mistrost,
der
;
-es/–
.
›oft religiös bedingter psychischer Zustand der Verzweiflung, Entmutigung, Hoffnungs-, Perspektivelosigkeit‹; auch: ›als damit korrelierend fingierter tatsächlich situativer Zustand‹.
Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):  1, , (
das
3, (
das
24,  135, (
die
5, , , , , , , , .
Gegensätze:
(s. v.  1), ,  13,  2, .
Syntagmen:
den m. erben, in hoffen verwandeln / verkeren
;
etw. m. nennen
;
m
. (Subj.)
gewin werden, jn. treiben, getrost machen, von der not kommen
;
etw
. (Akk.obj.)
in m. verderben, jn. in m. erfären / verlieben, von
›aus‹
m. von jm. weichen
;
der m. der welt
;
der grosse m
.;
abgotte, die zerstörung des mistrostes
.
Wortbildungen:
˹
mistrost
(Adj.),
miströstig
˺ ›verzweifelt, untröstlich‹ (dazu bdv.: ,  1, , ),
mistrostlichkeit
(dazu bdv.:  1, ,
das
, 3, , ütr.).

Belegblock:

Schöpper
17a
(
Dortm.
1550
):
DESPERATIO. Mißtrost verzweiffelung desperatz mißmut verzagung. Desperabundus. Verzweiuelt trostloß mißtroͤstig mißmuͤtig verzagt desperat hoffenloß.
Ziesemer, Proph. Cranc Ez.
12, 19
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
ir brot werden si ezzen in sorgvellekeit und ir wazzer werdin sy trinkin in missetrostlichkeit
[
Luther
1545:
elend
].
Ebd. Dan.
9, 27
:
in deme tempil wirt der abgot sten der allis missetrostis vorstorunge.
Ebd.
11, 31
:
und werden dar setzen abgote allis leidis und betrupnisses und missetrostis
[
Luther
1545:
wüstung
].
Fischer, Brun v. Schoneb.
12574
(
md.
, Hs.
um 1400
):
von der gewonheit, [...], | kumpt not, von der not missetrost.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
10685
(
rib.
,
1444
):
Ich gelouve dat nye mynsche as sere, | As ich do was, misztroest en were.
Thiele, Minner. II,
28, 95
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
mir ist die werelt saen eyn loot, | mistroist drivet mich aen eyn oirt.
Chron. Köln
2, 9v, 26
(
Köln
1499
):
[Caym] wairt dair nae lantfluchtich wild v͂n mistroestich.
Buch Weinsb.
2, 359, 18
(
rib.
,
1577
):
sie [staten ... in Hollant] sin kreigs worden und mistroist macht sie getroist.
Opel, Spittendorf
229, 11
(
osächs.
,
um 1480
):
darumb weis ich nicht, was ich gleuben oder schreyben soll, ich werde gantz miströstig mehr zu glauben.
Vetter, Pred. Taulers
282, 32
(
els.
,
1359
):
so vallent si in missetrost und in zwivel und werdent eweklich verlorn.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 687
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Alsus werdent die túgende vollebraht vnd missetrost wurt ewig gewin.
Strauch, Schürebrand
20, 26
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
daz úch alle swermuͤtikeit und missetrost verwandelt und verkert wurt in ein minnenriches fröudenriches hoffen.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
2037
;
12611
;
15627
;
Meijboom, a. a. O.
7225
;
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
15, 15
;
Thiele, a. a. O. II,
32, 329
;
Rwb,
9, 726
.