misten,
V.
1.
s.
1
 1.
2.
›etw. (landwirtschaftlich genutzten Boden) mit Mist düngen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, , ; vgl.  4,  1,  1,  1.
Syntagmen:
den acker / (wein)garten, das erdreich m
.;
zu gewöhnlicher zeit m.;
ütr.:
jm. das haupt m
. ›dem Düngen verglichenes
bespeien
des Kopfes e. P.‹.
Wortbildungen:
mistigung
,
mistung
2 ›Düngung‹.

Belegblock:

Schöpper
77b
(
Dortm.
1550
):
Stercorare. Misten tuͤngen feistmachen.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
494, 13
(
rib.
,
1634
Hs. [
1487
]):
und sollen
alle artlant
des Hofs
zo reichten zyden doin braichen, sturzen, mysten, sehen.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
3, 814
(
Köln
um 1490
; mnl.):
Her konning, ik hebbe eme nicht dat hovet bespiet, men ik hebbe dat gemesset, wente up dat dorre ertrike lecht men mes.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 241, 35
(
mosfrk.
,
1374
):
und sullen [...] dieselben wîngarten auch îe zu zehen jaren wol misten und dungen.
Ebd.
3, 287, 20
 f.:
als unsere lehenlude [...] schuldig sint ire wingarten zu misten.
Loersch, Weist. Boppard
178, 36
(
mosfrk.
,
1561
):
wann einer gemuscht hat, dasselb soll er deß hofsherrn schultheisen anzaigen, und es soll solche mistung dermassen geschehen [...], und so der schultheis die muschung fur wol gemuscht erkent, alsdann soll der baumann dasselb jar, so weit die muschung gehet, allein lesen.
Voc. Teut.-Lat.
ee iijr
(
Nürnb.
1482
):
Scheissen od’ miste͂ od’ dunge͂.
Vetter, Pred. Taulers
243, 16
(
els.
,
1359
):
etlich arm mensche us einem dorffe gat misten und sin broͤtlin mit grosser surer arbeit gewinnet.
Löffler, Columella/Österreicher II,
3, 22
(
schwäb.
,
1491
):
usß gnuͦgsamer mistigung, die usß den geschwaigen komen, die yrdisch frucht úber fliessen.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
12, 13
(
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Stercucius, der des ersten lerente daz erdreich ze misten.
Loersch, a. a. O.
146, 32
;
Dirr, Münchner Stadtr.
405, 12
;
Maaler
167v
;
291r
.
3.
›(den Stall) ausmisten, vom Mist der Tiere reinigen‹.

Belegblock:

Hübner, Buch Daniel
3005
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Richer man, laz dich misten, | Gib din gut armen cristen!
(hier ütr.: ›laß Dich befreien von allem Innerweltlichen‹; vergleichbare Belege s. v.
miste
1).
Fastnachtsp.
858, 28
(wohl
Straßb.
, o. J.):
Und bin unser hausmeid diener | [...] | Ich hilf ir misten die kustel.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 134, 3
(
Straßb.
1522
):
Foͤrcht ir vor deinen Knechten, und etwan vor denen, die den Stal misten.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
325, 10
(
Genf
1636
):
misten / mist außfaͤgen.
Luther, WA
32, 69, 7
;
Wiessner, Wittenw. Ring
979
.