mirte,
die
;
über
lat.
myrtus
aus dem
Griech.
(Dwb
6, 2558
), hohe Formenvarianz.
›Myrte‹, ein mittelmeerisches, zu Zierzwecken (z. B. als Brautschmuck), auch zur Ölgewinnung und Aufbereitung von Wein genutztes, in religiöser Symbolik auf Maria bezogenes Gewächs.
Wortbildungen:
mirtecht
›Myrtenwald‹ (zum Suffix s. Henzen, Dt. Wortbildung.
1965, 140
),
mirtedorn
(p. p. t. für ›Myrtenwald‹),
mirtelbere
,
mirtelpulfer
,
mirtenbaum
,
mirtenfarbe
,
mirtenlaub
,
mirtenöl
,
mirtenwald
,
mirtenwein
.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen Rosenw.
78, 23
(
Hamburg
1646
):
[magd und huͤrte] vermaͤhlten stimm’ und kuß
|
unter einer schoͤnen mirte.
Ziesemer, Proph. Cranc, Vorr. Zach.
359, 9
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
eyn man saz uf eyn rotis phert und stunt mittene in eynim wolbeloybetin myrtetech.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
6, 319, 18
(
Straßb.
1466
):
bringt die groͤnen zwaige der olbaum vnd [...] die zwaig des mirtumbs vnd die este der palmen.
Ebd.
8, 461, 1
:
Ich gib den ceder in der ainoͤd: vnd den dorn vnd den mirtusbaum.
Ebd.
8, 500, 5
:
vnd fúr die nessel wechst der mirtus.
Ebd.
10, 110, 2
:
[Ich] secht ein man aufsteygent auf ein rotes pferd vnd er stuͦnd zwischen der statt der mirdorner
[Luther 1545, Sach. 1, 8:
Myrten
].
Cirurgia H. Brunschwig
33ra, 10
(
Straßb.
[
1497
]):
Sunderlich vmb salb die wunden vnd das gelidt mit warme͂ roß oͤly dar vff gesprengt mirtillen puluer.
Maaler
296v
(
Zürich
1561
):
Myrthenbaum [...]. Myrtenoͤl [...]. Myrtenwald [...]. Myrtenweyn.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
331, 25
 f. (
Genf
1636
):
Myrthenfarb [...]. Myrthenlaub.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
7, 22
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
mirtenpawm, du temperung,
|
ros dultig, in saft entsprung.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
331, 32
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Myrtus haizt ain mirtelpaum und wechst gern an dem gestat pei dem mer.
Ebd.
333, 6
:
wer aber die mirtelper seut mit puttern, daz widerzeuht den swaiz.