mogenheit,
auch
mogendheit,
die
.
1.
›Allmacht, Schöpferkraft, Herrlichkeit Gottes‹;
vgl.  17.
Älteres und mittleres Frnhd.; gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion‘, speziell der Mystik, auch der Didaxe.
Bedeutungsverwandte:
(
der
2,  2,  16,  13, .
Syntagmen:
die dreiheit m. haben
;
got m. nennen
(doppelter Akk.);
die m
. (Subj.)
in dem vater, nicht an die sacramente gebunden sein
;
got m. sein
;
der vater den son aus m. sprechen
, [Christus]
in m. aufgefaren sein, zur rechten sitzen, got etw. in seiner m. beschliessen, die weisheit von m. ausbrechen
;
die m. gottes, des vaters
;
die götliche m
. (mehrfach).

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 50, 3
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Die heiligen sprechent, daz in dem vater sî mügentheit und glîcheit in dem sune und einunge in dem heiligen geiste.
Ebd.
2, 119, 8
:
Von götlîcher mügentheit brichet ûz diu wîsheit, und ûz in beiden brichet diu minne.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
12397
(
rib.
,
1444
):
De eyne iagen ich [Tribulatio] zo der barmhertzicheit | Van der gotlicher mogentheit, | De anderen ich zo synre Genaden leiden.
Chron. Köln
2, 322, 27
(
Köln
1499
):
gotz mogentheit is niet gebunden of verbunden an die hillige sacrament. he is [...] der here over die sacrament.
Jostes, Eckhart
79, 11
(
14. Jh.
):
daz got alle dink in geleicher mugenheit und in geleicher eigenschaft beslozzen hat.
Bihlmeyer, Seuse
185, 11
(
alem.
,
14. Jh.
):
Dú einigkeit hat ir wúrklichkeit an der driheit und dú driheit hat ire mugentheit an der einikeit.
Vetter, Pred. Taulers
299, 11
(
els.
,
1359
):
So ist der vatter, das der sun ist in múgenheit, in wisheit und in minnen.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 842
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Nimmet er got behalter, erloͤser, schoͤpfer, gebieter, selikeit, mogentheit, wisheit, warheit, guͦtheit.
Ebd.
2, 951
:
Dis erklerete mensche sol oͮch merken vnd anesehen die eigenschaft des vatters in der gotheit, wie er ist almehtige craft vnd mogentheit, schoͤpfer, vnthalter, beweger, begin vnd ende, aller creaturen sache vnd erstikeit.
Höver, Bonaventura. Itin. B
537
(
moobd.
,
1450
/
60
):
es stet da ain mit zesamenfuͤgung mit zal des gewaltes vnd mugenhait.
Quint, a. a. O.
2, 540, 68
;
Strauch, Par. anime int.
35, 27
;
Jostes, a. a. O.
16, 23
;
Eichler, a. a. O.
2, 279
.
Vgl. ferner s. v.  4.
2.
›Macht, Reichtum (einer Stadt); Tapferkeit; (innere, teils religiös begründete) Kraft e. P.‹;
vgl.  17.
Bedeutungsverwandte:
 2, ,  15.

Belegblock:

Chron. Köln
2, 287, 24
(
Köln
1499
):
want si
[die Stadt Köln]
in dem corpus des hilligen roemschen richs is gesetzt ein als van den minsten steden vam rich, [...], dat mich dik verwondert hait, angeseins die groisse moegenheit und mannichfeldicheit van richdomen, van wisheit ind hillicheit.
Bihlmeyer, Seuse
223, 28
(
alem.
,
14. Jh.
):
wan ich
[ewige Weisheit]
mich, daz úbernatúrliches, unwandelberes guͦt, einer ieklichen kreatur gib nah ir mugentheit in der wise, als si min enphenklich ist, so bewinde ich der sunnen glast in ein tuͦch.
Ebd.
245, 7
:
e si [sel] gefuͤret wirt úber alle ir krefte und mugentheit, und gewiset wirt in der personen naturlich wesentheit.
Schmidt, Rud. v. Biberach
23, 6
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Wer das nvͥt, wie sol denne got „ellvͥ ding in allen werden“, belibet vtzzet da in dem menschen? Das belibet, ist dvͥ substancia, daz ist sel vnd lip „doch in einer ander forme, in einer ander gvnlicheit, das ist clarheit in einer ander mvͥgentheit.
Bachmann u. a., Volksb.
154, 25
(
alem.
,
15. Jh.
):
won von myner manheyt und mugenheit möcht ich es nit haben gethan.
Höver, Bonaventura. Itin. A
131
(
moobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
form ist vol der tugent nach würckender mügenhait
[127:
aygenschafft yn got
].