mislingen,
V., unr. abl.
›fehlschlagen, nicht gelingen, nicht glücken; keinen Erfolg, kein Glück haben‹; mit Dat. d. P.; meist ohne Subj., teils mit
es
, in 1 Beleg mit Subjektsatz; das Mißlingende geht aus dem Kontext hervor.
Bedeutungsverwandte:
,  1, , , .
Syntagmen:
(jm.) bärlich / oft / dicke / zulezt m., jm
. (z. B.
dem richter
)
/ dem bösen, der sele, einer stat m., jm. an / mit der geburt m
. ›eine Fehlgeburt haben‹,
jm. an schwerten m
. ›nicht treffen‹;
der zins jm. m
.; subst.:
um das mislingen klagen, vor mislingen klagen
.
Wortbildungen:
misling
(
das
),
mislingigkeit
›auf Gelingen angelegtes Wagnis‹,
mislingung
,
mislung
.

Belegblock:

Schöpper
56a
(
Dortm.
1550
):
Malè succedere. Mißlingen mißgehen mißgerathen verungeluͤcken mißgeluͤcken vbel außschlahen.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 154, 26
(
rib.
,
1370
/
97
):
gude vrauwen, den it mislunge were.
Voc. inc. teut. q
ijv
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Mislingu͂g Jmprosperiu͂.
Gille u. a., M. Beheim
446, 82
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
so ist nit wunder, ab uns got lest misselingen | und ab gestet | umb unser missetet.
Mayer, Folz. Meisterl.
32, 3
(
nobd.
,
v. 1496
):
Das eim zu lest misslinget, | So man eins dings dreibet zu vil.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
160, 16
(
Bamb.
1507
):
Jch frag Euch dess Rechtenns, ob dem Richter misslünge oder tag zerrünne, ob nicht der Theter bei Licht gericht werden solle.
v. Keller, Ayrer. Dramen
1116, 5
(
Nürnb.
1610
/
8
):
Wo jhm ein mal mißlungen hat, | So seh er sich dest besser für.
Ebd.
2130, 34
:
gern Arbeit vnd gern Arbeit! | So kan dir nicht mißlingen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 18, 18
(
Hagenau
1534
):
Was bedacht ist / kan offt mißlingen.
Roder, Hugs Vill. Chron.
71, 25
(
önalem.
,
1519
):
und was große angst und nott in den selben acht tagen, in Ruttlingen misslungen 14 frowen an ir gepuͦrt.
Koppitz, Trojanerkr.
11367
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Miltter Gott, du füge das | Dem bössen misse linge.
Bächtold, H. Salat
202, 656
(o. O.
1537
):
Ein part, da grechtigkeit wer ir grund, | Das wer ein göttlich, billich ding, | Muͤßt man nit entsitzen misseling
(›kein Unglück befürchten‹).
Ruh, Bonaventura
331, 32
(
oschwäb.
,
2. V. 15. Jh.
):
die dry ding söllent in in haben schmertzen vom schaden vnd vnkomlichait, scham von schand vnd vnerberkait, förcht von schuld vnd misslingikait.
Ebd.
336, 6
:
vnd durch gebet clagen [...] umb der schand, mit förcht vmb das mißlingen.
Barack, Zim. Chron.
4, 213, 25
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Fürcht Gott! [...] | So mag dir nimer missilingen.
Klein, Oswald
20, 29
(
oobd.
,
1415
):
es müsst mich
[die Liebende]
reuen hie und dart, | ob im missling mit hinevart.
Ebd.
112, 310
(
1438
):
wo des ain fürste nicht enhat, | das recht daselben übel gat, | baide mit urtail und geding | so hat das recht ain misseling.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
2, 68
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Gib uns freud in guten dingen | und behüt vor misselingen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
225, 29
(
moobd.
,
1478
/
81
):
das im aber mislang, dan die wachter des zeitlich gebar wurden, das er [...] wider wegk eyllte.
Winter, Nöst. Weist.
1, 258, 24
(
moobd.
,
16. Jh.
):
wo aber ein mißlung furfiel, so soll er den ersten darbei behalten.
Karnein, Salm. u. Morolf
754, 4
;
Mayer, a. a. O.
19, 23
;
Bihlmeyer, Seuse
70, 23
;
Kottinger, Ruffs Etter Heini, V.
323
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
72, 20
;
Schmitt, Ordo rerum
668, 34
;
Schweiz. Id.
3, 1338
.
Vgl. ferner s. v.  4.