moge,
die
.
– Gehäuft ˹Md.; älteres und mittleres Frnhd.˺
1.
›(innere) Kraft e. P. oder einer personifizierten menschlichen Fähigkeit (z. B. der
minne, beichte
); Gewalt, Herrschaft (des Körpers über seine Glieder); körperliche Kraft e. P.‹;
vgl.  127.
Verstexte.
Bedeutungsverwandte:
 2,  812.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
30, 414
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
ain weirwort und an verlengen | ja oft ir [minne] muͤge kan volbrengen.
Ebd.
32, 663
:
becirkelt ist in dime troone | der mynne moghe in hare gewalt.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
4970
(
rib.
,
1444
):
So ist ouch dyne merre schande | Al hie ind in allē lande | Dan off sij eyn starck knecht droege | De groisse kracht hedde ind moege.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
wie kleine ouch si min moge, | ich wil beginnen doch volenden.
war zu di bichte toge | adir wie groz si ir moge.
Wolf, Rothe. Ratsged. B
180
(
thür.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Hat der licham seyne glide | In moge, in macht, so blibet eyn fride.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch .
2.
›Rechtskraft, Rechtsgültigkeit‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
 8; vgl.  4.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1459
):
sowat asdan mit deme meisten parte [...] verdragen wurde, dat sall macht ind moege haven.
Rudolph, Qu. Trier (
mosfrk.
,
1400
):
anders sall es keine moge haben, was man an dieselbe taiflen [...] inschribe.
Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
und sprochen: die gobe hat nicht macht und moge zcu besteyn, dorumb das der gobe vorbindunge nicht geschen ist vor gehegtem dinge.
Grimm, Weisth. (
els.
,
1589
):
soll [...] der meier mueg und macht haben, dem
[der Zahlung]
seumigen huber seinen dinghofboten zu schicken.
3.
›militärische Macht, Heeresmacht; Vermögen, Reichtum; wirtschaftliche Macht, Möglichkeit‹;
vgl.  17.
Wortbildungen:
mogde
.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
17.
/
18. Jh.
):
unde dreip von dem felde alle herzogen von Sassen mit ganzer moge unde behilt da sinen willen.
Ebd. (
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
di von Limpurg [...] werten den vigenden, daz si nit moge enhatten zu bornen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1386
):
die viere, die von beiden siten darbî geschicket werdent, sprechent uf den eit daz in noit sie na gebur sîns vierteils und vadien vurs. und na moͤge der welde.
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
1421
):
daz ein igliche hußgenoße silber in die muntze geben solte nach siner mogde.
Matthaei, Minner. I, (Hs.
15. Jh.
):
teyl din gut nach diner muͤge, | gib auch dem zu geben tuͤge!
4.
›Recht, etw. anzuordnen oder zu vollziehen; Vollmacht, rechtliche Befugnis, Billigung‹;
vgl.  4.
Rechts- und Wirtschaftstexte, auch narrative Texte.
Bedeutungsverwandte:
(
der
67,  467, (
das
6, .

Belegblock:

Altmann, Wind. Denkw. (
wmd.
,
um 1440
):
was die fursten und stet do machten, daz solt ganz möge und macht haben.
Loesch, Kölner Zunfturk.
1, 8, 19
(
rib.
,
1397
):
alsodat si darumb zen ewigen dagen ganze volkomen macht ind moige haven ind halden soilen, daz vurg. ir ampt [...] regieren.
Wyss, Limb. Chron. U (
mfrk.
,
1373
):
[ich Else Juden burgersen zu Limpurg] geben in gentzlichen moge unde macht unde iglichem besundern dit testament unde selgerede vollenzufuren.
Koeniger, Sendgerichte (
mosfrk.
,
15. Jh.
):
von aller der wegen, dye recht darzu haint und des hilgen seends muge und maicht haynt, das niemans des anderen stull besitz.
Küther, UB Frauensee
123, 24
(
thür.
,
1352
):
Ouch sullen wir [...] gude muͤge habe dy gulde wydir zcuͦ kouffene umme dasselbe geyld.
Struck, Kollegiatstifte
855a, 61
;
Koeniger, a. a. O. ;
Wyss, a. a. O. U ;
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
291, 30
.