mis-
[+ V.],
misse-
[+ V.]; zur Auswahl der folgenden Bildungen s. [+ Subst.].›etw. der Bedeutung des Verbs Entgegengesetztes oder sie Verfälschendes tun‹.
Wortbildungen:
misachten
misansehen
misbacken
misbak, misbecker
, a. 1340), misbauen
misdenken
die liebe
), misdienen
misdienst, misdienstig
), misfelen
misfliegen
misfruchten
misfüren
misgebären
misgedeihen
misgelten
misgewirken
misgeziemen
misgreifen
misgreifung
), mishenken
ingesiegel
), mishoffen
misjehen
miskennen
miskennung
), miskeren
insiegel
); 2 ›etw. verunstalten‹ (z. B. js. antliz
); 3 ›jm. etw. übel auslegen‹, mislauten
mislautig, mislautung
), mismachen
mismalen
mismannen
misnennen
misquemen
misreiten
misschreiben
missebären
missedingen
missefügen
missegeniessen
missehaben
misselegen
missenöten
missetieren
miscitare
, dann: ›den Glauben verwässern, Ketzer werden‹?), missetraben
missewaren
missewären
missewenden
mis|stehen
mistönen
mistönung
), mistragen
es misträgt
›es macht einen Unterschied, ob [...]‹), misweiben
mismannen
; s. o.), miswerben
miswerken
miswürken
miszehenten
miszieren
Belegblock:
Zu misachten:
Zu misansehen:
Despicere vorsmehen [...] verwerffen [...] mißansehen.
Zu misbacken:
die Bürgermeister haben die mangel oder gebrechen an gewicht, elen, maß, misback, fleisch oder dergl. ufzuheben.
umb das misßbachen sol die buͦsß j lib. v ₰ sin.
Zu misbauen 1:
das einer under unserem handtwerch einem syn werch [...] mißbauwen wurde, [...], es were huß, stufen, speycher.
Zu misdenken 1:
Si sprach dv hast missedaht | An dirre selben stvnt.
Zu misdenken 2:
Ain klain wenig argkwan macht in der lieb missdenncken.
Zu misdienen:
dat nie cristenkeiser si [kirche] spalden woulde of afgescheiden hait van der keiserlicher ordenungen des richs ind unbillich, sunder ir misdienen, van dem hilligen lichnam durch unrechte gewalt afgescheiden soulde werden.
das es kein opffer sei [messe ieben] / [...] / vnd mißdienstig denen die das anders bruchen denn es von christo vffgesetzet ist.
Schmitt, Ordo rerum
675, 4
.Zu misfelen:
Zu misfliegen:
Zu misfruchten:
Zu misfüren:
Zu misgebären:
Zu misgedeihen:
Zu misgelten:
Sweerlych moyssen wyr mysgelden | Vnser offenbaerre sunden.
Zu misgewirken:
Zu misgeziemen:
Zu misgreifen:
Thuschen uch und mir waz ein guder satz, | Der uns wol underscheiden was, | Das wir nit missegriffen | Odir auch wieder striffen | Eine wieder die ander.
,Sicher‘, sprach sij [Wißheit], ,du [Aristotules] haist recht gesait | Und da mit nit missegriffen gehait.
dardurch er vns selig machen will / vñ sunst durch kein ander werck dañ durch festen glaube͂ vñ ware lieb / on mißgreyffu͂g
[verwahrformelhaft].
Zu mishenken:
ob der insigel ains oder mehr bruͤchig, zerdruͤkt oder misshenkt wuͤrden.
Zu mishoffen:
so brint hi voirt in jamers geluͦte | en moensheft an synre mynnen.
Ebd.
379
: wanneir ome Czwivel wil virdriben | en meishoffen hait ontsont, | so [...].
daz leste punt, do men stonde inne mag bliben sunder missehoffen.
Zu misjehen:
Diffiteri. Verneinen verleugnen abreden mißjähen empfallen versachen abred thun vnbekennig sein kein gestand thun abredig stehen.
wer das der erste huͦber dem nochganden huober den koͮff wolte missejehen, so [...].
Zu miskennen:
wann in misskennung
[
vnwissendLuther
1545, 1. Thim. 1, 13: ]
tet ich dise ding in dem vn gelauben. Zu miskeren 1:
waͤr ob der insigel ains oder mer ... zebrochen wrd ungevarlich, misskert oder misshenkt wrd [...] daz sol ... dehainen schaden bringen.
Zu miskeren 2:
Zu miskeren 3:
Dat in darff in neyman miskeren, | want ich ducke wail vernomen, | dat [...].
Zu mislauten:
Dissonus [...] misselutig [...] eynczwez ludig [...] mißtenung [...] vnmitlawttig [...] misslautung.
Ich bitt dorumb dich so das dein red nit misselaut.
Zu mismachen:
dat einich zeuwer einich doich mismachde, [...], der zeuwer sal sins amptz darven.
Zu mismalen:
Zu mismannen / misweiben:
Zu misnennen:
Zu misquemen:
Mer sere misquam mir dat | Dat yederman in de schone stat | Nyet mochte komen zo de͂ ingange.
Zu misreiten:
Zu misschreiben:
Sterbe ich, so wirt lichte | Vorkart min getichte, | Daz der schriber misseschribet.
der brief yendert ungefarlichen missschriben were oder ichtz darinn vergessen und überhebt were ...; daz sol in alles kain schad sein.
Zu missebären:
daz beschah nie frowen me | we, schuld, misse bernder not, | die Eva hat verdienot.
Zu missedingen:
übermitz diz wis so ist in den tieren gedinge unde ouch missegedingen.
Zu missefügen:
Zwar daz misse fuget, | Ez mac dir ouch vil wol geschaden.
Zu missegeniessen:
Zu missehaben:
Zu misselegen:
daz der gemeinde frunde dor in 3376 g. 7½ ß. der schulde vorgerurt misselegt und der zu viel in irer verzeichenisse geseczt haben.
Zu missenöten:
Zu missetieren:
Zu missetraben:
Zu missewaren:
Vil gerne ich enpurne | Daz liehte, wan ichz han missewart.
Zu missewären:
Zu missewenden:
das die substanci und materie des briefes [...] nuͥt verendert noch miswendet werden sol.
Zu mis|stehen:
Mißstehen / laͤugnen / [...], Negare.
Zu mistönen:
misselutig [...] mißtenung [...] misslautung.
Dissonare misse leuten [...] misdoͤnen [...] vnmlawtten.
Zu mistragen:
Dann als vil daz missetreit | Ob yeman hat me rainichait | Oder me an ubeltat, | Daran er lästerlich stat.
Zu
misweiben
s. mismannen
.Zu miswerben:
alls schier aber die naͤchsten sechs wuchen alls vorstat darnach verluffend, ist im nieman verbunden ze antwurten, on joch damitt mißworben ist.
Zu miswerken:
Zu miswürken:
wann hette ich mich verwürket
[Var. H:
mißwürket]
gen got [...] das hette er an mir gerochen.Zu miszehenten:
sich der abstraffung malefitzischer sachen [...], als marchsteynen verenderen, mißzehenden [...] uͤberheben.
Zu miszieren:
und haben das alte gebeue [...], dissen tag laissen abbrechen, das den gank seir misszeret.