mithellen,
V., unr. abl.
›e. S. zustimmen, beipflichten, mit etw. übereinstimmen, einig sein‹; mehrfach belehrend von Gegebenheiten (mit Dat. der Sache) gesagt, denen man nicht zustimmen sollte;
vgl.  23,
1
 3.
Gehäuft obd.
Syntagmen:
die chroniken m
.;
e. P
. (Dat.obj., z. B.
Lucifer
)
m., dem buch / gesazt, der heiligen geschrift, der irrenden bescheidenheit, den sentenzen (nicht) m., sich einem buch m
.;
die mithellende meinung
; subst.:
schweigen als mithellen achten
;
das mithellen des willens
; als subst. Part. Präs.:
mithellende
›Zustimmende‹
haben
.

Belegblock:

Neumann, Rothe. Keuschh.
4052
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
vortribe der bosen liblicher gelust | di dir in gefallet alsust | van dines willen mit hellen.
Chron. Nürnb.
3, 33, 9
(
nobd.
,
1488
):
daß vil sint, die iren sentenzen nit mithellend und sie für klepperer haltent.
˹ Jörg, Salat. Reformationschr.
70, 6
(
halem.
,
1534
/
5
):
ouch schwygen by wylen jn sachen geacht wirt alls mithaͤlen.
Maaler
292r
(
Zürich
1561
):
Mithaͤlen / Wenn zwo partheyen sich mit einanderen vereinbarend oder anlegend vnd ein verstand machend / den drittmañ zebetriegen
˺ (beide Belege von der Schreibung her eher zu
mithelen
, semantisch gesehen eher hierher).
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
181, 30
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
der wille, der da mithellende ist der irrenden bescheidenheit.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
4, 9
(
moobd.
,
1478
/
81
):
umb des willen, das vil der Cronicken gelesen werden, die sich villeicht nicht ainen oder mithelen werden disem puech.
Turmair
1, 433, 29
(
Augsb.
1517
):
adsentire vel adsentiri ,zuehellen, mithellen, ains meinung sein und sinn‘.
Gille u. a., M. Beheim
126, 75
;
Jörg, a. a. O.
154, 8
;
Steer, Schol. Gnadenl. 3, A
2
,
71
;
Niewöhner, Teichner
10, 165
;
Spiller, a. a. O.
130, 2
;
Rwb
9, 766
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
244
.