malaz,
Adj.;
zu
mhd.
malât
o. ä.
›aussätzig‹
, dies aus
lat.
male aptus
(; vgl. auch ).
Starke Formenvariation:
maladig, malazecht, malazeisch, malazig, malatze
u. a.; auch Kontraktion zu
malz
,
malzig
.
›aussätzig, lepros‹.
Gegensätze:
(Adj.) 8.
Syntagmen:
j. m. sein / werden, j. eines siechtagen m. sein
;
der malzige flek, der malaze mensch / bruder, die malaze haut / nase
; subst.:
die malazen brennen / reinigen, in das spital geben
;
der malaze ausgehen / predigen, als ein malaze
[wie]
stehen
›dastehen‹,
der malzige keinen balsam in sich haben, die malazen jn. nicht dolen wollen
.
Wortbildungen:
malazenkotte
›Haus für Aussätzige‹,
malazgasse
(14. Jh.),
malazhaus
(dazu bdv.: vgl. , , ),
malaziger
›Leprakranker‹ (dazu bdv.:  1, ,
guter man
).

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
,
1376
):
na sente Panthalions dage quam buschof Frederich [...] bi den malatenkotten.
Wie dese Constantinus mallaitsch ind uissetzich wart ind davan gereiniget.
Froning, Alsf. Passionssp.
2441
(
ohess.
,
1501ff.
):
hye [Jesus] reynniget die maledigen!
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
96, 16
(
Frankf.
1535
):
mach darauß ein salb / vnd damit schmiere die boͤse raude / oder maletzet haut in einem bad.
Ebd.
190, 2
:
Salarmoniac zerlassen in Rosenwasser mit Campffer vermischt / [...] / benimpt die vngestalt des antlits / als die maltzigen flecken.
Wolf, Rothe. Ratsged. F,
620
(
thür.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Wen man vz dem Rate werfen Sal. Daz sin wip vnere czu brenget, | [...] | Wer malacz were, | Synen eldern sprichet an die ere.
Voc. Teut.-Lat.
c iiijv
(
Nürnb.
1482
):
aussetziger maletschiger. aussetzel od’ guttermon. leprosus.
Chron. Strassb. (
els.
,
E. 14. Jh.
):
Malzen in Francrich wurdent gebrant.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Do er [Mose] sy [slange] hett gelegt in die schoß: er fúrbrachte sy misilig oder maltzig
[Var. 1475
1
/
Luther
1545, 2. Mose 4, 6:
aussetzig
]
in geleichsam des snees.
Kurz, Murner. Luth. Narr (
Straßb.
1522
):
Vnd sagen, wie sie teilen woͤllen, | Die geistlich zinß mit iren gesellen: | Zuͦ dem ersten in den spittal geben | Den maltzen auch da neben.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Wie kumpt es, das me Lamer, Blinder, Maltzen und Betler sein in der Cristenheit dan in der Ungloͤbigheit.
Goedeke, Fischart Flöh Haz
1774
(
Straßb.
1594
):
in ain butzscher sie steckten, | Zwen brüder, die sie drin ersteckten, | Jn dem giftigen rauch und gstank, | Davon man malzig wird und krank.
Sudhoff, Paracelsus (
um 1570
):
ein ieglicher reiner mensch hat ein besonderen balsam in sich, der malzig aber hat keinen.
Boos, UB Aarau (
halem.
,
1283
):
Den vride kreiz han wir in geschepphet von dem Malaz hus unz an Blanken hus.
Adrian, Saelden Hort
9435
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
so daz sin antlút minneclich | wart ainem malatzen gelich.
Leisi, Thurg. UB
8, 222, 2
(
halem.
,
1395
):
verhoͤrren, erkennen und usschaiden, ob si dez selben siechtagen sigint malacz oder nit. [...]. etlich ander malaczian und ander veltsiechen unser bistuͦms underwindent sich aͮn willen und gunst der veltsiechen der malaczie ze Costentz úberhoͤrens, geschoͮwans und underschaidung.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
314, 3
(
Genf
1636
):
Malazeischer [...], Leprosus.
Strauss, A. v. Villanova dt.
165v, 15
(
obd.
, Hs.
1421
):
vnd wirt ußslahen vnder dem antlitze vnd wirt sten alz eyn malotze dicke vnder seynen augen.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 461, 8
;
Gerhardt, Meister v. Prag
410
;
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. f.; ;
Ising, Spätmal. Schriftdialekte
1, 119
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Holmberg, Die dt. Synonymik für ‚aussätzig‘ und ‚Aussatz‘. In: Nd. Mitt.
26, 1970, 25-71
.