markzal,
die
.
›Verhältnis, Proportion einer im jeweiligen Handlungszusammenhang zu bemessenden Sache zu einer anderen, die mittels eines Substantivs genannt wird, aus dem Belegumfeld hervorgeht oder als bekannt vorausgesetzt wird‹; auch: ›Angemessenheit e. S. relativ zu einer anderen‹; Motivation des Bw unsicher;
vgl. I, 1.
Rechts- und Wirtschaftstexte, vereinzelt Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
 2,  2; vgl. ,  68.
Syntagmen:
etw. bei der m. verpfunden, nach m. erben, etw. nach (einer) m. geben / gelten / verzinsen / teilen, der stat nach m. etw. senden, nach m. von etw. steuern, jm. nach m. abgehen, jm. etw. nach einer m. abschlagen / geben, jm. nach m. um etw. genug beschehen
;
m. des gutes, der güter, des imis, der zeit, der orte, der schuld
;
die rechte / ziemliche
›angemessene‹
m
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 305, 23
(
preuß.
,
1417
):
allerley ware, [...], is sy gewandt, saltcz, [...], dy vorpfundet man by der margkczal, von der neuwen marg 1 neuwe firchen.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
inwendigen ind uswendigen luiden geliche zo deilen na marzalen der schult der iedermanne bruch is.
Wyss, Limb. Chron. U (
mfrk.
,
1373
):
so sollent dij testamentyre iglichem abebrechen unde geben nach der martzel, daz sij gudes haben.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1464
):
amptgulte, die ine noch marzale der zit erschienen und unbezailt usstaende were.
Wiese, UB Wetzlar (
hess.
,
1332
):
daz wir der vigende mechtich wuͦrden unde nuͦtz von in nemen, [...], dez solde man uns gebin unse deil ader den cehenin, dy wir der stat senten noch marzal.
Wolf, Gesetze Frankf.
26
(
hess.
,
1383
):
so sulde man ir iglichem sine 30 lb. nach marczal abeslahin.
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
sprechen wir, daz die inern und auch die ußern [burger], die weder in die stad koment, die selbe scholt nach marzal glich gelten sullent.
dieselben sullent ir schatzunge geben, daz sich geburte, von solichen huseren und erben nach marczal und geburnisse.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
89, 26
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
dan zu gebenn den obgeschribenn solt noch marczall der zeytt, die sie gedint hetten.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
daz bar guͦt daz sü hettent, daz nam der rot und teiletes under die antwerg noch marczal.
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1406
):
also daz inen umme die versessen und ergangnen zinse ... nach marckzal ee gnuͦg beschenhen sige.
Ders., Recht Laupen (
halem.
,
1530
/
1
):
Alle guͤter habent rechtsame und eehafftigkheit in holtz, allmend, [...] nach landtsrecht und marchzal der guͤtern.
Ders., Gebiet Bern (
halem.
,
1594
):
das im sovil vom künftigen jarwyn nach der marchzal der verdieneten zyt oder den synen gevolgen sölle.
Köbler, Ref. Nürnberg
366, 16
;
Merk, Stadtr. Neuenb. ;
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
370, 9
;
Boos, UB Aarau ;
Rennefahrt, Recht Laupen ;
ders., Statut. Saanen ; ;
ders., Zivilr. Bern ;
Tobler, Schilling. Bern. Chron. ;
Jörg, Salat. Reformationschr.
815, 25
;
Mollwo, Rotes Buch Ulm ;
Barack, Zim. Chron. ;
Vgl. ferner s. v.  1.