morgens,
final auch
morgendes
o. ä.;
Genitivadv.
zu (
der
).
1.
›an dem Morgen, der auf einen aus dem Kontext hervorgehenden Tag folgt; am nächsten, nächst folgenden Morgen‹;
zu (
der
1.
Syntagmen:
m. werden
;
m. heimgehen, wegfärtig sein, zu tische gesitzen, niemand mit im
(refl.: ›sich‹)
nemen, keines schenkens warten, ein tag m. anbrechen, bis m. schlafen
;
m. (frü) vor tag, um 5 ur morgens
.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
2. Sam. 24, 11
(
Wittenb.
1545
):
Da Dauid des morgens
[
Mentel
1466:
früe
]
auffstund / kam des HERRN wort zu Gad.
Bihlmeyer, Seuse
12, 18
(
alem.
,
14. Jh.
):
so er mornendes aber dar ze tisch gesass, so [...].
Bachmann u. a., Volksb.
10, 6
(
alem.
,
15. Jh.
):
do mornendes ward, do kam er aber zuo dem wachter.
Leisi, Thurg. UB
8, 504, 15
(
halem.
,
um 1400
):
so sol man am aubent mit der groͮssen gloggen lútten, und en mornent, so man richtten wil, so sol man aber lútten.
Dierauer, Chron. Zürich
218, 6
(
halem.
,
15. Jh.
):
uf mentag [...] was gefangen ain Ziegler [...] in ainem turn, und den woltand si mornendes ertrenkt haben.
Chron. Augsb.
7, 41, 18
(
schwäb.
, zu
1548
):
da seind die predicanten und die helfer all zuͤ 5 uhrn umb morgens zuͤ den statpflegern [...] geschickt worden.
Meisen u. a., J. Eck
39, 36
(
Ingolst.
1526
):
sy [e. rat] es dises abentz thun, dann der herren vill weren sunst morgens wegfertig.
v. Keller, Amadis
376, 37
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 203, 71
;
Roder, Stadtr. Villingen
100, 14
;
Boos, UB Aarau
38, 11
;
Dierauer, a. a. O.
189, 16
;
Jörg, Salat. Reformationschr.
252, 24
;
Bächtold, H. Salat
61, 28
;
Roder, Hugs Vill. Chron.
104, 19
;
Müller, Stadtr. Ravensb.
194, 10
.
Vgl. ferner s. v. .
2.
›morgens, jeden Morgen, alle Morgen‹.
Syntagmen:
m. zusammenkommen, sein gebet sprechen, ave Maria läuten, von der magd aufwischen, etw. auf die wunde legen, zu m. aufstehen
.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 47, 24
(
wmd.
,
1521
):
ietlicher zum wenigsten ein magt hat, von der er morgens auf wist, die hend wescht und ungebeicht mess list.
Knape, Messerschmidt. Bris.
22, 44
(
Frankf./M.
1559
):
abends vnnd morgends spricht er sein gebet.
v. Keller, Ayrer. Dramen
3009, 3
(
Nürnb.
1610
/
8
):
Wenn er zu Morgens thut auffstahn, | So hat er gleich so viel als vor.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 96, 17
(
Nürnb.
1631
):
daß die ersten Gottseligen Christen haben pflegen Morgens vor Tags [...] zusammen kommen.
Vgl. ferner s. v.
ave Maria
.