müssen
II
V.;
zu
mhd.
müezen
›nötigen‹
(Lexer
1, 2217
; Schweiz. Id.
4, 500/1
).
– Obd.
1.
›jn. zu etw. nötigen, zwingen, jm. etw. drängend gebieten‹.
Bedeutungsverwandte:
 34, ,  14, ; vgl. ,  2,  2,  2,  3,  13,  3,  5, (V.), (V.) 6.
Wortbildungen
müsser
(dazu bdv.: ),
müssung
(dazu bdv.: ).

Belegblock:

Jörg, Salat. Reformationschr.
477, 17
(
halem.
,
1534
/
5
):
da sj [Berner] rechtlich nüt zuͦ muͦssen noch gebietten hattend.
Maaler
295r
(
Zürich
1561
):
Muͤssen / Einen vm͂ etwas muͤssen / oder vm͂ etwas kaͤlen / vnnd mit bitt vast obligen.
Niewöhner, Teichner
715, 18
(Hs. ˹
oschwäb.
,
1472
˺):
uunser herr der ward gemuͤsset | mitt den suͤnden das er schluͤg.
Barack, Zim. Chron.
1, 486, 37
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Derselbig hat [...] die gemaind von Winzlaw bezigen, als ob sie im sein basen genottrengt und gemüst, den armen mann ab dem boum zu hawen.
Winter, Nöst. Weist.
2, 512, 37
(
moobd.
,
1495
, Hs.
16. Jh.
):
So ain burger den andern leibloß machet. [...], der hat frid drei tag; am dritten tag soll in der wirth miessen drei drit fuer die thüer.
Ebd.
4, 428, 17
(
1524
):
kainer wierdt gemuest gelt sunder die hennen zu geben.
Mell u. a., Steir. Taid.
228, 12
(
m/soobd.
,
1638
):
[sollen alle undertanen] ire undergebene und hausgesind wie auch künder darzue
[zu einem
erbaren wandl
]
anmanen und mießen, kein ungebür bei inen nit gestatten.
Rwb
9, 1055
;
Schweiz. Id.
4, 500/1
.
2.
›sich e. S. hingeben, öffnen‹.

Belegblock:

v. Groote, Muskatblut
22, 25
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
da dich
[Maria]
derengel gruesset din hertz sich dar zuͦ muͦsset, | die gotheit dich durch suesset.