norden,
das
(soweit aus den Belegen ersichtlich);
-Ø/–
;
vor allem in 2 auch:
nord,
der
.
1.
›Norden‹ als eine der vier Himmelsrichtungen im Orientierungsfeld mit (als Gegensatz), ,  1; offen zu 2a.
Bedeutungsverwandte:
 2.
Syntagmen:
j. auf das n. sehen, ein fenster auf das n. stehen, die winde den baum aus dem n. treffen, die gänse gegen dem n. fliegen, ein tor gegen n. gerichtet sein, Georgien gegen dem n. gelegen sein, ein zirkel von n. gegen süden stehen, j. von dem n. kommen, die wasser von nord in den Orinoque laufen
;
winde von dem n
.
Wortbildungen
nordbär
das Sternzeichen ›großer Bär‹ (dazu bdv.: , ),
nordisch
1 ›nach Norden hin, nach Norden gerichtet‹,
nordner
›Nordwind‹ (dazu ggs.: ),
nordwärts
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
daz drî brûdre stûnden | ûf dem mûshûse zu Crismomil | und irsâhen an dem himil | sô hin ûf das norden.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
si hat menschlich bilde ane houbet | und bezeichnet uns Antikristen, | der kumpt uns von dem norden mit listen.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
biß er gen Marguerita kam / Nordtwardts von Monpater.
[Wasser] die alle in den Oronoque lieffen / von Suid vnd Nord.
Jahr, H. v. Mügeln
908
(
omd.
, Hs.
1463
):
das tor gein norden was gericht.
Thiele, Minner. II,
12, 117
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
so yn
[den
baum
]
die wind uß norden, suden, westen | icht hertiglichen dreffen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Zwuͦ ordenung mit der dergrabung von geschichtlichen dingen waren gegossen: vnd stuͦnd auff .xij. ochsen Aus den selben sachen .iij. gen norden
[Var. 1475
2
u. ö.:
mitnacht
;
Luther
1545, 1. Kön. 7, 25:
Mitternacht
]
vnd .iij. gen westen vnd .iij. gen mittemtag. vnd .iij gen osten.
vnd gegen dem hauß kerent sich geen norden. do was er in der gestalt der leng der nordischen túr.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
345, 26
(
Genf
1636
):
Nordisch, was nach Nord ligt.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Groß baͤr / Herren wagen / nordbaͤr / ein gestirn / ursa maior.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz die widerwärtigen wind begegent ainander, als der sudner dem nordner.
wenne aber der sudenwint wæt, sô vliegent si [gens] gegen norden.
Gerhard, Hist. alde e
3377
;
Karsten, Md. Paraphr. Hiob ;
Jahr, a. a. O.
2333
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
4, 4
.
2.
in einer Reihe unterschiedlicher, als Metonymie an 1 anschließbarer Verwendungen, z. B.:
a) ›Norden‹ (als Gegend, Raum).
Bedeutungsverwandte:
 2.
Wortbildungen:
nordenkönig
,
nordenland
(auch
nord-
),
nordenreich
,
nordgestirn
,
nordisch
2 ›im Norden liegend; dort wohnend‹,
nordspitze
›Nordpol‹.
b) poetisch mit gen. explicativus (s. Beleg).
c) ›Polarstern‹.
d) ›Siebengestirn‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Zu a):

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Mechtic man en danne siet | In norden riche sweben.
Ziesemer, Proph. Cranc Dan.
11, 15
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
der kunig des norden
[
Wormser Proph.
1527 /
Eck
1537 /
Luther
1545:
von / gegen Mitternacht
]
wirt kumen vnd wirt betemmen und wirt gewinnen gar veste stete.
Ebd. Jer.
23, 8
:
iz lebet der herre, der do gevurt hat den samen des husis Israhelis und hat si bracht von nordenlant
[
Froschauer
1530:
aus dem mitnaͤchtigen land
;
Luther
1545:
aus dem Lande der Mitternacht
]
[...] und si sullen wonen in irm lande.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
wir [...] hatten den nechstfolgenden Sontag dz Nordische Vorgebirg in Hispanien im Gesicht.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Er [der kunic von westen] gesiget um und um | Dem kunge in norden an.
Disse macht muz hinder gen | Vor des norden kunges lut.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
75, 25
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ruscia ist eyne groze provincie gelegin uf deme nordin.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Polus arcticus, Der nortspitz.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
346, 22
(
Genf
1636
):
Nord / oder Nort / m. Mittnacht.
Ebd.
24
:
Nordgestirn [...]. Stella Septentrional.
Ebd.
28
:
Nordische Voͤlcker.
Strauss, A. v. Villanova dt.
152, 16
(
obd.
, Hs.
1421
):
Der vierde wint der heißt Borieas, der komet auß dem nortlande.
Hübner, a. a. O. .

Zu b):

Jahr, H. v. Mügeln
291
(
omd.
, Hs.
1463
):
in leides norden
[hier mit gen. explicativus: ›Leid, Freudlosigkeit, Kälte‹]
ouch zuhant | ir freuden summer wird gewant.

Zu c):

Opitz. Poeterey
40, 10
(
Breslau
1624
):
das sternenliechte fewer | Koͤmpt / wie der schoͤne Nort den Schieffen / mir zue stewer.
Müller, Welthandelsbr.
202, 23
(
schwäb.
,
1506
):
Von den inßln aus verleurt man den nort.

Zu d):

Voc. Teut.-Lat.
x vjr
(
Nürnb.
1482
):
Nordt od’ das sybengestirn. septemtrio.