missewende,
die
;
vereinzelt
das
.
– Älteres und mittleres Frnhd.; meist Reimtexte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
1.
›Unglück, Mißgeschick, wie es dem Menschen in verschiedensten Lebensbereichen durch Zufall, durch eigenes oder fremdes Zutun anderer, durch den Teufel, aus naturgegebenen Ursachen (z. B. Krankheiten u. ä.) zustoßen und wie es Gott verhüten kann‹; auch: ›Makel des Menschen‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. ,  1, (
das
12,  15, , .

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb.
10355
(
md.
, Hs.
um 1400
):
daz ich vorbaz sundir strit | muze dir dinen an minem ende | und mich an keine missewende | nimmer muze irslichen der tot.
Ebd.
10884
:
zu desem strite brenget durch were | got al daz hemelische here, | dan wil her werfen anz missewende | Anticristum, daz sin sorge ende.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
11803
(
rib.
,
1444
):
Hoede dich dat dir geyn miswende | Van yme
[
duvel
]
en geschie.
Quint, Md. Karl u. Eleg.
1323
(Hs. ˹
thür.
,
n. 1455
˺):
Lichte dz vnße myssewēde | Hyte nēmet ein guͦt ende.
Gille u. a., M. Beheim
451, 359
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wann wer aim menschen hie zu tun | als ungevell und missewende | von suchten, schmerczen, peinen | und secht die minsten fräd und wunn, | dis schet im nit so teur ain hare.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 59, 161
(
schwäb.
,
1471
):
Wann mein gart nye hat getragen | Chain frucht, der man myszwend gicht.
Gereke, Seifrits Alex.
9073
(
oobd.
, Hs.
1466
):
das er
[
geist
]
uns an unserm endt | behuett vor aller myssewent.
Quint, a. a. O.
1209
;
Rieder, St. Georg. Pred.
91, 22
;
Jaksche, Gundacker
1622
;
Primisser, Suchenwirt
1, 39
;
38, 330
.
2.
phras.:
ane
/ (vereinzelt:)
sonder missewende
, reimbedingt mit Tendenz zu semantischer Leere, teils verwahrformelhaft im Sinne von ›ohne alles Mißgeschick; ohne Zweifel; ohne Unvorhergesehenes; ohne eigenen Makel‹.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 20
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
das Coelne ain alle miswende | ire dinck noch her zo goeden ende | hait braicht.
Strauch, Par. anime int.
22, 17
(
thür.
,
14. Jh.
):
in den spigil sal si sehin mit geistlichin ougin, da si findit reine lutirkeit one missewende.
Quint, Md. Karl u. Eleg.
1374
(Hs. ˹
thür.
,
n. 1455
˺):
Oͤre sper vnd oͤre schilde | Dy nomē sy in dy hende | Gar one misßewēde.
Henschel u. a., Heidin
1897
(
nobd.
,
um 1300
):
Also gelank dem kristen man | Mit der vrowen wol getan | An alle missewende.
Sappler, H. Kaufringer
11, 77
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich will die
[
pein
]
leiden ze der frist | durch dich
[
frawe
]
oun alle missewend, | das dein siechtum nem ain end.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
20, 62
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
dein
[
Mariae
]
kunigkleich sweben | bestätt [...] an missewent.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
22900
;
23097
;
Lemmer, Schernb. Frau Jutte
591
;
Reissenberger, Väterb.
40049
;
Fischer, Brun v. Schoneb.
55
;
Gerhard, Hist. alde e
213
;
Hübner, Buch Daniel
2540
;
Quint, a. a. O.
1334
;
1826
;
Fastnachtsp.
920, 13
;
1440, 7
;
Koppitz, Trojanerkr.
5976
;
Sappler, a. a. O.
9, 206
;
14, 212
;
16, 632
;
693
;
Primisser, Suchenwirt
38, 81
.