missen,
V.
1.
›etw. auslassen‹ (ein Textdetail).
Bedeutungsverwandte:
vgl.  10,  17.

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
5462
(
rib.
,
1444
):
Woultu die sache wissen, | Ich sagen sij dir kurtlichen sunder missen
(hier subst. und reimbedingt).
2.
›fehlen; etw. nicht haben, nicht aufweisen‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.
1
 8,
4
 10,  2,  2,  3,
1
 4.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
13476
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
daz die vil werden | Liecht sere vinsternisten, | Des dritten teiles misten.
Voc. Teut.-Lat.
h vv
(
Nürnb.
1482
):
Felen od’ missen, falli.
3.
›etw. / jn. vermissen, etw. / jn. als nicht seiend, nicht anwesend empfinden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4,  2,
1
 45, .

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
224, 10
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
solt dû wizzen, daz der guote wille gotes niht mac gemissen.
Ebd.
230, 9
:
Der mensche, der des sînen wære ûzgegangen, der enmöchte niemer gotes gemissen in keinen werken.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
147, 1266
(
Zwickau
um 1540
):
Das sich das volck abwendt / und weret nicht? | Ich sag vorwar ich mißne ewer pflicht.
Stackmann u. a., Frauenlob
9, 13, 6
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
Man sol sich schamen, e man miste | mit swacher tat der eren hoch geniste.
Thiele, Minner. II,
30, 117
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
wei da ain rechter mynnen miste, | dem Venuͤs guͤitlich des verwyste.
Piirainen, Stadtr. Sillein
86r, 37
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Wer seinez vichez misset vnd czu hant den hirten schuldikt mit vrkvͤnde czweier manne so [...].