nasweise,
Adj.
1.
›spurnasig, mit hoch entwickeltem Geruchssinn begabt‹ (von Tieren gesagt).

Belegblock:

Maaler (
Zürich
1561
):
Ein naßweyse Ganß / oder die gleych spürt.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Jch hor, ein jaͤger henge | Auf rechter spŭr des hirzen vart, | Wo der laithunt ist pewart | Nasweis an luftes wittern.
2.
›feinfühlig‹ (selten, s. u. aber
Maaler
); ›naseweis, besserwisserisch, sich überklug verhaltend; voreilig, vorwitzig, aufgeblasen‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
, (Adj.) 4,  3, .
Wortbildungen:
nasweise
(
der
; dazu bdv.: , , ).

Belegblock:

Volkmar (
Danzig
1596
):
Nasenweiß / klugling.
Luther, WA (
1530
):
wil also die lehre des Euangelij undt der glaube an Christum den Nasenweisen und kluglingen nicht gefallen.
Ebd. (
1537
/
40
):
wen heute zu tage noch einer auffstunde undt zu uns nasenweisen keme in der Tubischen heide undt sehe saur, fastete 2 tage [...], ich gleube, das die gantze stadt zu ihm hinaus lauffen wurde, [...].
Schwartzenbach
L iv
(
Frankf.
1564
):
Listig. Klug. Spitzfuͤndig. Naßweiß. Durchtrieben.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
dise nasewise lúte, die sint als naswis: es solt alsus sin und also sin; und wellent einen ieklichen richten nach irem hoͮbte.
Lemmer, Brant. Narrensch.
110a, 47
(
Basel
1494
):
Ettlich die sint also naßwiß | Die vor hyn schmecken an die spiß.
Golius
97
(
Straßb.
1579
):
Nasutulus, nasweis / speyvogel, verspoͤtter.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
etliche Junge Nasweise Messieurs, die sich stellen, als ob sie bereits die Witz alle gefressen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Naßweyß / Ein verstendiger vnd geschwinder mensch / der ein ding wol vnd bald mercket. Emunctus, Emunctæ naris homo
(im lat. Äquivalent das Wortbildungsmotiv erkennbar).
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
339
(
Genf
1636
):
naßweiser / der es besser wissen will dann einander / vnnd andere wacker hoͤntzeln kan.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
333, 2257
;
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
303a, 14
;
Wedler, W. Burley. Liber
158
.