

Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
das des tags uff beden sytten mer dann tryssig tussend ummkămend, das nun ein grosse arbentselligkeyt was.
Ders., Morgant (
halem.
,
1530
):
und gedăcht alwegen an den verretter Ganellon, der nun ein ursächer was.
durch ummhartragen etlicher zentzlern und verrettern, [...], vertribend ir die, so besser sind dann sy, daz üch nun nŭt ein grosse vernŭnft ist.
10.
›da, weil‹; drückt aus, daß eine mittels
nu
eingeleitete Aussage als Begründung für eine andere Aussage zu verstehen ist; die Belege sind teils auch temporal (›seitdem‹) oder konditional (›wenn auch ... doch‹) lesbar.

Belegblock:

Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
Meinen wir, es sey inen auch billich, nun es die vom tale betrift.
Yr, Waltheym, habt auch vor geret, yr woldet wol redeliche und uffrichtige antwort uff die verzceichenten gebrechen thun, nu yr die szo wol wysszet zu thune, wurumb antwort yr nicht darzu?
Goldammer, Paracelsus
5, 179, 19
(
1530
):
du Jordan, warumb stoßt ihn nit überhaufen, nun bistu doch greulich und mechtig und ein großer fluß?
Klein, Oswald
9, 69
(
oobd.
,
1421
):
Nu unser leib ergenklich ist, | und haben weder zeit noch frist.
11.
indiziert als syntaktisch vorangestellte Interjektion, meist zusammen mit folgendem Adv., einen Aufruf zum Vollzug einer Handlung oder zur Akzeptierung einer Einsicht, z. B.
nu wolan / (wol)auf, nu dar, nu hin, nu wehe
; als Übersetzungsmöglichkeiten bieten sich an: ›auf!, nun!, wohlan!, heran‹; auch: ›ach‹.

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp.
1114
(
ohess.
,
1501ff.
):
Nu wol uff, nu wol an! | Uwer freide sal ein ende han.
Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
Nun, man muss, wie mein herr wil.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
nu, bi dem esele soltn vorsten den sundere.
Pyritz, Minneburg
4800
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Nu dar, daz weizz sie allez wol.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
A. 16. Jh.
):
Nu we, nu we, das dich der schitel angee!
Roloff, Brant. Tsp.
830
(
Straßb.
1554
):
Nun wolan / ir man der ist nit hie.
Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
Nu hin ritter, sagt uͤberal | [...] | es well erstan des menschen chind.
Primisser, Suchenwirt ; ;
Kummer, a. a. O. .