murmel,
murmer,
murmur,
der / das
;
auch
-Ø/–
.
1.
›Rauschen des Wassers‹; ütr.: ›Gemurmel, Geraune, Geflüster; Gerücht‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
, , , ,
2
 1 (subst.); vgl.  2.

Belegblock:

Dict. Germ.-Gall.-Lat.
330
(
Genf
1636
):
murmel / das murmeln / Geraͤusche.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Das trib sie oft, darauss ain argwonn ervolgt und volgends ain murbel, als ob sie under wegen den knecht umb aller hand generalia angesprochen.
gleich ein murmel entstuende, wo diesem baursman sollich alt und unerkannt gelt herraichte.
Rot
330
(
Augsb.
1571
):
Murmur, Ein gemürbl / gebrümbl / getoͤß / eygentlich aber das getoͤß vñ rauschen des wassers.
Barack, a. a. O. .
2.
›Gemurre, Murren, Ungehaltenheit, Unmut, Unzufriedenheit angesichts vorgegebener religiöser, sozialer u. ä. Verhältnisse‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , , ,  23, .

Belegblock:

Gerhard, Hist. alde e
1345
(
omd.
,
um 1340
):
Durch ir murmer si da sturben | Und gar iemerlich verturben.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
ich enachte nicht des bosen murmur.
Enders, Eberlin (
Basel
1521
):
doch bringt solich rede etwas murmel by ettlichen, denen die warheit seltzam oder mißfellig ist.
Wackernell, Adt. Passionssp. St. I,
250
(
tir.
,
v. 1496
):
Des volkes mürmel wurd tze vil, | Dyssen rat ich ewch geben wil.
Enders, a. a. O. ;
Voc. inc. teut.
q vijr
;
Schmitt, Ordo rerum
271, 11
.
3.
›den sozialen Frieden in Frage stellende Unruhe, Widersetzlichkeit‹;
vgl.  3.
Bedeutungsverwandte:
 910; vgl.  3.

Belegblock:

Guth, Gr. Alex. (Hs. ˹
oobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
’waz sull wir kriechen | Hie in dem paland?‘ | Da Allexander versänd | Daz muͤrmël under in.
Roder, Hugs Vill. Chron. (
önalem.
,
1528
):
es was [...] ain solicher muͦrmell der Lutery halb und aller uffsecz halb, das [...].
Wackernell, Adt. Passionssp. St. I,
250
(
tir.
,
v. 1496
):
Das nit werd auflauf und klage; | Der volkes mürmel wurd tze vil.