misbietung,
die
.
1.
›Mißachtung von etw. (z. B. der
priesterlichen ere
); Beleidigung, Verunglimpfung einer sozial höher gestellten Person‹;
vgl.  1.

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle
202, 2
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Wann nu dussen selbigen geisselern [...] eyn solches nicht gesatczt was von pristerlicher gewald, sundern on selbest zu eyner uff ruckunge unnd zu swechunge unnd missebethunge der pristerlicher ere unnd gewald.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
172, 34
(
thür.
,
1474
):
so muß dy mait deme burgere [...] solliche honlich, smeliche lasterworth unde zcusage und missebitunge [...] vorbussen.
2.
›Gotteslästerung; Mißachtung, Verunglimpfung von Glaubensinhalten‹;
Bedeutungsverwandte:
 2; vgl. , , .
Gegensätze:
1
 3.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 462, 35
(
1530
):
so sinds denn auch nicht mehr Gottes schlussel, sondern deine trewme vnd vermessenheit ia dein lesterung vnd mis bietung des Gottlichen namens.
Franz u. a., Qu. hess. Ref. B,
2, 13, 4
(
hess.
,
1525
):
daß solich der vigilien und selmessen haltung [...] ein unnotig ding, [...] sei und mehr vor ein mißbietung dan ein lop gottes angesehen würdet.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 311, 11
(
Frankf.
1563
):
Nit ists beschehen, daß gott ab seiner mißbietung wolgefallens getragen, sondern [...].
Thiele, Chron. Stolle
159, 10
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Disse missebetunge
[gegen
Christus
]
horten dy fursten alle zu mole wol.
Ebd.
240, 35
:
solche grosse missebetunge, dy da gote geschege an kerchen, an monstrancien, an gotis lichenam.
Erben, Omd. Chrestomathie
129, 32
(
omd.
,
1459
):
vmme solliche missebietunge gotis wordin dy fromen iodden gar sere gepiniget.