neiden,
V., unr. abl.
sowie regelmäßig; vgl.
Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988, 472
;
514
.
– Meist Texte der weiteren Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
1.
›jm. mißgünstig sein‹ (vereinzelt); ›jm. mit Mißgunst begegnen; jn. beneiden, jm. dasjenige, was man selbst gerne hätte, nicht gönnen‹; ütr. auch von Sachen gesagt;
zu (
der
1.
Bedeutungsverwandte:
 1,  12, ; vgl. .
Syntagmen:
j. n
. (absolut);
sich n., sich darum n., das [...]
;
j. jn. n
. (z. B.
Rahel ire schwester, ein geist den bischolf
),
j. etw. n
. (z. B.
der feind die liebe
),
etw
. (Subj.)
etw. n
. (z. B.
ein baum den cederbaum
),
j. jn. erbärmiglich, um etw. neiden
; subst.:
neiden weh tun
;
die pein des neidens
.
Wortbildungen:
neidschen
›gehässig sticheln‹.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
1635
):
umb was mich dieser neidet, | ist, an dem er Mangel leidet.
Schöpper (
Dortm.
1550
):
Inuidere. Neiden verguͤnnen ¶ eiferen.
Luther. Hl. Schrifft.
1. Mose 26, 14
(
Wittenb.
1545
):
Darumb
[um
vieh
]
neideten jn die Philister.
Ebd.
Pred. 4, 4
:
Jch sahe an Erbeit vnd Geschikligkeit an allen sachen / Da neidet
[nd. Bibel 1478:
benyden
;
Froschauer
1530:
geneydet vn̄ gehaßt
;
Dietenberger
1534:
voll haß vn̄ neidts [...] warē
]
einer den anderen.
Ebd.
Hes. 31, 9
:
das in (cederbaum) alle lüstige Bewme im garten Gottes neideten.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
wmd.
,
1521
):
Du wilt all weg in dem gesprech neidschen.
Ulner (
Frankf.
1577
):
Hassen. Zu wider seyn, feindt seyn / neiden / gram / gehaͤssig seyn.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Herre min
[Bezug auf
Danyel
],
din troum si der | Die dich niden! odir swer | Vientschaft trage kegen dir.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Nu nideten in die tufele, das er so beltlichen ane vorchte wider menschliche nature getorste tun.
Böhme, Morg.R.
154, 4
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
in derselben [Quell-geister] trieb leben / da beisset / stoͤsset und neidet sich alles nach der qualitaͤten arth.
Pyritz, Minneburg
4649
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Sagt uns war umb oder wie | Ewer fraw uͤch nyde und sy gehaz!
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1488
):
dieselben nieden auch die, die große pfrünt hetten.
Sachs (
Nürnb.
1558
):
die auff erden [...] | von gottlosen wurden genieden.
Ebd. (
1558
):
Mein feindt und mißgünner von mir; | Die haben mich genieden sehr.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Wann do rachel gesach. das sy was vnberhaftig. sy naide ir schwester.
Mit neide hab ich genidet
[Var. W, Hs. 15. Jh.:
gelibt
;
Eck
1537 /
Luther
1545, 1. Kön. 19, 10;:
geeiuert
]
vmb den herren got der here.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
um 1300
˺):
so enhet doch ain mentsche deste me der es da nidot, und enhet ouch deste minre nit so ez aim wol gat.
Klein, Oswald
51, 2
(
oobd.
,
1409
/
10
):
Ach senliches leiden | meiden, neiden, schaiden, das tüt we.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
86, 36
(
tir.
,
1464
):
Der alt wurm der pös geist, [...], der neidet vnd hasset den ersamen pischolffen Silluanum gar vast durch seiner heilikhait willen.
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Dietrich. Summaria
18v, 12
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2338
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz ;
Voc. Teut.-Lat.
x iijv
;
Vgl. ferner s. v.  2.
2.
›etw., über das ein anderer verfügt, zum Grund von Neid, Mißgunst machen; e. S., die jn. von etw. (z. B. von einer Norm, einem Plan) abführt, mißtrauisch, ablehnend begegnen, sie meiden‹;
zu (
der
1.
Wortbildungen:
neidung
›Neid, Mißgunst‹ (dazu bdv.: vgl. ,
der
, 1).

Belegblock:

Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
den gewin | Nidet die alde nater, | Der tuvelische vater.
Jostes, Eckhart
67, 28
(
14. Jh.
):
daz ander punt ist ein nidung, die den geist ruket auzzer dem sin in daz, daz er do neidet.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Ob gleich ir wolfart und groß glück | All ir nachbawren naydn und hassen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
144, 34
(
els.
,
1362
):
eine einborne tohter, die wolte er [erlich man] in ein closter segenen [...]. Dis neit der túfel.
Menge, Laufenb. Reg.
300
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Den schloff vaste myde | Vnd alle milch nyde.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
28, 11
(
Venedig
1483
):
Wen auch der mensch tuͤgent hasset an seinem eben menschen [...] das ist auch todsuͤnde: vellet aber ein mensch in neydung vnbetrachtigleichen so ist ez nicht todsuͤnd.
Vgl. ferner s. v. .